Wie der Habitus der Kulturhauptstadt die Gartenkunst mitprägt

Das Chemnitzer Stadtgrün

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Chemnitz – "See the unseen" – der Slogan der Kulturhauptstadt 2025 könnte auch für das Stadtgrün nicht besser gewählt sein. Wer, der sich mit dieser Stadt noch nicht näher beschäftigt hat, ahnt schon, welche Geschichte, welche Vielfalt und welche Qualität das Chemnitzer Stadtgrün zu bieten hat?
Stadtparks Kleingärten
Abb. 1: Die mit dem "Nationalpreis der DDR" ausgezeichnete Parkanlage wurde von Karl Wienke entworfen und beliebter Treffpunkt in der City. Heute ist vor allem die Übernutzung eine Herausforderung. Foto: Dirk Hanus

Vom Landsitz von Oberrabenstein des Begründers der Nachhaltigkeit, Johann Carl von Carlowitz, bis zum Küchwaldpark, dem mit 97 Hektar größten Chemnitzer Park besitzt die Stadt circa 250 Hektar an Gartendenkmalen. 21 Kunstbrunnen und Fontainen bieten im Sommer Abkühlung, zu denen sich seit Neuestem noch sechs Trinkwasserbrunnen an zentralen Orten in der Stadt hinzugesellt haben.

Insgesamt gibt es 554 Hektar öffentliches Grün, darunter knapp 100 Spielplätze und 41 Teiche. Weitere circa 40 Teiche befinden sich im 1540 Hektar großen Kommunalwald und auf kommunalen Landwirtschaftsflächen, wovon das Grünflächenamt knapp 900 Hektar verwaltet und in der Regel verpachtet. Die 125 Hektar Verkehrsgrün mit ca. 35.000 Straßenbäumen runden das Bild ab. Nicht zuletzt sind 480 Hektar kommunale Kleingartenfläche und 140 Hektar "Erholungsgärten" zu erwähnen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt schnell, dass Chemnitz im Gegensatz zu den beiden anderen sächsischen Metropolen nicht auf eine lange Gartentradition zurückblicken kann. Umso stürmischer verlief die Entwicklung in Folge der Gründerzeit. Die Stadt Chemnitz ist etwa 900 Jahre alt – ein genaues Gründungsdatum ist nicht überliefert. Sie war nie Residenz. Auch das nach der Reformation zum Schloss umgebaute Marienkloster blieb Verwaltungsstützpunkt.

Es blieb also – abgesehen von einigen heute auf städtischen Territorium liegenden Herrensitzen mit ihren Parkanlagen – den Bürgern vorbehalten, die Gartenkunst in die Stadtgeschichte einzutragen. Eine wichtige Persönlichkeit war hierbei Gotthold Leberecht Sachse, Chemnitzer Bürgermeister von 1815 bis 1830.

Er ließ sich – so lautet die Überlieferung – nach getaner Arbeit gern auf dem südlich der Stadt am Chemnitzfluss gelegenen Hügel nieder, um über die Stadt und das Erzgebirgsvorland zu blicken. Er ließ Wege anlegen, Bäume pflanzen und Bänke und Steinfiguren aufstellen. Das Gelände stand für jedermann offen. Sachses Ruh, unter dieser Bezeichnung ist der Ort bis heute bekannt, wurde zum Grundstein für den heute knapp 70 Hektar großen Stadtpark. 1884 schließlich erwarb die Stadt Chemnitz das Gelände, als mit Otto Werner bereits ein Stadtgärtner eingestellt und der Aufbau einer Park- und Gartenverwaltung im Gange war.

Ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung vollzog sich für Chemnitz im 19. Jahrhundert. Die Einwohnerzahl stieg sprunghaft an. Die Gestaltung des öffentlichen Grüns begann 1856 mit der Anlage des ersten Stadtplatzes, dem Antonplatz und der Sicherung des Schlossteiches für die Entwicklung einer öffentlichen Parkanlage. 1859 wurde der Schillerplatz, mit neun Hektar die erste größere öffentliche Parkanlage, angelegt. Sie entstand noch nach dilettantischen Plänen (im alten Wortsinn) des Industriellen August Götze.

Die Einrichtung einer geordneten Park- und Gartenverwaltung und 1882 die Einstellung eines gebildeten, weit gereisten, begabten und schaffenskräftigen Gartenarchitekten, Otto Werner, tat ein Übriges. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Stadt bereits 95.000 Einwohner.

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Abb. 2: Die Offenlegung der Chemnitz und die qualifizierte Begrünung ihrer Ufer in der Innenstadt wurden zum Kulturhauptstadtjahr 2025 erfolgreich abgeschlossen. Im Bild der Moritzpark mit dem "Uferstrand". Foto: Grünflächenamt Chemnitz

Otto Werner, der Chemnitzer Stadtgartendirektor

Der 16. Oktober 1882 sollte eine wichtige Zäsur in der Geschichte des Chemnitzer Stadtgrüns markieren. Otto Werner, geboren am 17. März 1854 in Freiburg/Schlesien, trat seine zunächst bescheidene Stelle als Stadtgärtner der aufstrebenden Industriestadt Chemnitz an. Nach Lehrzeit im Hochberg-Fürstensteinschen Schlossgarten, einer Anstellung im Botanischen Garten Berlin-Schöneberg und in Dresden unter dem Königlichen Gartendirektor Friedrich Bouché bot sich Werner hier die Chance auf ein eigenständiges Wirkungsfeld.

Werner muss sehr tatkräftig und überzeugend gewesen sein, denn von diesem Tag an wuchs das Chemnitzer Stadtgrün 40 Jahre lang Jahr um Jahr um mehrere Hektar, alles projektiert von talentierter Hand im Stil der späten Lenné-Meyerschen Schule, abgezeichnet mit dem Namenszug Werners, dem schon bald der Zusatz "Gartendirektor" beigefügt werden konnte. Waren es vorher einzelne Mäzene, wie die Stadträte Müller und Zipper oder der Bürgermeister Sachse, die den Chemnitzern die eine oder andere Grünanlage spendeten, so arbeitete Werner zielstrebig im Sinne Peter Joseph Lennés in Potsdam an einer "Grünen Insel Chemnitz".

Systematisch wurden nun parkähnliche Stadtplätze im Bauland freigehalten, durch breite begrünte Straßenzüge verbunden und vor allem die Kaltluftschneisen, wie wir heute sagen würden, freigehalten und begrünt. Stolz schrieb er anlässlich der Deutschen Gartenbauausstellung in Düsseldorf 1904 "Es ist keine Gelegenheit versäumt worden, jeden freien auch im Innern der Stadt gelegenen Platz mit schattenspendenden Bäumen oder Schmuckanlagen zu versehen". Sein Lebenswerk, in dem er auch begraben werden wollte, sollte nach eigener Darstellung der Chemnitzer Stadtpark werden.

Umfasste das Stadtgrün bei seinem Dienstantritt circa 14 Hektar, so wuchs es bis zu seiner Pensionierung 1923 auf etwa 200 Hektar an. Werner schuf nicht weniger als 14 repräsentative Stadtplatzanlagen sowie drei große Parkanlagen; den Küchwaldpark (ca. 97 ha), den Zeisigwaldpark (ca. 80 ha) und den Stadtpark (ca. 65 ha). Der Kriegsbeginn 1914 stellte eine merkliche Zäsur dar: der Zeisigwaldpark entwickelte sich zum Parkwald zurück, der Stadtpark und der Küchwaldpark blieben in ihren peripheren Bereichen unvollendet. Zur Geschichte gehört aber auch, dass sich die öffentlichen Grünflächen in den folgenden hundert Jahren noch einmal vervielfachen sollte.

Das Stadtgrün heute

2025 werden knapp 4000 Hektar vom Grünflächenamt verwaltet. Das Amt besteht aus vier Abteilungen:

– Untere Behörden (Forst, Landwirtschaft, Kleingartenwesen), Klein- und Erholungsgartenwesen

– Planung und Koordination einschließlich Grünflächeninformationssystem, Baumschutz und Pflegevergabe für circa 67 Prozent der Stadtfläche

– Grünunterhaltung und Forst einschließlich Verkehrsgrün, Spielplatzunterhaltung, Brunnenunterhaltung, Baumpflege, Landwirtschaft (> 1000 ha verpachtet)

– Botanischer Garten, Schulbiologie- und Naturschutzzentrum.

Gegenwärtig hat das Amt knapp 140 Mitarbeiter, wobei zu beachten ist, dass circa 70 Prozent der öffentlichen Grünanlagen in Vergabe durch Drittfirmen gepflegt werden. Dies ist das Ergebnis intensiver Sparbemühungen in den 2000er-Jahren. Die Entwicklungs- und Pflegeziele wurden weitgehend in Fachkonzeptionen niedergelegt:

– Dies gilt insbesondere für die Grünpflegekonzeption unter maßgeblicher Mitwirkung von Dr. Anna Steidle, München, und

– für die Entwicklungskonzeption von Spiel- und Freizeitanlagen für die ca. 100 öffentlichen Spiel- und Freizeitanlagen

– die Straßenbaumkonzeption für das Verkehrsgrün und die Kleingartenkonzeption.

Der Kommunalwald ist der fünftgrößte sächsische Betrieb und einer der ältesten in Sachsen. Er ist seit 20 Jahren FSC-zertifiziert und damit Vorreiter ökologischer und nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Er steht damit in der Tradition eines berühmten Chemnitzers: Johann Carl von Carlowitz, der Begründer des Begriffs der Nachhaltigkeit und Autor des Standardwerkes "Sylvicultura oeconomica"

Stadtparks Kleingärten
Abb. 3: In den 2000er-Jahren entstand im Rahmen des Stadtumbaus ein neuer Jugendfreizeitpark, der sich an die Schlossteichanlagen anschließt. Er wurde im Rahmen der Kulturhauptstadt 2025 noch um eine Basketballanlage erweitert. Foto: Dirk Hanus

Eine Chemnitzer Besonderheit im Stadtgrün ist der kommunale Botanische Garten.

Einmal mehr legte Otto Werner den Grundstein, als er 1897 einen der ersten Schulpflanzgärten im Deutschen Reich anlegen ließ. Über die Jahre wandelte sich die Anlage zur "Station Junger Naturforscher" und dem Zentralschulgarten.

1989 schließlich brodelte es allerorten in der kriselnden DDR. Umweltschutz und Naturschutz zählten zu den Kernthemen der sich entwickelnden bürgerrechtlichen Bewegung. Auch im damaligen Karl-Marx-Stadt war dies nicht anders. Hier kamen in Vorfeld des 40 Jahrestages der DDR geschickt agierende Enthusiasten auf den interessanten Kompromiss, die damalige Station Junger Naturforscher in einen Botanischen Garten zu erweitern.

Viel mehr als einen großen Grundstein vermochte man am 7. Oktober 1989 anlässlich des 40.Jahrestages der DDR noch nicht zu präsentieren, aber der erste Schritt war getan und Stadtgartenarchitekt Helmut Rothe und der Lehrer Ulrich Schuster hatten bereits weitreichende Pläne für eine Anlage von 12 Hektar Größe konzipiert, die in den Wendejahren auch von Politik akzeptiert wurde. Ein Höhepunkt war der motivierende Besuch von Kanzlergattin Loki Schmidt, die sich sehr positiv über die Anlage äußerte. Ähnlich tat es Erika Krause, DDR-Fernsehstar der Reihe "Du und dein Garten".

1996 wurden dann formal der Zentralschulgarten, das nunmehrige Schulbiologiezentrum und der neue Botanische Garten, ein artenreicher Teil des angrenzenden Crimmitschauer Waldes, als Sachgebiet im Grünflächenamt neu geordnet. Mit einer – durch den späteren Rektor der TU Dresden, Landschaftsarchitekt Prof. Hermann Kokenge, erarbeiteten planerischen Konzeption – wurde der Rahmen abgesteckt.

In kurzer Zeit wurden bis zum 100. Jubiläum ein Mexiko- und ein Tropenhaus eingerichtet, und später das große Tropenschauhaus hinzugefügt, wobei das kleine Tropenhaus zum Mediterranen Haus umgewandelt wurde. Seither zieht die Anlage Jahr für Jahr circa 60.000 Besucher an und ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken.

Stadtparks Kleingärten
Abb. 4: Der Botanische Garten Chemnitz liegt rund drei Kilometer nordwestlich des Zentrums. Foto: Sten Gillner/Botanischer Garten Stadt Chemnitz

Kleingärten

Von den großen Gärten zu den Kleinen: "Urbane Paradiese neu erleben" – unter diesen Titel hat Chemnitz seine Kleingartenkonzeption gestellt. Im urban geprägten Milieu dichter Wohnquartiere liegt der Ursprung der Kleingärten. Besonders Gebiete mit Geschosswohnungsbau werden durch die "Grünen Oasen" zu wertvollen Naherholungsbereichen. So war Chemnitz auch ein Vorreiter des Kleingartenwesens:

Am 17. November 1868 (!) wurde mit dem 1. Naturheilverein Jungborn Reichenhain der erste Chemnitzer Kleingartenverein gegründet – immerhin noch bevor sich die Leipziger "Schrebergärtner" 1869 ihre Vereinssatzung gaben! In Chemnitz bieten heute 17 350 Kleingärten Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Die meisten davon sind im Stadtverband der Kleingärtner organisiert, auf insgesamt knapp 560 Hektar – davon sind 427 Hektar kommunal. Mit einer Kleingartendichte von 6,94 Kleingärten auf hundert Einwohner liegt die Stadt knapp vor Leipzig (6,17) und meilenweit vor Berlin (1,74) und ist damit die "heimliche Hauptstadt des Kleingartenwesens". :-)

Erholungsgärten

Eine Besonderheit ostdeutscher Städte sind die sogenannten Erholungsgärten, von denen das Grünflächenamt Chemnitz circa 2300 Gärten auf circa 140 Hektar verwaltet.

Unter dem Begriff "Erholungsgärten" werden alle Freizeitgärten zusammengefasst, die keine Kleingärten nach BKleingG sind. Neben zahlreichen Einzelverpachtungen gibt es 13 eingetragene Vereine, davon sind 8 Zwischenpächter. Erholungsgärten entstanden vorrangig im Zeitraum von 1960 bis 1980 als Alternative zu Kleingärten und Eigenheimstandorten. Die Altpächter geben ihre Gärten nach nicht selten über 40-jähriger Nutzung altersbedingt ab.

Aufgrund der Verpflichtung zur Beräumung suchen und finden fast alle immer einen Nachpächter. Die neue Pächtergeneration interessiert sich für diese Gärten offenbar aus unterschiedlichen Gründen. Nicht selten werden sie spontan gepachtet. Gemeinsamer Nenner des Pachtinteresses sind jedoch die wenigen Nutzungsregeln im Vergleich mit Kleingärten nach BKleingG, denen eine deutlich höhere Pacht gegenübersteht.

Stadtparks Kleingärten
Abb. 5: Auf einer Fläche von 12 Hektar werden überwiegend mitteleuropäische Pflanzenfamilien sowie Nutzpflanzen aus aller Welt gezeigt. Foto: Sten Gillner/Botanischer Garten Stadt Chemnitz

Kommunalwald

Der Kommunalwald der Stadt Chemnitz umfasst eine Waldfläche von circa 1550 Hektar. Der größte Teil davon, circa 930 Hektar, zählt zum Revier "Zeisigwald" im Stadtgebiet Chemnitz und Umgebung. Außerhalb des Stadtgebietes im Erzgebirgskreis und Mittelsachsen liegen die Waldflächen des Reviers "Saidenbach", das rund 570 Hektar Wald umfasst. Der Stadtwald Chemnitz zählt zu den am längsten bestehenden Kommunalforstbetrieben im Freistaat Sachsen (Sächsische Landesanstalt für Forsten 1995). Der Ratswald (heute Zeisigwald) wurde der Stadt vermutlich schon bei ihrer Gründung im 12. Jahrhundert zugewiesen. Das Holz, das die kommunalen Wälder lieferte, vermochte bereits im 15. und 16. Jahrhundert den Bau- und Brennholzbedarf der Stadt nicht zu decken. Die Sorge vor einer Holznot forderte zur intensiven Beschäftigung mit waldbaulichen Problemen heraus. Im Jahre 1713 erschien mit der Sylvicultura oeconomica das erste selbständige Werk über die Forstwirtschaft. Der auf Burg Rabenstein geborene Autor Johann Carl von Carlowitz gilt als wesentlicher Schöpfer des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs. In seinem Werk behandelt er unter anderem intensiv die Nadelholzsaat. In der Taxations-Revision im Jahr 1888 ging der Ratsförster Schier auf die Konsequenzen ein, die auf Grund der Rauchschäden bezüglich des künftigen Aufbaus der städtischen Wälder zu ziehen waren:

". . . Eine Besichtigung der Waldbestände beweist auf den ersten Blick, daß der Gütezustand des Chemnitzer Stadtwaldes in Folge der auf ihm lastenden Rauchschädencalamität, mit ihren secundären Folgen – als Käferfraß, Bodenverwilderung – in einem steten und raschen Rückgang begriffen ist . . . Das Gebiet des Laubholzes von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zu vergrößern, wird man gezwungen sein . . .".

Auch aufgrund dieser Situation, sah sich der Rat der Stadt veranlasst, in einigen Abteilungen des städtischen Waldes neue Nutzungsformen einzuführen. Im Zeisigwald wurden 1895/96 ein Spielplatz und in den Folgejahren ein städtisches Bad errichtet. Im Jahr 1900 wurde die Umgestaltung des gesamten Küchwaldes zu einem Waldpark sowie die Überweisung an die Gartenverwaltung beschlossen. Im Chemnitzer Stadtwald wurde allmählich, wie auch in anderen Wäldern in der Nähe von Industriezentren, der Erholungsfunktion der Vorrang eingeräumt.

Aufgrund des weiter steigenden Trinkwasserbedarfs der Stadt Chemnitz wurde 1912 mit der Planung für die Talsperre Saidenbach begonnen. Von 1912 bis 1933 wurden durch die Stadt etwa 1100 Hektar Grundbesitz im Saidenbachtal und dessen Zuflüssen erworben. Darunter waren viele Waldflächen wie etwa das Saidenholz, die nun das städtische Revier Forchheim bildeten. Im Jahr 1949 wurde auch das Waldeigentum der Stadt Chemnitz zu Volkseigentum erklärt und kam 1952 in die Rechtsträgerschaft der Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe (StFB). Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Stadt Chemnitz, aufgrund ihrer Restitutionsanträge, ihr Waldeigentum rückübertragen.

Bereits seit dem 22. Oktober 2002 besitzt der Kommunalwald der Stadt Chemnitz das FSC-Zertifikat. Der Wald soll als Ökosystem gesichert und trotzdem eine langfristige Nutzung von Holz sichergestellt werden. Ein Bestandteil der Zertifizierung sind die sogenannten Naturwaldentwicklungsflächen (früher Referenzflächen genannt), auf denen keine Nutzung mehr stattfindet, um eine vom Menschen unbeeinflusste Waldflächenentwicklung zuzulassen.

So spannt sich der Bogen des Chemnitzer Stadtgrüns vom Marktbrunnen bis in die Naturwaldzellen des Erzgebirges als letzte Reste des sagenhaften Dunkelwaldes Miriquidi.

Jahrhundertstürme und zwei Jahrhunderthochwasser hintereinander, Dürre und Extremniederschläge griffen in den letzten Jahren tief in die Substanz ein, doch in Vorbereitung der Kulturhauptstadt Europas 2025 haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grünflächenamtes (ohne zusätzliches Personal!) und unsere Dienstleister alles gegeben, um der Stadt 2025 einen würdigen, nachhaltigen und zukunftsweisenden grünen Rahmen zu geben.

Auch wenn durch die schiere Menge der Fläche, die klimatischen Herausforderungen und die Begrenztheit der Mittel vieles immer wieder neu gedacht werden muss, heißt es 2025: Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Grünen Chemnitz.

 Peter Börner
Autor

Leiter des Grünflächenamtes Chemnitz

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