Wiesenbronn

Wiederentdeckung, Inszenierung und Aufwertung eines verlassenen Steinbruchs

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Der Steinbruch wird nicht mit befestigten Wegen erschlossen und bleibt damit ein geschützter Raum. Foto: Jonas Renk

Das kleine Weindorf Wiesenbronn im vorderen Steigerwald hat 2021 begonnen, einen historischen Steinbruch, der bis dahin als "Lost Place" mitten im Wald in der Nähe eines Wanderweges lag und der immer wieder "zugemüllt" wurde, mit einfachen Mitteln gestalterisch und informativ zu inszenieren, ohne die ökologischen Funktionen als Lebensraum zu vernachlässigen oder zu stören.

Es wurden große Infotafeln auf Cortenstahl-Elementen errichtet, die den Besuchern*Innen den Weg durch den Steinbruch zu den großen Felswänden mit dem mit dem "grünen Sandstein" leiten. Eine historische Lore mit Steinen gefüllt auf einem Stück Gleis erinnert an die frühere Nutzung. Diese wurde von dem Bürgermeister der Gemeinde online (bei Ebay) günstig erworben, da die ursprünglich im Steinbruch verwendeten Geräte nicht mehr vorhanden sind.

Der Steinbruch ist auch ein besonderes Biotop. Unter anderem kommt dort die Gelbbauchunke vor - eine von einem sehr starken Rückgang betroffene und daher stark gefährdete Amphibienart mit sehr speziellen Lebensraumansprüchen. 

Die Wegführung wurde daher so gewählt, dass bestimmte Bereiche des Steinbruchs, die von Besucher*Innen ungestört bleiben sollen, bewusst nicht erschlossen und inszeniert wurden. Die Wege sind eher "Trampelpfade", die vermutlich schon durch die frühere Nutzung entstanden sind. Um in die Natur im und um den Steinbruch möglichst wenig einzugreifen, wurden keine befestigten Wege und Aufenthaltsbereiche angelegt.

Da der Steinbruch ohnehin in einem sehr steilen Gelände liegt und möglichst wenig verändert werden sollte, erschien eine barrierefreie Gestaltung nicht sinnvoll. Das bei den wenigen aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendigen Fällungen anfallende Totholz wurde auf dem Gelände als liegendes Totholz verteilt und an geeigneten Stellen wurden Baumtorsos als stehendes Totholz belassen.

Der Steinbruch ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein historischer Bereich, der zugleich wichtige Lebensraumfunktionen für empfindliche Tiere übernimmt, mit wenigen gezielten Maßnahmen inszeniert und aufgewertet werden kann, ohne seine Natur zu beeinträchtigen.

Jonas Renk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 10/2022 .

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