Onlineabstimmung "Faszination Friedhof"

Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeine in Sachsen belegt 1. Platz

Bei der Onlineabstimmung "Faszination Friedhof" hat der Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeine in Sachsen den ersten Platz belegt. Ein jüdischer Friedhof in Worms und eine historische Anlage im nordhessischen Schenklengsfeld folgen auf den weiteren Rängen. Sehens- und erhaltenswerte historische Friedhöfe finden sich jedoch überall in Deutschland.

Drei Monate standen unter www.faszination-friedhof.de deutschlandweit 32 besondere historische Friedhöfe zur Wahl. Am Ende gewann der Friedhof der Herrnhuter Brüdergemeine in der Nähe von Görlitz mit knapp zwölf Prozent der Stimmen. Die barocke Parkanlage zeichnet sich durch eine besondere Schlichtheit aus, getragen vom Gedanken der Gleichheit vor Gott auch im Tod. Bereits 1730 waren die ersten, durch flache, auf dem Boden liegende Grabsteine gekennzeichneten Gräber angelegt worden. Weitaus älteren Datums sind die Gräber auf dem zweitplatzierten Friedhof, dem Alten Judenfriedhof "Heiliger Sand" in Worms. Der älteste jüdische Friedhof nördlich der Alpen blickt auf eine gut 1000-jährige Geschichte zurück. Auf den dritten Platz wählten die Besucher der Webseite den historischen Friedhof im nordhessischen Schenklengsfeld. Dort erlauben 275 Grabdenkmäler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert einen beispielhaften Einblick in die Kulturgeschichte einer ländlichen evangelisch-reformierten Gemeinde.

Mit der Internetseite "Faszination Friedhof" und der Online-Abstimmung rücken der Bund Heimat und Umwelt (BHU) und Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, besondere historische Friedhöfe ins Blickfeld. Die Informationen bleiben nach Ende der Abstimmung online zugänglich und regen die Beschäftigung mit diesem Thema an. In ganz Deutschland finden sich Zeugnisse kultureller Vielfalt und lebendiger Erinnerung und faszinieren durch kulturhistorische Besonderheiten und Kuriositäten. Der BHU hat deshalb "Historische Friedhöfe" für das Jahr 2015 zum Kulturdenkmal des Jahres ausgerufen. So soll auf diese schützenswerten, aber gefährdeten Kulturlandschaftselemente aufmerksam gemacht und ihre Bedeutung hervorgehoben werden. Ein Buch zum Thema erscheint zum Jahresende 2015 beim BHU.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2015 .

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