ZHAW-Studie

Lokaler Torfersatz schont das Klima

Die Garten- und Anbausaison 2016 steht vor der Tür und mit ihr steigt die Nachfrage nach Kultursubstraten. Für solche Erdmischungen fällt die Wahl heute noch immer häufig auf torfhaltige Produkte. Zwar ist der Torfabbau in der Schweiz seit 1987 verboten, doch werden jährlich bis zu 150 000 Tonnen Torf importiert. Weil der Torfabbau mit relevanten CO2-Emissionen verbunden ist und zur Zerstörung sensibler Ökosysteme führt, will der Bundesrat in Erfüllung eines parlamentarischen Vorstoßes freiwillige Maßnahmen fördern, mit denen die Torfimporte in den kommenden Jahren reduziert werden sollen. Die Garten- und Gemüsebau-Branchen, aber auch Hobbygärtnerinnen und -gärtner sollen so dazu beitragen, den Torfverbrauch zu senken. Entsprechend braucht es Ersatzprodukte, die einerseits den pflanzenbaulichen Anforderungen genügen und andererseits ökologisch besser abschneiden.

In einer aktuellen Studie der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil wurden deshalb die Umweltauswirkungen von zehn Substratkomponenten und mehreren beispielhaften Substratmischungen anhand von Ökobilanzen berechnet. Die umfangreiche Studie beleuchtet neben der ökologischen Qualität der einzelnen Produkte auch soziale Aspekte der Produktion, fasst die pflanzenbaulichen Eigenschaften zusammen und beurteilt die zukünftige Verfügbarkeit.

Für die Ökobilanz von Torf wurde die Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus, vom Abbau über den Transport bis zum Einsatz im Gartenbau erfasst. Bezüglich CO2-Bilanz schneidet Torf deutlich schlechter ab als die übrigen Substratkomponenten. Der größte Teil der klimaschädlichen CO2-Emissionen entsteht nicht während des Abbaus und des Transports in die Schweiz, sondern durch die Zersetzung des Torfs während und nach der Nutzung im Gartenbau. Dieser Prozess verursacht CO2-Emissionen. Ökologisch besonders gut schneiden dagegen die holzbasierten Ersatzprodukte, Landerde, TEFA-Maisstroh und Reisspelzen ab. Diese Substratkomponenten weisen nicht nur geringe Treibhausgasemissionen, sondern auch in anderen Umweltbereichen eine geringe Belastung auf. Die Produkte stammen in der Regel aus der Schweiz oder im Falle der Reisspelzen aus Italien. Gesamte Studie als Download: www.zhaw.ch/iunr/lca

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