Überragendes Wirken

Prof. Hans Schiller verstorben

Prof. Hans Schiller schaffte es mit großer Kreativität und Humor, die Fähigkeiten seiner Studierenden weiterzuentwickeln, gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen und genoss unter seinen Kollegen hohes Ansehen. Foto: Margit Kuhn

Mit Professor Hans Schiller, (29.5.1919-16.3.2016), haben wir eine sehr angenehme Persönlichkeit und einen ehemaligen sehr beliebten, erfolgreichen Hochschullehrer für Grünplanung und Gestaltung verloren.

Noch viele Jahre nach seiner Pensionierung (am 1. Oktober 1984) hatte unser Kollege die Lehre mit großem Engagement über Lehraufträge weiter qualifiziert. Nach einer fundierten Lehre in unserem "Grünen Beruf" verhinderte der letzte Weltkrieg mit seinen problematischen Folgen besonders in Berlin lange Zeit seinen Wunsch, Landschaftsarchitektur zu studieren.

Die außergewöhnliche Begabung mit kreativem Tatendrang führte Hans Schiller zuerst zur Ausbildung als Bühnenbildner und Maler. An der Hochschule für Bildende Künste Berlin beendete er 1948 die Prüfung als Freier Kunstschaffender. Nach Wiedereröffnung der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Berlin-Dahlem im Jahre 1949 studierte Schiller hier bis 1955 und legte dann die 2. Staatsprüfung zum Inspektor ab. 1957 arbeitete Hans Schiller in den beiden Berliner Gartenbauämtern Reinickendorf und Neukölln, folgend fast ein Jahrzehnt beim Senator für Bau und Wohnungswesen, Berlin, in der Abteilung III. Neben seinem Büro beteiligte sich Hans Schiller unermüdlich auch in Zusammenarbeit mit Kollegen an vielen Wettbewerben. Von 1952 bis 1959 wurden neun Preise und Auszeichnungen gewonnen. Neben einem Sonderpreis für die BUGA - Köln (1957) und der erste Preis für die BUGA - Dortmund (1959), der erste Preis für die Blumenhalle auf der Internationalen Grünen Woche Berlin in den Jahren 1953 und 1959.

Seit 1968 war Hans Schiller bereits erfolgreicher Lehrbeauftragter und im Jahr 1970 wurde er hauptamtlicher Hochschullehrer in der Abteilung Gartengestaltung an der Staatlichen Ingenieurakademie für Gartenbau Berlin-Dahlem. Mit der Umbenennung zur Technischen Fachhochschule Berlin wurde Hans Schiller durch den Senator für Wissenschaft und Kunst zum Professor für das Fachgebiet Objektplanung berufen.

Jeder, der Professor Hans Schiller in seinem unermüdlichen Engagement als Hochschullehrer kennen gelernt hat, schätzte sein vorbildliches, überragendes Wirken mit fast liebevollem Bemühen, die Begabungen der einzelnen Studierenden immer weiterzuentwickeln. In den Bereichen des Konzipieren und des Gestalten mit entsprechenden Darstellungen wurden die Studierenden in ihren jeweiligen Fähigkeiten hervorragend betreut. Mit großem pädagogischem Geschick wurden insbesondere in den Lehrveranstaltungen "Kreatives Training" seinen Studierenden die verschiedenen Möglichkeiten, neue kreative Ideen für die Gestaltung zu entwickeln, gelehrt, wofür ihm von vielen Absolventen bis in die späteren Jahre sehr oft ein besonderes Dankschön ausgesprochen wurde.

In den 1970er-Jahren publizierte Professor Schiller mit seinen Mitarbeitern unter anderem im Patzer Verlag zahlreiche Bücher und Aufsätze wie: "Blickpunktnetzperspektive", "Spielplatzbau- Kinder müssen spielen", "Grundlagen der Gartengestaltung".

Prof. Dr.-Ing. Theodor Hoffjann, Beuth Hochschule

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2016 .

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