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Peter Schraml, Experte für Spielplatzsicherheit, im Interview

„So sicher wie nötig, aber nicht so sicher wie möglich“

Peter Schraml ist Gründer und Geschäftsführer des in München ansässigen Ausbildungs- und Beratungsinstituts Massstab Mensch. Foto: Stefan Bieniek

Peter Schraml, Dipl.-Ing (FH) Architektur, MPA

Peter Schraml, Dipl.-Ing (FH) Architektur, MPA ist Sachverständiger für Spielplätze und Obmann des Arbeitskreises Inklusion. 2011 gründete er in München das Ausbildungs-und Beratungsinstitut Massstab Mensch, das er seither leitet. Das Institut widmet sich Fragen zur Barrierefreiheit und Sicherheit sowohl in Kitas als auch auf Spielplätzen. www.massstabmensch.de

Für den Münchener Architekten Peter Schraml ist „Inklusion“ auf Spielplätzen ein Herzensthema, dem er sich als Geschäftsführer des Münchener Ausbildungs- und Beratungsinstituts Massstab Mensch Tag für Tag engagiert widmet. Exkurs-Redakteur Hendrik Behnisch sprach mit Schraml über den Zusammenhang zwischen Inklusion und Barrierefreiheit, sein allgemeines Sicherheitsverständnis sowie lediglich scheinbare Widersprüche, die naturnahe Spielplätze mit sich bringen.

Exkurs: Massstab Mensch ist ein Beratungsinstitut, dessen Kernkompetenz Spielplatzsicherheit ist. An wen richten Sie sich vorrangig mit Ihren Angeboten?

Peter Schraml:
Wir beraten ganz generell Kommunen und Gemeinden rund um das Thema Spielplatzsicherheit, aber auch Planer von Spielplätzen sowie Hersteller von Spielplatzgeräten zählen zu unseren Kunden. Dabei ist unser Credo immer: Soviel Sicherheit wie nötig, aber nicht so viel Sicherheit wie möglich. Es geht darum, Spielspaß ohne versteckte Gefahren für die Nutzer zur Verfügung zu stellen. Dabei darf auch mal etwas passieren, was auch im Schul- und Freizeitsport in Kauf genommen wird. Das geht ohne weiteres bis zu einem gebrochenen Arm oder Bein.

Ein Schlagwort, das häufig auf Ihrer Website auftaucht, lautet „Barrierefreiheit“. Was bedeutet es für Sie persönlich und wie barrierefrei sind deutsche Spielplätze heutzutage?

Barrierefreiheit bedeutet für mich persönlich eine „gebaute“ Umwelt, die denjenigen, die darauf angewiesen sind, eine selbstbestimmte Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht, und denjenigen, die (momentan) nicht darauf angewiesen sind, mehr Komfort und Erleichterung bietet… Davon sind wir sowohl in der gebauten Umwelt als auch bei Spielplätzen noch weit entfernt, übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland. Denn ein einzelnes Gerät macht den Spielplatz nicht barrierefrei und schon gar nicht inklusiv…

Für Schraml ist Inklusion die Fortführung und quasi der nächste Schritt von Barrierefreiheit. Er setzt sich auch dafür ein, die Öffentlichkeit zu diesen Begriffen und den dafür notwendigen Grundlagen aufzuklären. Foto: Massstab Mensch

Damit sind wir bei Ihrem Herzensthema „Inklusion“ angelangt, das eng mit Ihrer beruflichen Tätigkeit verknüpft ist. Wie wollen Sie die Thematik gesamtgesellschaftlich voranbringen?

Inklusion ist die Fortführung und quasi der nächste Schritt von Barrierefreiheit. Dabei ist es wichtig, erst einmal zu diesen Begriffen und den dafür notwendigen Grundlagen aufzuklären – eine gemeinsame Basis zu schaffen. Wir versuchen das für den Spielplatz umzusetzen, als einem Ort für alle Menschen, der, wenn gut gemacht, Aufenthaltsqualitäten und Angebote für alle bietet. Dazu hat der Arbeitskreis Inklusion im Normenausschuss Spielplatzgeräte extra eine Matrix entwickelt, um Kriterien für einen inklusiven Spielplatz für Neuplanungen greifbar und für Bestandsplätze überprüfbar zu machen – auch um die Spielplatzentwicklung und Freiflächenentwicklungsplanung zielgerichtet betreiben zu können.

Auf welchen Wegen tragen Sie Ihre Themen sonst noch in die Öffentlichkeit?

Wir versuchen dies vorrangig über Seminare für alle mit diesem Thema Befassten zu transportieren. Als ein sehr guter Weg für einen gemeinsamen Austausch über die eigene Fachrichtung hinaus hat sich unsere Fachtagung zur Kindersicherheit auf Spielplätzen herauskristallisiert, die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet. 2019 stand sie beispielsweise unter dem Motto „Inklusiver Spielraum – wie geht das?". Darüber hinaus sind wir zusätzlich in der Normung aktiv, um beispielsweise das Thema Inklusion auch in den einschlägigen Regelwerken entsprechend zu verankern.

Und zum Abschluss ist ihre Meinung zu einem immer populärer werdenden, aber auch streitbaren Spielplatz-Konzept gefragt. Wie beurteilen Sie aus Ihrer sicherheitszentrierten Perspektive den Trend zu naturnahen Spielplätzen?

Was scheinbar als Widerspruch anmutet, schließt sich überhaupt nicht aus, sondern ist vielmehr eine Gestaltung unter ähnlichen Gesichtspunkten mit anderen Materialien und Angeboten. Wie eingangs schon erwähnt, geht es unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit – sowohl bei naturnahen als auch konventionellen Spielplätzen – vor allen Dingen darum, versteckte Gefahren zu vermeiden und den Kindern herausfordernde Spielangebote zur Verfügung zu stellen. Als versteckte Gefahren werden beispielsweise durchgemorschte Standpfosten oder Geräte mit Fangstellen gewertet. Umgang mit herausfordernden Spielangeboten erfordert Risikoeinschätzung und erzeugt Handlungskompetenz für den Alltag. Somit ist Spielen, wie schon Albert Einstein sagte, die höchste Form der Forschung.

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