11. Gartenfest Schloss Wolfsgarten

Variationen kleiner Gärten präsentiert

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Gartenfestivals Preisverleihungen
Unter dem Motto "Der kleine Garten" zeigten knapp zwei Dutzend der 175 Aussteller insgesamt, wie großartig kleine Gärten gestaltet sein können. Foto: Thomas Herrgen

Als Folge der aktuellen Entwicklung, dass urbane Verdichtungsräume wieder zunehmend attraktiver werden und immer mehr Menschen in die Städte ziehen, verringert sich der Platz für Freiräume. Dennoch ist die Sehnsucht nach einem Garten, oder zumindest nach einem Outdoor-Platz wie Terrasse oder Balkon, groß. Auch das Interesse an Gestaltungsansätzen, an Pflanzen und Ausstattung für diese Freiräume ist riesig, wie das Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten vom 15. bis 17.September 2017 in Langen bei Frankfurt am Main offenbarte. Unter dem Motto "Der kleine Garten" zeigten knapp zwei Dutzend der 175 Aussteller insgesamt, wie großartig kleine Gärten gestaltet sein können.

"Klein" war dabei sehr unterschiedlich definiert: vom Mini-Garten im Topf, auf einem Suppenteller oder in einer Holzkiste für den Balkon bis hin zum "richtigen" Garten und Dachterrasse bis circa 25 Quadratmeter Grundfläche reichte das Ideenangebot. Landschaftsarchitekten und Gartenplaner wissen aus Erfahrung, dass die Planungsaufgaben umso schwieriger werden, je kleiner das Projekt ist. Es gilt, auf Proportionen zu achten, Funktionsabläufe zu optimieren und die Ausrichtung zur Sonne sowie schattige Bereiche in eine harmonische Ausgewogenheit zu bringen. Hinzu kommt der Bedarf an kleinen Pflanzen, Kunst und weiteren grünen Ideen für ungewöhnliche Orte. Auch Wünsche nach Outdoor-Küchen, Grillen, Wasser- und Stromanschlüssen sind zu beachten, sodass ein kleiner Garten oft voller Technik steckt.

Im Park von Schloss Wolfsgarten war neu, dass alle Angebote rund um das Sonderthema in einem Parcours mit dem Titel "Der kleine Garten" zusammengefasst wurden. So konnten sich die Besucher anhand von blauen Hinweisschildern auf eine Reise durch viele kleine Oasen begeben. Zu ihnen gehörte auch der Garten des Prinzessinnenhauses, der im Vorfeld bei einer Pflanzaktion von den Kindern des Haus Kunterbunt gestaltet worden war.

Lehrbaustelle und Vorträge

Das Gartenfest soll zwar hauptsächlich ein Augenschmaus sein, doch auch die Wissensvermittlung kommt nicht zu kurz. Auch in diesem Jahr realisierten mehrere Garten- und Landschaftsbaufirmen mit ihrem Nachwuchs eine Anlage während der drei Veranstaltungstage, dieses Mal den "Kleinen Garten der Sinne". Hier wurde gepflastert und gepflanzt, gehämmert und gesägt, Holzbelag verlegt und eine Wasseranlage gebaut. Besucher konnten sich über die Arbeit im GaLaBau informieren. Die Aktion ist jedes Jahr auch eine Werbeveranstaltung für den Berufsstand und dient der Rekrutierung von Lehrlingen. Gut besucht war zudem der Vortrag von Marion Nickig. Die bekannte Gartenfotografin zeigte, wie man kleine Paradiese schafft. Den Besuchern präsentierte sie die schönsten Bilder aus dem Buch "Große Ideen für kleine Gärten", das sie zusammen mit der Autorin Victoria Wegner publiziert hat. Darüber hinaus konnten die Gartenfest-Besucher während der drei Veranstaltungstage aus mehr als zwanzig weiteren Vorträgen zu Fachthemen auswählen.

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Gartenfestivals Preisverleihungen
Den ersten Preis in der Kategorie Schaugartenpreis erhielt der Traumgarten, Michelstadt für eine herausragende Raumbildung mit der Pflanze im kompakten Raum. Foto: Thomas Herrgen

Viele Aussteller des Fürstlichen Gartenfestes werden in jedem Jahr von Fachjuroren begutachtet und in fünf Kategorien prämiert. Die Schaugärten erhielten in zwei Rubriken insgesamt sechs Preise, womit die Bedeutung und Qualität der kleinen Gärten ihren Ausdruck fand. Den ersten Platz in der Kategorie Schaugartenpreis belegte der Traumgarten, Michelstadt für eine herausragende Raumbildung mit der Pflanze im kompakten Raum sowie hochwertiger handwerklicher Verarbeitung der Materialien. Silber gewann Roßkopf Garten + Landschaftsbau aus Frankfurt am Main, die eine sehr ansprechende Komposition von Farben und Texturen präsentierten sowie durch die Anordnung der Pflanzen den Schaugarten stimmig in die Parkanlage integrierten. Den dritten Platz belegten Ehlers Garten- und Landschaftsbau sowie Petra Breit und Madeleine Orth aus Dreieich und Frankfurt am Main. Sie erhielten den Preis für ihr Gartenangebot für junge Familien auf kleiner Fläche, das sich durch kreative Materialverwendung von Recyclingstoffen auszeichnete sowie durch eine Anspielung auf Urban Gardening. Der Schaugarten-Sonderpreis ging an Japanträume Seidl aus Wöllstadt für eine urbane Dachterrasse in sehr luftiger Höhe als Rückzugsort in abendlicher Stimmung. Die vollständige Liste aller Preisträger ist unter www.gartenfest.de/ausgezeichnete-aussteller-wo/ zu finden.

Bilanz und Ausblick

Trotz kühler Temperaturen und Regen zu Beginn kamen an drei Tagen knapp 20.000 Besucherinnen und Besucher zum Fest der kleinen Gärten. Das Sonderthema für kommendes Jahr lautet "Italien zu Gast". Die Besucher dürfen sich dann auf eine mediterrane Pflanzenpracht, italienische Köstlichkeiten und La Dolce Vita freuen. Schon zuvor, im Mai 2018 über Pfingsten, findet das Fürstliche Gartenfest auf Schloss Fasanerie statt. Dort dreht sich alles um das Sonderthema "Lust auf Lilien". Thomas Herrgen

Dipl.-Ing.(FH) Thomas Herrgen
Autor

Landschaftsarchitekt

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