Heiner Bruns in Münster Ende Mai ausgezeichnet

Goldener Ginkgo 2020 - Preisverleihung nachgeholt

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Abb. 1: Traditionell wird ein Ginkgobaum anlässlich der Preisverleihung gepflanzt, der ebenso traditionell von der Baumschule Bruns-Pflanzen gespendet wird. Maria Bruns, Bruns-Pflanzen-Export GmbH & Co. KG und alljährliche Spenderin des Ginkgobaumes, Götz Stehr, Präsident der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) und Jury-Vorsitzender des Preises, Prof. Dr. Klaus Neumann, Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (DGG), Doris Törkel, Laudatorin und Leiterin des Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster und Heiner Bruns, Leiter des Amts für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster, Preisträger des Goldenen Ginkgo 2020. Foto: Stadt Münster, MünsterView

Die Verleihung des Goldenen Ginkgos an Heiner Bruns, Leiter des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster wird von zwei bemerkenswerten Ereignissen begleitet: So kann die Verleihung der Auszeichnung für das Jahr 2020 Corona-bedingt erst in diesem Jahr stattfinden. Zum anderen jedoch, und weitaus erfreulicher ist: Diese besondere Auszeichnung durch die Deutsche Gartenbaugesellschaft geht nun ein zweites Mal nach Münster.

Der damalige Leiter des Amtes für Grünflächen und Naturschutz der Stadt Münster, Herr Hartmut Tauchnitz erhielt 2001 als erster Preisträger diese Auszeichnung. Die seinerzeitige Verleihung fand am 25. April statt. Wenn ich richtig gerechnet habe, treffen wir uns heute nach genau 7332 Tagen wieder in dieser wunderschönen Stadt, um Herrn Heiner Bruns für sein Engagement und seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Entwicklung und Gestaltung des öffentlichen Raumes und des öffentlichen Grüns auszuzeichnen.

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Abb. 2: Der Festakt fand im Erbdrostenhof statt. Foto: Stadt Münster, MünsterView
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Abb. 3: Wolfram Goldbeck, verdienter Kollege von Heiner Bruns, bei der Organisation der Pflanzung des Goldenen Ginkgos auf dem Sevatiplatz in Münster … den Blumenstrauß hat er später wieder abgegeben. Foto: Stadt Münster, MünsterView

Die Auszeichnung mit dem Goldenen Ginkgo würdigt nicht nur Personen, sondern auch die Städte, in der die Ausgezeichneten wirken. Deshalb kann Münster besonders stolz darauf sein, dieser Ehrung ein zweites Mal zuteil zu werden. Die Leistungen, die diese Stadt auf dem Gebiet der Entwicklung des öffentlichen Raumes und der Freiflächen in den letzten Jahren erbracht hat, wurden mit einer Vielzahl von Preisen und Titeln belohnt, die beeindruckend sind und von mir hier nur auszugsweise benannt werden. 2004 wurde der Stadt Münster von den Vereinten Nationen der Titel "Lebenswerteste Stadt der Welt" verliehen. - Mehr kann man eigentlich nicht erreichen!

2006 wurde ihr von der Deutschen Umwelthilfe zum zweiten Mal das Prädikat "Bundeshauptstadt für Klimaschutz" verliehen. 2007 folgte die Goldmedaille beim europaweiten Wettbewerb "Entente Florale". 2009 wurde der Titel "Europas schönster Park" an Münsters Aaseepark verliehen und seit 2012 darf sich Münster mit dem Superlativ "die Stadt mit dem höchsten Wohlfühlwert" schmücken.

Doch damit nicht genug, die Auszeichnungen und die damit verbundenen Erfolge werden fortgesetzt: Seit 2014 wissen alle Münsteranerinnen und Münsteraner dass ihr städtischer Waldfriedhof Lauheide der schönste Friedhof Deutschlands ist. 2016 dann wurde die Stadt vom Bundesumweltministerium für ihre ambitionierten Klimaschutzziele zur "Masterplan-Kommune" ausgezeichnet. Die Bestätigung des Prädikats "Fahrradhauptstadt" hat sicherlich dazu beigetragen.

Dieser Weg des Erfolges - oder man könnte auch sagen dieser "Walk of Fame" - der Stadt Münster wird sicherlich in der Zukunft noch weiter beschritten und ausgebaut werden. Die Voraussetzung, um solche Prädikate und Auszeichnungen zu erhalten, sind engagierte Persönlichkeiten in der kommunalen Verwaltung, die für diese Ziele kontinuierlich eintreten, Projekte entwickeln und erfolgreich vorantreiben und sie überzeugend gegenüber der Bürgerschaft vertreten.

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Abb. 4: Überreichung des Goldenen Ginkgos an den Preisträger Heiner Bruns. Links der Präsident der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK), Götz Stehr und der Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. (DGG), Prof. Dr. Klaus Neumann (rechts) überreichen dem Preisträger Heiner Bruns die Goldene Ginkgo-Anstecknadel, die alljährlich vom Patzer Verlag gespendet wird, und die Urkunde im Erbdrostenhof. Die Preisverleihung wurde am 27. Mai 2021 in Münster nachgeholt, nachdem sie 2020 coronabedingt abgesagt werden musste. Foto: Stadt Münster, MünsterView

Einer dieser Menschen ist Heiner Bruns, zu dessen Ehren wir uns heute versammelt haben. Ein kleiner Rückblick auf seine beruflichen Stationen lässt die entscheidenden Weichenstellungen in seinem Leben erkennen, die zu seinem Erfolg geführt haben. Wie er erzählt, wurde das Interesse an den Wirkzusammenhängen in der Natur, aber auch im bebauten Stadtumfeld, bereits im Leistungskurs Geographie geweckt.

1980 begann er an der Technischen Universität Dortmund, der größten Planungsfakultät Europas, sein Studium der Raumplanung. Die Vielzahl und die thematische Bandbreite der dort vorhandenen Professuren ermöglichte Heiner Bruns eine im besten Sinne querschnittsorientierte, wissenschaftliche Ausbildung. Professor Dr. Klaus Selle, der ihn während seines Studiums wesentlich in seinem planerischen Denken beeinflusst hat, gab Heiner Bruns damals den Rat: "Nie engstirnig sondern immer querschnittsorientiert denken!" Diese Maxime hat sich Heiner Bruns zu Herzen genommen und in vielen seiner späteren Projekte unter Beweis gestellt. Bereits während seines Studiums eignete er sich erste Berufserfahrungen bei einer beratenden Ingenieursgesellschaft für kommunale Technologieberatung in Oberhausen an. Sein Engagement und sein breit aufgestelltes Fachwissen führten schnell zu einem festen Anstellungsverhältnis bis hin zur Position des Geschäftsführers.

Bis auf diesen "kleinen Ausflug" in die Wiege des Ruhrgebiets ist Heiner Bruns dem Münsterland treu geblieben. Hier liegen seine Wurzeln - hier ist er zuhause und hier wurde er am 31.07.1958 im Haus seiner Eltern im zweitgrößten Stadtteil von Dorsten in Holsterhausen geboren. In seiner Heimatstadt leitete er das im Jahr 1990 neu eingerichtete Umweltamt acht Jahre lang. Er selbst bezeichnet diese Zeit als wichtige und wertvolle "Pionierarbeit", in der er durch die direkte Zuordnung zum damaligen Stadtdirektor und späteren Bürgermeister Dr. Karl-Christian Zahn, die notwendige Rückendeckung innerhalb der Verwaltung erhielt. In dieser Zeit lernte er das für seinen späteren beruflichen Werdegang so wichtige Grundlagenwissen des Verwaltungshandelns und machte die ersten Erfahrungen in Sachen "Krisenmanagement".

-Aber dazu später mehr- 1999 folgte Heiner Bruns dem Ruf nach Münster, um die Leitung des Umweltamtes zu übernehmen. Der 2. Januar 1999 war ein trüber Wintertag. Umweltbewusst und dem Klimaschutz bereits zu diesem frühen Zeitpunkt verschrieben, nutzte Heiner Bruns an diesem Tag den öffentlichen Personennahverkehr und nahm den Bus.

Die nach einem Neujahrstag übliche und nachvollziehbare Aufregung ließ ihn sehr pünktlich zum verabredeten Termin beim damaligen Personaldezernenten eintreffen. Doch leider war dessen Tür verschlossen. Seine nächste Anlaufstelle, die Tür des Personalamtsleiters, führte auch nicht zum Erfolg. Die positive Hartnäckigkeit eines Heiner Bruns ließ ihn nicht aufgeben und so suchte er den damaligen Umweltdezernenten Herrn Heiner Pott auf, doch der war leider an diesem Tag erkrankt. Schließlich wurde Heiner Bruns mit den Worten "Wer sind Sie denn?" von der damaligen Sekretärin des Umweltdezernenten in Münster begrüßt. So führte sich Heiner Bruns, selbstständig denkend und handelnd und nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen, schließlich an diesem Tage um 10.00 Uhr selber in sein neues Amt ein. Und das mit Erfolg!

Heute steht er in der Verantwortung für ein breit aufgestelltes, mit vielen Fachdisziplinen ausgestattetes Amt, das neben der Zuständigkeit für alle Grünflächen in der Stadt auch die Themenvielfalt des gesamten Umweltbereiches, der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes abdeckt.

Unter all diesen Themen nimmt sicherlich die Grünordnungsplanung in Münster eine besondere Stellung ein. Ihre Anfänge reichen zurück bis in die 1960er Jahren. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt wurde das System aus drei Grünringen und sieben Hauptgrünzügen, die von der freien Landschaft radial auf die Innenstadt zulaufen, entwickelt. Dieses stabile, und vom Rat der Stadt Münster beschlossene Grundgerüst, hat bis heute seine Gültigkeit und wurde mit seinen wesentlichen Inhalten in den gültigen Flächennutzungsplan eingebettet.

Rund 2000 Hektar öffentliche Grünflächen und Waldbereiche werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit heute verantwortungsvoll gepflegt und entwickelt. Sie tragen so wesentlich zur Lebensqualität der in Münster lebenden Menschen bei und sind fundamentale Elemente für die Klimaresilienz dieser Stadt.

Die Klimaanpassung unserer Städte ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Durch die Fusion des ehemaligen Amtes für Grünflächen und Naturschutz mit dem Umweltamt zum heutigen Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit sind zur Erfüllung dieser Zielsetzungen wichtige organisatorische Strukturen geschaffen worden. Die Begleitung dieses langjährigen Prozesses und die Neuaufstellung des Amtes trägt die Handschrift von Heiner Bruns.

Die vom Amt erarbeiteten Ergebnisse lesen sich wie eine zeitgemäße "Leistungsschau" im Umwelt und Grünsektor. Zu ihnen zählen der jährlich erscheinende Umweltbericht, die Definition von stadtweiten Umweltqualitätszielen, ein gesamtstädtisches Klimaschutzkonzept, ein Luftqualitätsplan, zahlreiche Wettbewerbserfolge wie die "Entente Florale" oder, etwas nüchterner klingend, aber nicht minderbedeutend, die Integration aller Fachdatenbanken in ein führendes digitales Umweltinformationskataster.

Bei all diesen erreichten Erfolgen ist es Heiner Bruns immer wichtig darauf hinzuweisen, dass dies alles Ergebnisse einer erfolgreichen Teamarbeit sind. Die Menschen im Münsterland gelten als ruhig, gemeinschaftlich denkend, tatkräftig und bodenständig und was in unserer schnelllebigen, von den sogenannten "sozialen Medien" geprägten Zeit noch viel wichtiger ist: Sie denken nach bevor sie reden.

Diese Eigenschaften zeichnen auch den Menschen Heiner Bruns aus. Die Ruhe und Besonnenheit, aber auch die Leidenschaft, die notwendig sind, um aus einer Krise wieder Positives entstehen zu lassen, stellte Heiner Bruns erstmalig nach den verheerenden Zerstörungen der Promenade durch den Wintersturm Kyrill im Jahr 2007 unter Beweis. Gemeinsam mit seinen Kollegen entstand ein Konzept des Wiederaufbaus, in das die engagierte Stadtgesellschaft unter dem Motto "Unser Weihnachtsbaum steht auf der Promenade" eingebunden wurde. Mit dieser wohlüberlegten Kampagne gelang es, 270 Linden zu ersetzen und gleichzeitig bei vielen Bürgerinnen und Bürgern neue Wertschätzung und Identifikation mit dem grünen Erbe ihrer Stadt zu erzeugen.

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Abb. 5: Seit 2012 darf sich Münster mit dem Superlativ "die Stadt mit dem höchsten Wohlfühlwert" schmücken. Foto: Rüdiger Wölk, Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5

Nur sieben Jahre später folgte der Gewittersturm Quintia, der erneut verheerende Zerstörung und die Überflutung weiter Teile der Stadt Münster nach sich zog. In solchen Krisensituationen kann sich Heiner Bruns auf sein Team verlassen. Das erfüllt ihn mit Stolz und das ist der Nährboden, sich immer wieder neuen Themen und Herausforderungen zu stellen.

Sein Fachwissen kombiniert mit seiner ruhigen Ausstrahlung macht ihn zum geschätzten Fachkollegen, der stets für die grünen Belange eintritt und diese in vielen Fachgremien vertritt. Von 2014 bis August 2020 war Heiner Bruns Sprecher der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz. Durch die Einrichtung eines digitalen Forums werden seit dem der Wissensaustausch und die Diskussion aktueller Themen wesentlich verbessert.

2018 übernahm Heiner Bruns den Vorsitz der Fachkommission "Friedhof und Stadtgrün" beim Deutschen Städtetag, wo er die vielfältigen Themen unserer Profession vertritt. Neben all diesen beruflichen Erfolgen und Herausforderungen möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, was mir Heiner einmal zum Abschluss eines längeren Gesprächs verraten hat: Das wichtigste in seinem Leben sind für ihn seine Frau Annette und seine drei Kinder Meike, Henning und Fabian - und wenn man ihn ein wenig kennt, dann weiß man, dass das stimmt! Lieber Heiner Bruns - herzlichen Glückwunsch zum Goldenen Ginkgo!

Der Text beruht auf der Laudatio der Autorin für Heiner Bruns zur Preisverleihung des Goldenen Ginkgo am 27.5.2021 in Münster.

Dipl. Ing. Doris Törkel
Autorin

Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

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