Studienergebnisse zu Berliner Grünflächen

Nutzung von Parks arabischer Einwander*innen

von:
Migration Forschung und Bildung
Abb. 1: Die Aufschrift an einer Wand entlang der Spree heißt Flüchtlinge Willkommen. Foto: Mohammed Al-Khanbashi

Berlin ist bekannt als multikulturelle Stadt, in der es laut Statistischem Amt Berlin-Brandenburg (SBB 2020) viele Einwanderergemeinden gibt. Die zweitgrößte Einwandererpopulation sind mit 154.000 Mitgliedern die arabischen Gemeinden, nach der Gruppe mit türkischem Migrationshintergrund. Vor allem in den Bezirken Mitte (vor allem Wedding, Moabit und Gesundbrunnen) sowie Neukölln sind die Araber*innen konzentriert und deutlich sichtbar, weniger konzentriert sind sie zum Beispiel in Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau (Al-Khanbashi 2020; SBB 2020).

Öffentliche Räume, einschließlich Parks, spielen eine wichtige Rolle bei der Verfestigung von Identitäten von Individuen, Gruppen und Orten (Neal 2010; Wari 2017; Zukin 1995) und tragen daher zur Formulierung von Identitäten von Immigrant*innen und ihrer Verortung in den Aufnahmeländern als arabische Immigrant*innen in Berlin bei. Das Verhalten und die Nutzung öffentlicher Räume wird tendenziell von kulturellen Hintergründen durch eine Reihe von kulturellen Normen und Werten beeinflusst (Baskaya 2015; Högelhammer et al. 2015; Rishbeth 2004).

Die Menschen bewerten die Gestaltung öffentlicher Räume sehr unterschiedlich, einschließlich Grünflächen, und in der Art und Weise, wie sie diese nutzen, die sich oft während der Kindheitserfahrungen im Herkunftsland herausgebildet haben (Högelhammer et al. 2015). Grundsätzlich bringen Einwanderer ihre Herkunft, Kultur, Mentalität, Traditionen sowie die Wahrnehmung des Lebens und der Umgebung mit (Lanfer und Taylor 2004). Folglich neigen sie dazu, für Bewohner~innen des Aufnahmelandes ungewohnte Aktivitäten auszuüben, während einige von ihnen ein ähnliches Nutzungsmuster wie Einheimische verfolgen (Addas und Rishbeth 2017).

Dies verstärkt das Konzept der Hybridisierung, bei dem sich Menschen in einem Prozess ständiger Beeinflussung und Vermischung befinden (Schönwald 2015), bei dem die Wahrnehmung von Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind (Kühne 2018). Darüber hinaus können räumliche Einstellungen und Verhaltensweisen von Zuwanderern durch die Bedeutung religiöser Orientierungen, Sprache, Medien und die Häufigkeit von Besuchen in der Heimat beeinflusst und geformt werden (Yücesoy 2006; Wari 2017). Auch der Stress des harten Alltagslebens kann durch öffentliche Räume aufgefangen und manchmal von Immigrant*innen als Verbindung zu ihrer Heimat genutzt werden, wenn diese Erinnerungen an ihre alte Heimat hervorrufen. (Addas 2015).

Dies trägt dazu bei, Ortsbindungen aufzubauen, entweder in Bezug auf Erinnerungen in der Vergangenheit während der Zeit der Kindheit und Jugend, während früherer Migrationserfahrungen oder in jüngerer Zeit in der Gastgeberstadt.

Öffentliche Räume können je nach ihrem Öffnungsgrad (Woolley 2003) in öffentliche, halböffentliche und halbprivate Räume eingeteilt werden (Marcus und Francis 1998; Newman 1996; Wari 2017), wobei offen zugängliche Räume, wie Parks, für alle Mitglieder einer Gesellschaft offenstehen (Orum und Neal 2010). In einer Untersuchung wurden die Präferenzen und die Nutzung arabischer Einwanderer für verschiedene Typologien öffentlicher Räume in Berlin durch biographische Interviews sowie Teilnehmer- und Standortbeobachtungen intensiv untersucht und beschrieben (Al-Khanbashi 2020, s. auch Abb. 2 und Abb. 3), sodass in diesem Beitrag die wichtigsten Ergebnisse ihrer Präferenzen und Aktivitäten in Parks vorgestellt werden. Nach einer kurzen Einführung in die wichtigsten Faktoren, die ihre Präferenzen und Verhaltensweisen beeinflussen, beschreibt der Artikel die von den Befragten bevorzugten Parks in Berlin, darunter Parks mit Wasserflächen, zum Treffen und Grillen mit Spielplätzen und Sportplätzen. Abschließend wird eine Schlussfolgerung präsentiert.

Faktoren, die die Präferenzen und die Nutzung von öffentlichen Räumen und Parks beeinflussen

Es gibt viele Faktoren, die die Präferenzen arabischer Einwanderer und die Nutzung von Parks beeinflussen, darunter sind

  • ihre früheren Erfahrungen in ihrem Herkunftsland,
  • ihr sozialer und kultureller Hintergrund,
  • frühere und aktuelle Migrationserfahrungen,
  • der Grad ihrer Integration,
  • ihre Vernetzung einschließlich Familie, Verwandte, Freunde, Gruppen mit gemeinsamen Interessen,
  • arabische Gemeinschaften und Untergemeinschaften für ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Region sowie;
  • die Bindung an einen Ort in Bezug auf Heimatgefühl und Zugehörigkeitsgefühl und
  • schließlich die Hybridisierung durch Vermischung vergangener und gegenwärtiger Identitäten und Lebensstile.
  • Darüber hinaus können andere Faktoren ihre Präferenzen und ihren Gebrauch beeinflussen, wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Interessen und Aufenthaltszweck.

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Bevorzugte Parks und Aktivitäten

Einwanderer neigen dazu, sich in städtischen Grünflächen aufzuhalten, die ihnen ein Gefühl von Natur vermitteln. Sie treffen sich mit anderen, um Stress abzubauen und um mit anderen ihre Erinnerungen an ihre Heimatländer auch über die Natur und Grünflächen auszutauschen, insbesondere einige Einwanderer aus Syrien und dem Libanon. Wie von Rishbeth und Finney (2006) angedeutet, sind Pflanzen in den Aufnahmeländern sehr fördernd für die Bindung an das Gastland und können für Einwanderer zu einer emotionalen Bindung werden, die auf ihren Erinnerungen an Pflanzen in ihrem Heimatland beruht. Darüber hinaus sind Parks wichtig für das Leben arabischer Einwanderer, insbesondere für diejenigen, die in der Gastgeberstadt keinen Balkon oder Hausgarten haben, während sie in ihren Heimatländern früher einen Hausgarten oder einen Versammlungsraum in ihren Häusern hatten.

Was den kulturellen und religiösen Hintergrund betrifft, so haben arabische und türkische Einwanderer viele Gemeinsamkeiten und kollektive sozialräumliche Verhaltensweisen in Parks, die sie als neue Raumkultur in Berlin (Wari 2017) übertragen und hinzugefügt haben. Die Aktivitäten der Araber*innen in Parks und Gärten variieren von aktiv, passiv bis sozialbezogen. Meistens stehen diese Aktivitäten im Zusammenhang mit sozialem Austausch und Lebensmittelkonsum, wobei ein privater Raum in der Öffentlichkeit eingerichtet wird. Sie neigen dazu, sich zum Plaudern, Picknicken und Grillen (manchmal teilen sie das Essen mit anderen) in großen Gruppen zu versammeln, wobei sie ihre Stühle und Tische oder Teppiche mitbringen und auf die Rasenflächen stellen, insbesondere im Schatten von Bäumen, sich quasi in der Natur einrichten. Darüber hinaus neigen einige von ihnen dazu, zur Entspannung Parks zu besuchen, ihre Freizeit und die Natur zu genießen, ihre Kinder auf den Grünflächen oder auf Spielplätzen spielen zu lassen, Shisha zu rauchen und Karten oder Brettspiele zu spielen. Auf der anderen Seite spiegeln andere Aktivitäten die individuellen Interessen wider, wie zum Beispiel Fußball, Tischtennis oder Badminton spielen, Tanzen oder sogar Musik spielen.

Parks und Gärten sind die von Araber*innen am häufigsten besuchten öffentlichen Räume in Berlin (s. Abb. 4).

Bevorzugt werden Parks,

  • die Grün- und Wasserflächen kombinieren, wie der Treptower Park, der Große Tiergarten entlang der Spree, Parks am Tegeler See, Wannsee oder Parks,
  • in denen gegrillt werden darf und
  • die eine Vielzahl von Aktivitäten bieten, wie das Tempelhofer Feld und der Görlitzer Park, die
  • Raum für Gruppen mit Familie oder Freunden bieten,
  • die über Spielplätze verfügen und eine hohe Aufenthaltsqualität speziell für Familien mit Kindern verfügen
  • Parks mit Sportplätzen für junge Männer.

Darüber hinaus gibt es einige andere Parks mit einer sichtbaren Konzentration von Araber*innen wie den Kleinen Tiergarten in Moabit, Humboldthain in Gesundbrunnen und Parks in anderen kleinen Nachbarschaften, die meist in der Nähe der Orte liegen, an denen sie leben, arbeiten, studieren, einkaufen oder vorbeigehen oder warten. Daher spielt in diesem Sinne die räumliche Nähe eine wesentliche Rolle beim Besuch von Parks, vor allem an Wochentagen oder in einigen Fällen sogar an den Wochenenden, während weit entfernte Parks als Gelegenheit für das Wochenende dienen können. Das Auftreten von Araber*innen in Parks zeigt sich jedoch mit einer höheren Zahl von Besuchern an Wochenenden und Feiertagen, während die Nutzung an Wochentagen begrenzt ist.

Parks mit Gewässern

Arabische Einwanderer neigen dazu, Landschaften und öffentliche Plätze zu bevorzugen, an denen es Grün- und Wasserflächen gibt, was sich in ihrer Vorliebe für den Besuch von Parks in Berlin entlang der Spree (meist Treptower Park), an umliegenden Seen (insbesondere Tegeler See, Wannsee, Havel mit ihren Seen) deutlicher zeigt als in anderen Parks fernab vom Wasser. Dies lässt sich dadurch erklären, wie Hansmann et al. 2007 und Tyrvainen et al. 2007 darauf hinwiesen, dass die Menschen dazu neigen, mit der Natur verbunden zu sein und sich an Orten aufzuhalten, die natürliche Elemente und Formen haben, wie Pflanzen, Wasser, Sonne, Himmel, und dass sie natürliche Elemente gerne sinnlich erfahren durch Berühren, Riechen und Fühlen Wasser ist für Einwanderer, die in Küstenstädten oder an Flussufern aufgewachsen sind oder früher dort gelebt haben, von wesentlicher Bedeutung, was die Vorliebe für Parks an Flussufern, Seen, Wasserkanälen und Schwimmbädern in den Gastgeberstädten erklärt.

Eine Vielfalt von Aktivitäten entlang von Wasserplätzen kann Menschen mehr anziehen als beispielsweise öffentliche Innenräume. Die bevorzugten Aktivitäten arabischer Nutzer*innen an Seen und an Flussufern sind Versammlungen und Gespräche, Entspannung, Sitzen und auf das Wasser Blicken zusätzlich zu Aktivitäten wie Boot fahren, Schwimmen, Angeln, Wandern, Sport treiben und anderes.

Treptower Park

Der Treptower Park ist der von Araber*innen am häufigsten besuchte Park in Berlin mit einer Vielfalt von Menschen in Bezug auf Geschlecht, Alter, Einkommensniveau, Nationalität und kulturellen Hintergrund. Der Park ist ein bevorzugter Ort vor allem für Familien und Gruppen, aber auch für Einzelpersonen, an Wochentagen und insbesondere an Wochenenden und Feiertagen. Eine der Hauptmotivationen, diesen Park zu besuchen, ist seine Lage entlang des Flusses, wo es eine Kombination aus Grün und Wasser gibt, sowie seine zentrale Lage zwischen Ost- und West-Berlin und näher an den Gebieten, in denen die meisten Araber*innen wohnhaft sind.

Es ist offensichtlich, dass die von den arabischen Nutzer*innen am meisten bevorzugten Aktivitäten insbesondere entlang des Flussufers stattfinden (siehe Abb. 6) und variieren von Spaziergängen, sich Versammeln und Sitzen mit Blick auf das Flussufer (siehe Abb. 5), Shisha rauchen, meist als Gruppe, Familien zwischen fünf und zehn Personen oder Männer- beziehungsweise Frauengruppen. Hinzukommen Bootsfahrten auf dem Fluss sowie das Grillen auf entsprechenden Grünflächen. Im Allgemeinen neigen Araber*innen dazu, ihr gekochtes Essen, Tee oder Kaffee mitzubringen, anstatt an Kiosken oder Restaurants im Park einzukaufen, meist aus Kostengründen und manchmal aus Sorge um die Zubereitung und Auswahl von Lebensmitteln, etwa Halal-Lebensmittel und um den gewohnten Geschmack zu erhalten. Auf der anderen Seite ist es ein Ort, an dem viele Einwanderer emotionale Bindungen an ihre Heimat knüpfen, weil es dort Flüsse oder Meere gibt.

Parks für Versammlungen und Grillabende

Arabische Einwander*innen ziehen es vor, öffentliche Parks in großen Gruppen zu besuchen, wodurch die Bedeutung der sozialen Aspekte verstärkt wird, wo viele Aktivitäten und sozialer Austausch und dem Verzehr von Lebensmitteln wie Picknick und Grillen verbunden sind (s. Abb. 7). Ähnlich verhält es sich mit türkischen Nutzer*innen in Deutschland und Europa (Högelhammer et al. 2015), zusätzlich zu Hispanics und afro-amerikanische Nutzer*innen in den USA, während europäisch-stämmige Nutzer*innen in den USA eher die ästhetischen Qualitäten als die sozialen Kontaktmöglichkeiten schätzen (Rishbeth 2004). Arabische Einwanderer, insbesondere Familien, tendieren dazu, Lebensmittel in Parks mitzubringen und mit anderen zu teilen, insbesondere mit Menschen aus derselben Herkunftsregion, als eine Art Wiedererlangung der verlorenen sozialen Bindungen in den Gastländern (Addas und Rishbeth 2017).

Für Araber*innen ist das Tempelhofer Feld neben dem Görlitzer Park in Kreuzberg (s. Abb. 8 und Abb. 9) der bevorzugte Park zum Grillen am Wochenende, vor allem im Sommer. Das Tempelhof Feld ist ein weitläufiges offenes Gelände mit einigen wenigen schattigen Bereichen, während der Görlitzer Park ein linearer Park mit intensivem Baumbestand ist. Vor allem in der Mitte des Parks, in der Nähe eines Spielplatzes, grillen die Araber*innen gerne im Schatten, während ihre Kinder in der Nähe zusammen spielen können. Sie ziehen es vor, in großen Gruppen unterwegs zu sein, entweder mit der Familie oder mit Freunden.

Für die geplanten Familienausflüge zum Grillen, bei denen die Männer für das Grillen verantwortlich sind, während die Frauen den Platz, Salate und andere Beilagen vorbereiten, ist die Existenz von Männern in der Regel unerlässlich. Meistens neigen arabische Familien dazu, in Gruppen dicht beieinander zu sitzen, vor allem unter oder in der Nähe von schattigen Plätzen, und manchmal auch in der Nähe anderer türkischer Familien, damit sie sich sicherer fühlen, die Grillatmosphäre mit anderen arabischen Familien spüren und manchmal miteinander plaudern oder gemeinsam essen zu können. Neben dem Grillen als Hauptaktivität für Araber*innen in diesen Parks gibt es auch andere Aktivitäten, zum Beispiel auf dem Tempelhof Feld, wie Shisha rauchen, manchmal mit ihren Kindern Fußball spielen oder die Kinder spielen mit Rollern und laufen frei herum. Im Allgemeinen neigen Araber*innen nicht dazu, in einer sonnigen Gegend ohne Schatten zu sitzen.

Parks mit Spielplätzen

Arabische Familien mit Kindern bevorzugen Parks mit Spielplätzen und offenen Rasenflächen - sowohl bezogen auf einzelne Stadtviertel als auch in Bezug auf ganz Berlin.

Bei Parks mit Spielplätzen tendieren arabische Familien dazu, andere Familien, vor allem arabische, kennen zu lernen, während ihre Kinder miteinander spielen. In diesem Sinne nutzen viele arabische Familien diese öffentlichen Räume, insbesondere die Spielplätze, um durch die Interaktionen ihrer Kinder soziale Bindungen aufzubauen, und einige von ihnen beginnen später damit, ihre Besuche auf öffentlichen Plätzen gemeinsam zu planen. Dieses Vorgehen ist auch bei Grillplätzen zu sehen, wo einige Familien dazu neigen, Freundschaften mit anderen Familien, insbesondere mit arabischen, zu schließen.

Sportplätze

Sportplätze sind für junge Araber*innen sehr wichtig, um andere Freunde zu treffen, insbesondere Araber*innen und Menschen aus demselben Herkunftsland. In diesem Sinne ist das Fußballspielen die bevorzugte Aktivität, vor allem an den Wochenenden. Während in der arabischen Welt auf unbeplanten Freiflächen oder auf lokalen Straßen sowohl mit Bekannten als auch Unbekannten spontan gespielt wird, erfolgt das gemeinsame Fußballspielen in Berlin organisierter, indem Spieler erst andere Spielgruppen finden und sich ihnen anschließen können.

Das Poststadion ist aufgrund seiner Größe mit verschiedenen offenen Spielfeldern, seiner zentralen Lage in der Nähe des Hauptbahnhofs und seiner Nähe zu arabischen Wohngebieten, insbesondere Moabit und Wedding in Mitte, der von den arabischen jungen Männern am meisten bevorzugte Sportplatz in Berlin (s. Abb. 10). Es ist ein Ort, an dem Araber*innen verschiedener Länder wöchentlich gemeinsam Fußball spielen. Auch Menschen aus demselben Herkunftsland spielen zusammen, wie Jemeniten, wo sich wöchentlich etwa 30 Jemeniten aus verschiedenen Regionen des Jemen mit einigen anderen Araber*innen treffen und spielen. Es geht also nicht nur darum, Sport zu treiben, sondern auch darüber hinaus, ihr soziales und kulturelles Leben zu fördern und die Freundschaftsbeziehungen zu stärken, um Entfremdung und Heimweh aufzufangen.

Weniger als Fußball spielen einige Einwanderer eher Volleyball und seltener Basketball. Auch Fitnessclubs und Fitnessstudios sind bevorzugte Orte für junge Araber*innen für sportliche Aktivitäten.

Schlussfolgerung

Es ist wichtig zu erwähnen, dass es nicht eine einzige homogene Gruppe von Araber*innen gibt, sondern mehrere komplexe, sich überschneidende Gemeinschaften und Gruppen. Die Konstruktion und Nutzung von Landschaft, einschließlich Parks, ist das Ergebnis eines sehr komplexen, kulturell differenzierten Interpretationsprozesses gegenwärtiger und vergangener Wahrnehmungen und Erfahrungen, bei dem Symbole und Zeichen von Mensch zu Mensch und von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich entwickelt werden und dann die Parks unterschiedlich konstruiert und genutzt werden. Die Hauptfaktoren, die sich auf die individuellen Präferenzen auswirken, hängen mit dem sozialen und kulturellen Hintergrund, den Erfahrungen im Herkunftsland, insbesondere in der Kindheit und Jugend, den früheren und aktuellen Migrationserfahrungen einschließlich des Grades der Integration, der Vernetzung und des Gemeinschaftsgefühls, der Ortsbindung und der Erinnerungen sowie der Hybridisierung zwischen vergangenen und gegenwärtigen Wahrnehmungen und Erfahrungen zusammen, die sich in einem ständigen veränderlichen Prozess befinden.

Die wichtigste Gemeinsamkeit der Araber*innen ist die Bevorzugung von Aktivitäten im Zusammenhang mit sozialem Austausch und Lebensmittelkonsum, meist in großen Gruppen. Zu den von Araber*innen am meisten bevorzugten Parks gehören in Berlin diejenigen, die an Flüssen und Seen gelegen sind und die Picknick- und Grillplätze sowie Spielplätze aufweisen. Junge arabische Männer bezorzugen Parks mit Sportplätzen.

Literatur

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 Mohammed Al-Khanbashi
Autor

Freelancer landscape architect, Research associate (Uni Tübingen)

Universität Tübingen

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