Deutsche Gartenbau Gesellschaft 1822 e. V. vergibt Auszeichnung zum 11. Mal

Joachim Bauer mit Goldenem Ginkgo geehrt

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DGG-Präsident Karl Zwermann, links und Amtsleiter Landschaftspflege und Grünflächen Köln, Manfred Kaune, rechts, gratulieren dem Preisträger, Dr. Joachim Bauer, Mitte. Foto: Angelika Schmitten

Die Bürger unserer Städte sind stolz auf ihre Grünflächen, Parkanlagen und Bäume. Das zeigen immer wieder alle Umfragen, wie sie zum Beispiel auch von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement, KGSt, im Auftrag der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz, GALK, in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Kaum ein anderes Thema - wenn man einmal von Bildung und sozialer Grundsicherung absieht - hat eine so breite Resonanz in der öffentlichen Diskussion und auch in den Fachgremien der Stadträte. Es sind die Grünflächenämter, die für eine "grüne" Lebensqualität und ein grünes Wohnumfeld sorgen. Konkret: es sind immer die in den Ämtern arbeitenden engagierten Menschen, die diese Leistung erbringen.

Dr. Joachim Bauer ist einer von ihnen - und er tritt mit seinem Engagement besonders hervor. Nicht nur in Köln, sondern weit darüber hinaus. Wegen seiner hohen fachlichen Qualifikation und seinem großen ehrenamtlichen Engagement mit spürbarer Wirkung in ganz Deutschland - wurde er am 18. November mit dem Goldenen Ginkgo 2011 ausgezeichnet.

Der Preisträger, Dr. Joachim Bauer, ist Abteilungsleiter für Stadtgrün im Amt für Landschaftspflege und Grünflächen Köln. Foto: Hommes, pixelio.de

Joachim Bauers beruflicher Lebensweg zeichnet sich durch Stringenz und Gradlinigkeit aus. Er wurde am 13. Mai 1957 in Köln geboren und nach den üblichen schulischen "Strapazen" bis zum Abitur folgte die Berufsausbildung:

Von 1978 bis 1980 absolvierte er eine Lehre im Garten- und Landschaftsbau bei der Firma K. H. Maiwald in Neuss und begann danach sein Studium im Studiengang Landespflege an der Universität Hannover, das er 1986 abschloss mit seiner Diplomarbeit zum Thema "Ein jüdischer Friedhof in Hannover. Der jüdische Friedhof an der Strangriede. Geschichte und gartendenkmalpflegerisches Leitkonzept". Seine ersten Berufserfahrungen sammelte Joachim Bauer dann - wieder zurück in Köln - von 1987 bis 1989 im Büro Raderschall, Möhrer und Peters als Objektplaner. RMP ist auch heute noch ein sehr erfolgreiches Landschaftsarchitektenbüro unter der Leitung von Stephan Lenzen.

Seine wissenschaftliche Arbeit begann Joachim Bauer dann wieder in Hannover am Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur bei Professor Günter Nagel. Dort blieb er bis 1993, um anschließend in Köln die Stelle als Abteilungsleiter im Amt für Landschaftspflege und Grünflächen zu übernehmen. Seine wissenschaftliche Arbeit schloss Joachim Bauer 1994 mit einer Dissertation zum Thema "Entwicklung städtischer Freiflächensysteme als integraler Bestandteil des Städtebaus, 1850-1930" bei den Professoren Friedrich Spengelin und Günter Nagel ab.

Schon bis hierher zeigt der berufliche Werdegang von Joachim Bauer eine klare Linie:

  • fachlich praktische Ausbildung im Großraum Köln
  • Studium in Hannover
  • Praktische Arbeit im Planungsbüro in Köln
  • Wissenschaftliche Arbeit an der Universität Hannover
  • Abteilungsleitung in Köln
  • Zugleich zeitweiliger Lehrauftrag an der Universität Hannover (1999-2001)

Joachim Bauer ist also immer wieder in seine Geburtsstadt Köln zurückgekehrt, um hier seine erworbene Kompetenz einzusetzen. Seine Kompetenz hat er aber nicht nur im Beruf, sondern auch sehr intensiv ehrenamtlich eingesetzt. So ist er

  • seit vielen Jahren Mitglied im Kuratorium "Baum des Jahres", um den Jahresbaum zu küren, der dann in vielen Städten am "Tag des Baumes" zur Erinnerung an die Bedeutung von Bäumen für die Umwelt gepflanzt wird.
  • seit 2009 ist er Mitglied im Herausgeberbeirat "Jahrbuch der Baumpflege" mit der Aufgabe, wissenschaftliche Beiträge der Autoren redaktionell zu bearbeiten und die Veranstalter bei der fachlichen Ausrichtung der Deutschen Baumpfle-getage zu beraten.
  • seit 2009 als Mitglied in der Fachkommission Friedhofswesen und Stadtgrün beim Deutschen Städtetag
  • seit 2011 ist er Leiter des Arbeitskreises Natur und Landschaft der Region Köln/Bonn, zuvor war er seit 2000 stellvertretender Leiter.
  • seit 2006 Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
  • seit einigen Jahren Mitglied im Beirat der KölnMesse - Messe Freizeit, Sport, Bäder FSB; Beratung in Fragen des Garten- und Landschaftsbaus

Aus seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten wird deutlich, dass die persönlichen fachlichen Schwerpunkte bei den "Bäumen in der Stadt" sowie bei "Regionalen Grünräumen" liegen. Beide Themen sind hochaktuelle Themen in der Freiraumentwicklung der Städte angesichts der Diskussion um Klimawandel und städtische Lebensqualität.

Seine besondere Vorliebe zum Thema "Bäume" hat Joachim Bauer in seiner hervorragenden Arbeit im Arbeitskreis Stadtbäume der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz, GALK, bewiesen, den er nun auch schon seit zehn Jahren sehr erfolgreich leitet. Unter seiner Leitung werden viele Arbeitsmaterialien für die Kolleginnen und Kollegen in den Grünflächenämtern erarbeitet, so wie

  • die GALK-Straßenbaumliste: eine Liste geeigneter Baumarten für den Extremstandort Straßenraum, die zum Teil nach vergleichenden Straßenbaumtests in mehreren Städten beschrieben werden. Diese Liste wurde erst kürzlich neu überarbeitet.
  • Entwicklung einer Muster-Baumschutzsatzung für den Deutschen Städtetag
  • Entwicklung einer Muster-Dienstanweisung für die Baumkontrolle gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Deutscher Kommunalversicherer (BADK); aktuell in 2011
  • GALK-Positionspapier "Streusalzverwendung"
  • GALK-Positionspapier "Feinstaub"
  • GALK-Positionspapier "Verwendung von nichtheimischen Gehölzen in der Stadt"

Abb.: DGG 1822 e.V.

Aus dem Arbeitskreis heraus werden zudem viele Beiträge für die Regelwerke und Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau (FLL) erarbeitet und durch Mitwirkung von Arbeitskreismitgliedern in den Regelwerksausschüssen eingebracht. Gleiches gilt auch für die Mitarbeit in der Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), wo sich Joachim Bauer persönlich stark engagiert.

Insbesondere auch die FLL - der der Autor als Vizepräsident vorsteht - schätzt die fachliche Kompetenz und die Arbeit von Joachim Bauer bei der Erarbeitung von Regelwerken und Richtlinien für die kommunale Praxis.

Doch das ist noch nicht alles. Die ehrenamtliche Tätigkeit von Joachim Bauer ist noch weitaus umfänglicher:

  • seit 2007 ist er Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e. V.
  • seit 2009 auch Geschäftsführer des Freundeskreises Haus des Waldes e. V., Köln

Gerade diese Tätigkeiten als Geschäftsführer fordern nicht nur eine hohe Kompetenz, sondern vor allem auch viel Zeit.

Persönlich besonders am Herzen liegen Joachim Bauer aber auch

  • die Kölner Grün Stiftung, die 2004 von den Gebrüdern Adenauer, den Enkeln des Alt-Oberbürgermeisters von Köln und Alt-Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, gegründet wurde und sich um die Konzeptionierung und Finanzierung wichtiger Kölner Grünprojekte bemüht. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit der Stiftung für die Pflege der historischen Grünanlagen Kölns sowie die Erarbeitung eines umfassenden Entwicklungskonzeptes für den Äußeren Grüngürtel Kölns,
  • die Projekte der Regionale 2010, in denen es in der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden um die Entwicklung der Landschaftsräume geht.

In beiden Projekten engagiert sich Joachim Bauer an der Schnittstelle zwischen seinem Hauptamt und dem Ehrenamt mit viel Energie und Erfolg. Bei einem derart umfangreichen Engagement könnte man meinen, bei Joachim Bauer handelt es sich um einen extrovertierten, den öffentlichen Auftritt liebenden Menschen. Das Gegenteil ist der Fall: Joachim Bauer ist ein eher zurückhaltender und besonnener, aber auch stringenter und konsequenter Fachkollege, der nicht nur seinen GALK-Arbeitskreis Stadtbäume engagiert leitet, sondern auch die Kompetenzen der einzelnen Mitglieder fördert und fordert. Nur so ist der Erfolg und die Motivation in dem Arbeitskreis zu erklären. Denn auch die Mitglieder des Arbeitskreises bestätigen auf Nachfrage gern, dass sich Joachim Bauer nicht selbst in den Vordergrund stellt, sondern es ihm immer um die Beförderung der Sache geht, wobei er bisweilen ungeduldig wird, wenn's nicht zügig voran geht oder er auch scharfzüngig sein kann, wenn die Diskussion aus seiner Sicht nicht konstruktiv genug verläuft.

Und so "ganz nebenbei" sorgt Joachim Bauer durch zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Büchern dafür, dass das aus seiner beruflichen und ehrenamtlichen Arbeit entstehende Wissen verbreitet wird und viele andere davon mit profitieren.

Nun benötigt ein erfolgreiches Wirken für das Grün einer Stadt natürlich auch ein entsprechendes Umfeld: Joachim Bauer ist es wichtig, dass sein Erfolg zugleich auch der Erfolg und die Auszeichnung für alle Kolleginnen und Kollegen im Amt ist. Deshalb möchte der Autor an dieser Stelle allen dafür danken, dass Joachim Bauer viel Unterstützung für seine Arbeit, die weit über Köln hinaus wirkt, erhalten hat. Auch seinen Vorgesetzten danke ich, dass sie es zugelassen und ihn unterstützt haben, sich über die Angelegenheiten der Stadt Köln hinaus zu engagieren. Dies ist nicht immer selbstverständlich!

Die Urkunde Goldener Ginkgo. Abb.: DGG 1822 e.V.

Um diese Motivation für die Zukunft zu erhalten, ist auch die Politik gefordert: Noch immer werden Entwicklung und Pflege des öffentlichen Grüns in der Stadt als freiwillige Aufgabe bezeichnet. Und das, obwohl alle Umfragen belegen, dass der Bürger das Grün, die Parkanlagen und die Natur als das Wichtigste für Lebensqualität und Wohlbefinden bezeichnet. Für die Sicherung von Lebensqualität brauchen wir also das Grün und dafür motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die pflegen und entwickeln. Dies als "freiwillige Aufgabe" zu bezeichnen, signalisiert aber in Zeiten knapper Ressourcen, dass die Politik schon morgen auf diese Aufgabe verzichten könnte, wenn es aus Konsolidierungsgründen erforderlich ist. Dies halte ich für ein falsches Signal gegenüber den aktiven und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wird der Leistung und dem Engagement nicht gerecht. Hochmotivierte und engagierte Menschen wie Joachim Bauer brauchen diese Unterstützung, um lebens- und liebenswerte Städte zu erhalten und zu gestalten.

Die engagierten Menschen in den Ämtern brauchen aber auch erhebliche Toleranz und Unterstützung im privaten Umfeld. Daher gilt mein Dank Joachim Bauer für sein großartiges Engagement, er gilt seinen Kolleginnen und Kollegen, seinen Vorgesetzten und seiner Familie für die große Unterstützung und das Verständnis.

Herzlichen Glückwunsch an Joachim Bauer zum Goldenen Ginkgo 2011!

Dieser Artikel beruht auf der vom Autor für den Preisträger gehaltenen Laudatio am 18.11.2011 in Köln.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2012 .

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