Untersuchung eines hindernisreichen Entstehungsprozesses

Ein Dirtpark für Kassel

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Freiraumplanung
Die Sprunghügel der Dirtlines, auf denen die geübten Fahrer ihre Tricks ausführen, haben auf einem schmalen Randstreifen optimal Platz gefunden. Foto: Bianca Flamming

Städtische Freiräume sind differenzierten Nutzungsansprüchen durch eine vielfältige Stadtgesellschaft ausgesetzt. Das konfrontiert die öffentliche Verwaltung aktuell nicht nur mit einer gestiegenen Nachfrage nach spezifischen Freiraumangeboten, sondern auch mit neuartigen Ansprüchen an Selbstorganisation und Teilhabe an der Planung. Die prominentesten Beispiele für Entwicklungen dieser Art sind wohl die vielfältigen Formen des urbanen Gärtnerns. Aber auch abseits von Beeten, im Bereich junger, noch nicht etablierter Sportarten, die sich ihre Räume meist erst erkämpfen müssen, entstehen in Eigeninitiative von Nutzer neue Freiflächen und Angebote. Junge Spielarten des Radsports wie Downhill-Mountainbike, BMX oder Dirtbike haben insbesondere bei Jugendlichen deutlich an Popularität gewonnen.

Bislang sind die benötigten Strecken und Sprunghügel zumeist auf privaten oder informell angeeigneten Flächen in Eigenregie der lokalen Nutzergruppe entstanden. Mit wachsender Verbreitung - und infolgedessen auch vermehrten Nutzungskonflikten - steigt der Bedarf an Möglichkeiten zur Ausübung dieser Sportarten auf offiziell dafür ausgewiesenen Flächen auch im städtischen Gebiet. Für die kommunale Verwaltung bedeutet dies, dass auch im Bereich von Sportangeboten eine Anpassung der Planungskultur an solche "bottom-up"-initiierten Planungsprozesse stattfinden muss.

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In den Magazinen und Online-Plattformen der Radsport-Szene diagnostiziert man hierzulande noch einigen Nachholbedarf, was das öffentliche Angebot betrifft, und verweist auf Projekte in Nachbarländern, wo Pumptracks schon vor Jahren die ersten Schulhöfe erobert haben, so zum Beispiel in Luxemburg und der Schweiz geschehen.¹ Doch seit kurzem zeichnet sich auch in deutschen Städten Bewegung ab. Berichte über die Entstehung öffentlicher Pumptracks und Dirtparks mehren sich - wie etwa Deutschlands erstem Schulhof-Pumptrack im Hessischen Alsfeld.²

In der Planungsdisziplin hat die zunehmende Verbreitung dieser Freizeit- und Sportanlagen aber noch kaum Resonanz gefunden. Mit den im zweiten Halbjahr 2016 erschienenen "Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Skate- und Bikeanlagen"³ wurde hier ein wichtiger Schritt getan, doch es bedarf weiterer fachlicher Auseinandersetzung mit den Erfahrungen aus bisherigen Planungsprozessen. Durch die Untersuchung gelungener Pionierprojekte lassen sich Einsichten in die formalen als auch personellen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren geben, die in partizipativen Planungsprozessen von Trendsport-Angeboten auftreten. Dadurch können Handlungsempfehlungen für die Kommunen und Fachämter für den verbesserten Umgang mit dieser Planungsaufgabe und insbesondere mit der Nutzergruppe formuliert werden.

Dieser Artikel stellt die Ergebnisse einer solchen Untersuchung vor, die von den Autoren am Fall des Dirtparks in Kassel durchgeführt wurde. Der Planungsprozess wurde dabei durch qualitative Interviews mit Schlüsselakteuren in den kommunalen Ämtern und aus der Zivilgesellschaft sowie durch Recherche im Planungsakt und in der Presse rekonstruiert und analysiert. Festgestellt wurden dabei 1.) die Notwendigkeit einer ressortübergreifenden Koordinierungsinstanz innerhalb der Verwaltung, 2.) der Bedarf an verlässlichen Kennwerten und Aufklärungsarbeit, 3.) die entscheidende Rolle von Vereinen und vorhandenen Erfahrungen und Netzwerken, und 4.) die Notwendigkeit der Trägerschaft durch die Nutzergruppe sowie des Ermöglichens von Selbstorganisation. Nach einem kurzen Blick auf den Prozessverlauf werden diese Erkenntnisse jeweils näher betrachtet und anschließend Empfehlungen abgeleitet.

Entstehungsgeschichte

Der Kasseler Dirtpark im Stadtteil Niederzwehren wurde im Herbst 2015, nach einer mehrere Jahre andauernden Vorbereitungsphase, eröffnet. Ausgangspunkt und Planungsanlass war die Auflösung einer illegalen Dirtbike-Strecke "an der Hessenschanze", in einem Waldstück nahe einem Kasseler Wohngebiet. Mit der wachsenden Beliebtheit des Radfahrens im Gelände stellten 2009 die selbstgebauten Sprunghügel in den Augen der Forstaufsicht und von "HessenForst" (Flächeneigentümer) ein zu hohes Gefahrenpotenzial für die Nutzer selbst sowie für Spaziergänger und Wildtiere dar. Was jahrelang geduldet worden oder unbemerkt geblieben war, erschien plötzlich nicht mehr tolerierbar und die Stadt Kassel wurde aufgefordert, einen legalen Ausweichstandort mit langfristiger Perspektive zu schaffen. Als Übergangslösung wurde die Strecke durch einen Gestattungsvertrag für einige Monate temporär "legalisiert" und danach abgeräumt. Die Standortsuche, die in Zusammenarbeit der interessierten Biker mit dem Kinder- und Jugendbüro und den beteiligten Ämtern unternommen wurde, dauerte nicht weniger als drei Jahre und war von zahlreichen Rückschlägen geprägt. Der nebenstehende Zeitstrahl illustriert den langwierigen und komplexen Planungsverlauf.

Als Jugendbeteiligungsprojekt fiel die Planung des Dirtparks in die Zuständigkeit des Jugendamtes. Da dieses nur in Ausnahmefällen selbst Flächen verwaltet, war bei der Suche ein umso engerer Austausch mit anderen Ämtern nötig. Insgesamt standen über zehn Standorte für das Projekt zur Diskussion. Unter anderem wegen kostspieliger Altlastensanierung, der Verdrängung von bestehenden Nutzungen, hohen Eingriffs- und Ausgleichsmaßnahmen sowie ungünstigen Umgebungs- und Besitzverhältnissen, mussten die Vorschläge immer wieder verworfen werden. Letztlich fiel die Entscheidung auf eine Restfläche "Am Donarbrunnen" im Außenbereich der Stadt. Diese befand sich zuvor in der Verwaltung des Sportamtes und wurde vor der Realisierung dem Jugendamt überschrieben. Die konkrete Planungs- und Bauphase war dank der engagierten ehrenamtlichen Mithilfe umso kürzer. Für die fachlich-technische Planung der Anlage holte sich die Planungsgruppe den Architekten Alois Lorscheider-Brinkmann ins Boot. Für das Design der Strecken und die Umsetzung wurde der professionelle Streckenbauer Joscha Forstreuter engagiert.

Der entstandene Dirtpark umfasst einen Pumptrack, zwei Dirtlines sowie einen Kids-Pumptrack für die Kleinsten und ist sowohl für Profis als auch für Anfänger geeignet. Die Anlage ist frei zugänglich und die Stadt Kassel (das Jugendamt) haftet - ähnlich wie bei Spielplätzen - für die technische Sicherheit, die vom TÜV Hessen geprüft wurde. Das Sicherheitskonzept umfasst die deutlich sichtbaren Nutzungsregeln unter anderem die Helmpflicht sowie wöchentliche Kontrollen der Anlage.

Zentraler Projektkoordinator

Als zentraler Akteur agierte die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kassel. Sie übernahm die Koordination und Hauptverantwortung für das Projekt. Das Büro ist beim Jugendamt angesiedelt und verfolgt die übergeordnete Aufgabe der Organisation offener Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sowie der Beratung und Unterstützung von Jugendverbänden und Jugendgruppen. Hierzu zählt auch die projektorientierte Kinder- und Jugendbeteiligung. Das Projekt Dirtpark Kassel nimmt jedoch eine Sonderrolle in der Arbeit des Jugendamtes ein, da es sich, anders als die sonst mehrheitlich "top-down"-initiierten Planungen, um ein Projekt "von unten" handelt: Initiation, Vorbereitung und Umsetzung fußten maßgeblich auf dem Engagement der Nutzergruppe, die durch Johannes Schade, dem Projektkoordinator aus der Kinder- und Jugendförderung, unterstützt wurden. Die enge und kontinuierliche Betreuung des Projektes durch das Büro stellte einen stabilisierenden Faktor im langwierigen Planungsablauf dar. Das beständige Engagement dieses Schlüsselakteurs verlängerte den Atem der beteiligten Jugendlichen entscheidend und erleichterte auf verwaltungsinterner Ebene die ämterübergreifende Arbeit. Diese besondere Situation wirkte als stabilisierender Faktor im langwierigen Planungsablauf und trug maßgeblich zum Erfolg des Projekts bei.

Als ein Hindernis für die zügige Projektrealisierung erwies sich die Komplexität der administrativen Zuständigkeiten. Neben dem Jugendamt waren das Umwelt- und Gartenamt mit der unteren Naturschutzbehörde, das Sportamt sowie das Forst-, Planungs- und Liegenschaftsamt beteiligt. Die von den verschiedenen Ämtern vertretenen, teils gegensätzlichen Interessen, Ansprüche und Prioritäten führten zu hohem Vermittlungsbedarf und zu einer entsprechend langen Dauer der Flächensuche. Für die Nutzergruppe selbst ist es schwierig in diesem administrativen Geflecht ihr Anliegen alleine zu vertreten, weshalb ein engagierter "Kümmerer" in der Stadtverwaltung, der die Hauptverantwortung für das Projekt und die amtsinterne und -externe Koordination übernimmt, unabdingbar ist.

Der hier gewählte Weg einer Projektkoordination durch das Kinder- und Jugendbüro ist dennoch nicht als Idealweg anzusehen. Zum einen verwaltet das Jugendamt nur wenige Flächen und muss diese zuvor erfragen und übertragen bekommen, was lange Verhandlungsprozesse nach sich ziehen kann. Zum anderen verfügt das Jugendamt nicht über die erforderlichen personellen Kapazitäten, um mehrere solcher Projekte zugleich betreuen zu können. Daher ist generell eine stärkere Flexibilisierung der behördlichen Strukturen gefordert, damit zukünftig auch andere Ämter als potenzielle Träger für Freiraumplanungen "von unten" in Frage kommen.

Skate-Verein als Unterstützer und Träger

Neben der Standortsuche bildete die Finanzierung eine weitere Herausforderung im Planungsprozess. Da die Haushaltsplanung der Verwaltung zwei Jahre lang keine Finanzmittel für das Projekt vorsah, wurde ein Teil der erforderlichen Summe aus dem sogenannten "Feuerwehrtopf" des Jugendhilfeausschusses bereitgestellt. In diesem stehen jährlich 20.000 Euro zur Finanzierung kleinerer Projekte zur Verfügung, wovon 2014 und 2015 insgesamt 21.000 Euro an das Projekt Dirtpark gingen. Weitere 29.000 Euro kamen aus dem laufenden Haushalt des Jugendamtes und des Ortsbeirates Niederzwehren. Da dies für die Finanzierung nicht ausreichte, musste der Restbetrag selbstständig von den Initiatoren über eine Crowdfunding-Kampagne und durch Sponsoren organisiert werden. Bei der Akquise externer Mittel kam dem 1. Kasseler Skateboardverein "Mr. Wilson" eine Schlüsselrolle zu. Dieser agierte in der Planung und Umsetzung als entscheidender Partner der Planungsgruppe und fungierte als Empfänger der Spenden, beteiligte sich an der Sponsorensuche und übernahm die Abrechnung der Spendengelder und des "Feuerwehrtopfes". Die Vorerfahrung des Vereins war hierbei sehr nützlich. Auch nach Projektabschluss erfüllt "Mr. Wilson" als Projektträger eine zentrale Aufgabe im Anlagenbetrieb. Die Mitglieder des Vereins übernehmen die Streckenkontrollen sowie kleinere Instandhaltungsarbeiten. Ohne die Bereitschaft des Vereins, diese Aufgaben zu übernehmen, hätte das Ziel einer frei zugänglichen Anlage in diesem Fall nicht verwirklicht werden können. Die enge Kommunikation und Koordination mit dem Kinder- und Jugendbüro bleibt durch die "Planungsgruppe Dirtpark" damit weiterhin bestehen.

Fehlende Kenntnisse und Richtwerte als Hindernis

Die Verantwortlichen in den einzelnen Ämtern haben zumeist kaum Berührungspunkte oder Erfahrung mit dem Dirtbike-Sport, was häufig zu Vorbehalten und Fehleinschätzungen aufgrund mangelnder Kenntnisse führt. Durch das Fehlen von Orientierungsgrundlagen etwa hinsichtlich Lärmemissionen, Haftungsrisiko und baulicher Umsetzung bedingt, befand sich das Projekt von vornherein in einer schwierigen Ausgangssituation. Die Analyse hat gezeigt, dass die Vorstellungen von der Eignung eines Standortes in den Fachämtern stark variierten und Beurteilungen auf Basis unzureichender Ausgangswerte gemacht wurden. Da für Dirtbike-Anlagen bislang keine Richtwerte vorlagen, berief man sich im betrachteten Fall auf die Werte von Skateparks. Tatsächlich liegt der zu erwartende Lärmpegel durch Bike-Anlagen deutlich unter dem von Skateanlagen. Dies zeigt, wie wichtig verlässliche und den Ämtern zugängliche Kennwerte, gerade für die Planung von Anlagen für noch junge Trendsportarten wie Dirtbiken sind. Die Einstufung des Unfallrisikos von Pumptracks durch das Schweizer Bundesamt für Unfallverhütung4, nach der diese auch für Kinder geeignet sind, hat dort beispielsweise wesentlich zu deren Verbreitung beigetragen.5

Einbindung der Nutzergruppe und Selbstorganisation

Die Einbindung der Radsportler in den Planungsprozess war von Beginn an vorgesehen. Eine Gruppe engagierter Jugendlicher wurde Teil der "Planungsgruppe Dirtpark". Sie war über den gesamten Zeitraum am Prozess beteiligt und stand in stetigem Austausch mit dem Projektkoordinator in der Verwaltung.

Dabei wurde beispielsweise zu Beginn der Standortsuche eine Liste der Anforderungen an die Fläche sowohl seitens der Stadt als auch seitens der Nutzergruppe erstellt. Auch nach Abschluss der Planung blieb die Planungsgruppe als Instanz zur Koordination aller Belange rund um den Dirtpark bestehen. Das ehrenamtliche Engagement, die hohe Bereitschaft zur Eigenleistung und die Beharrlichkeit seitens dieser Gruppe hat das Projekt, nach Einschätzung eines Beteiligten, wesentlich am Leben gehalten und letztlich möglich gemacht. Die positive Wirkung dieses Erfolgsfaktors wird in vier Bereichen sichtbar. Erstens trugen die jugendlichen Radler während der Flächensuche wesentlich zur Vermittlung ihres Anliegens bei; einerseits nach außen - gegenüber der Öffentlichkeit, den Anwohnern sowie der Lokalpolitik in den Stadtteilen - aber auch nach innen, gegenüber den Mitarbeitern in der Verwaltung. Vorbehalten gegenüber der Sportart konnte durch die Anwesenheit und Aufklärungsarbeit seitens der Nutzergruppe selbst entgegengewirkt werden. Durch die Präsenz vor Ort in der Bauphase konnte bereits früh ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern der Umgebung aufgebaut werden. Zweitens ließ sich nur durch das hohe Maß an ehrenamtlicher Eigenleistung das Projekt mit einer derart geringen Finanzierung aus öffentlichen Mitteln realisieren. Dies betrifft sowohl die erfolgreiche Akquise von Geld- und Materialspenden, als auch die direkte Beteiligung am Bau.

Dabei war insbesondere die handwerkliche Fachausbildung einzelner Unterstützer hilfreich. Drittens erhöhte die Mitarbeit der künftigen Nutzer durch das Gefühl der Identifikation und Urheberschaft nicht nur die Akzeptanz der Strecke, da sie den persönlichen Anforderungen entspricht, sondern auch die Sorgfalt im Umgang damit, da sich die Fahrer um "ihren" Park kümmern. Dies wiederum reduziert mutwillige Beschädigungen und Konflikte mit Anwohnern. Diese Gruppenverantwortung kann auch als wertvoller kollektiver Lerneffekt gewertet werden. Der vierte Aspekt betrifft die Selbstorganisation. Die Pflege und Instandhaltung der Anlage läuft formal über den Verein, obliegt in der Umsetzung aber zwei Jugendlichen aus dem Kreis der Initiatoren des Dirtparks und ist vertraglich geregelt und mit geringfügiger Aufwandsentschädigung versehen. Auch um den Ausbau des Angebotes, wie die Vorhaltung eines kleinen ausleihbaren Bestands an Rädern und Schutzkleidung oder das Abhalten von "Schnupperkursen" kümmern sich die Sportler selbst. Die mittelfristige Zukunft des noch jungen Dirtparks, so sieht es einer der älteren Nutzer, hängt davon ab, ob es gelingt, auch die nächste Generation, die den harten Weg zum fertigen Park nicht selbst mitgegangen ist, zur Weiterführung dieses Engagements zu motivieren.

Fazit

Das Projekt Dirtpark-Kassel zeigt, dass die partizipative Planung von Trendsportanlagen ein großes Potenzial bietet, aber noch nicht zum Alltag der kommunalen Freiraumplanung gehört. Handlungsbedarf zeigt sich vor allem in der Ausgestaltung des Planungsprozesses. Erstens müssen Trendsportanlagen in der Freiraumplanung als integrative Projekte verstanden werden, an denen mehrere Verwaltungsressorts mit der Zivilgesellschaft gemeinsam arbeiten müssen. Dabei sollte, zweitens, durch Transparenz und Aufklärung versucht werden, Interessenskonflikte frühzeitig zu verhandeln. Drittens erfordert eine erfolgreiche Planung und Umsetzung eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, wodurch sich auch gegenseitige Lernprozesse einstellen. Eine Wertschätzung der ehrenamtlichen Leistungen und Zuerkennung von Kompetenzen sind hier wichtig. Die entscheidende Wirkung einer effektiven Einbeziehung aller Unterstützer für den Projekterfolg wird am Beispiel des Dirtparks Kassel sichtbar.

Dass mit den FLL-Empfehlungen ein Nachschlagewerk für zukünftige Planungsprozesse von Bikesport-Anlagen geschaffen wurde, lässt hoffen, dass diese bald auch in Deutschland zum Repertoire der öffentlichen Freizeitanlagen zählen. Sie bieten den kommunalen Ämtern unter anderem genau in jenen Bereichen Orientierung, die im untersuchten Fall zum Problem wurden: Planungskoordination, Flächenanforderungen, Lärmemissionen, potenzielle Nutzerkonflikte und geeignete Trägerschaften. Die rasche Entwicklung in diesem Bereich hält noch viele Fragen offen und es bedarf weiterer wissenschaftlicher Auseinandersetzungen, um aus den Erfahrungen früher Projekte zu lernen.

Dieser Artikel basiert auf einer studentischen Fallstudie im Rahmen eines Seminars zur kommunalen Freiraumplanung am Fachbereich ASL der Universität Kassel - durchgeführt von Vanessa Kügler, Maximilian Grafinger und Bianca Flamming im Sommersemester 2016.

Anmerkungen

1 mtb-news.de (2014): Revolution aus der Schultüte: Der Pumptrack-Schulhof von Belval, Luxemburg. (http://www.mtb-news.de/news/2014/01/26/revolution-aus-der-schultuete-der-pumptrack-schulhof-von-belval-luxemburgwww.mtb-news.de/news/2014/01/26/revolution-aus-der-schultuete-der-pumptrack-schulhof-von-belval-luxemburg; Zugriff: 28.01.2017)

2 mtb-news.de (2016): Make Schulsport great again. Pumptrack am Gymnasium in Alsfeld. (https://www.mtb-news.de/news/2016/10/21/deutschlands-erster-schulsport-pumptrack-am-gymnasium-alsfeld/www.mtb-news.de/news/2016/10/21/deutschlands-erster-schulsport-pumptrack-am-gymnasium-alsfeld/; Zugriff: 28.01.2017)

3 Forschungsgesellschaft Landesentwicklung Landschaftsbau e. V. (2016): Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Skate- und Bikeanlagen.

4 Beratungsstelle für Unfallverhütung (2016): Fachbroschüre Skate- und Bikeparks. (http://www.bfu.ch/sites/assets/Shop/bfu_2.011.01_Skate-%20und%20Bikeparks.pdfwww.bfu.ch/sites/assets/Shop/bfu_2.011.01_Skate-%20und%20Bikeparks.pdf; Zugriff: 28.01.2016)

5 mtb-news.de (2014): Revolution aus der Schultüte: Der Pumptrack-Schulhof von Belval, Luxemburg. (http://www.mtb-news.de/news/2014/01/26/revolution-aus-der-schultuete-der-pumptrack-schulhof-von-belval-luxemburg/www.mtb-news.de/news/2014/01/26/revolution-aus-der-schultuete-der-pumptrack-schulhof-von-belval-luxemburg/; Zugriff: 28.01.2017)

B.Sc. B.A. Maximilian Grafinger
Autor

Masterstudent der Stadt- und Regionalplanung

B.Sc. Vanessa Kügler
Autorin

Masterstudentin der Stadt- und Regionalplanung

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