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Feisel, R. und Gregor, T. (S.H. Spessart Holzgeräte GmbH) ; Müller, J. (Stadt Nürnberg, SÖR/2-W/9 - Spieleinrichtungen); Zeevaert, R. ( Freiraum – Spielraum)

Der Spielhof Bauernfeindschule in Nürnberg - von 1998 bis heute

Abbildung 2: Spielhof Bauernfeindschule nach der Umgestaltung (2019) Foto: S.H. Spessart Holzgeräte GmbH

Warum brauchen wir Spielhöfe?

Die Suche nach dringend benötigten Spielräumen gestaltet sich in einer Großstadt wie Nürnberg oftmals schwierig. Schulhöfe (vgl. [1]) sind häufig die einzigen Ressourcen, die dazu in Frage kommen. Der Nürnberger Stadtrat erkannte dies sehr früh und gab bereits 1955 die Pausenhöfe an Nachmittagen zum öffentlichen Spielen frei. Die Schulhöfe enthielten aber noch kein Spielangebot als Anreiz. Erst 1992 entstand der erste mit Spielgeräten ausgestattete echte Spielhof. Inzwischen gibt es 64 Spielhöfe in Nürnberg. Sie sind wohnungsnahe, soziale Treffpunkte und sichere Aufenthaltsorte für Kinder in ihren Stadtteilen. Bewegungsangebote auf Spielhöfen mindern nicht nur das Spielplatzdefizit, sondern bieten den Schulkindern auch in den Pausen den notwendigen Ausgleich: Die Bewegungsaktivität fördert den Stressabbau und erhöht die Aufmerksamkeit im anschließenden Unterricht (vgl. [5]).

Der Spielhof Bauernfeindschule in Nürnberg

Die Nürnberger Rangierbahnhof-Siedlung entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil einer Gartenstadt. An öffentliche Spielflächen dachten die Stadtplaner damals noch nicht, somit fehlten dort wie in anderen Stadtteilen dafür die Grundstücke. Die dort lebenden Kinder mussten bis 1998 auf den ersten öffentlichen Spielplatz in ihrem Stadtteil warten. Das war der Spielhof an der Bauernfeindschule. Engagierte Bürger der Eisenbahnersiedlung brachten den Stein ins Rollen, indem sie das von der Stadt Nürnberg angebotene Programm „Aus EINS mach DREI“ (vgl. [3]) nutzten. Dazu akquirierten sie etwa 10.000 EUR Spenden und brachten zusätzlich Sachleistungen in gleicher Höhe ein. Die Stadt steuerte dann rund 40.000 EUR bei und damit war die Finanzierung des ersten Bauabschnitts gesichert.

Die Sachspende der handwerklich versierten Eisenbahner war eine alte Lok, die sie mit Hilfe des TÜV-Süd zu einem einmaligen, interessanten und für diesen Stadtteil authentischen Spielgerät umfunktionierten. Im Jahre 2001 stand eine Belagssanierung des Pausenhofes an. Dabei konnte der Spielhof mit weiteren Angeboten wie z.B. einer Kletterkombination und einem kleinen Karussellwirbel ergänzt werden. Mit der Planung dieses zweiten Bauabschnitts wurde der Landschaftsarchitekt Roland Raab betraut (vgl. [4]).

Abbildung 1: Spielhof Bauernfeindschule nach dem 2.Bauabschnitt (2001) Foto: S.H. Spessart Holzgeräte GmbH

Umgestaltung unter Einbeziehung der Nutzer

Der Bau eines Hortes auf dem Gelände der Bauernfeindschule war dann im Jahre 2018 der Anlass zu einer erneuten Umgestaltung des Geländes.

Dabei wurde das Spielangebot dem aktuellen Bedarf angepasst. Zusammen mit dem Jugendamt erarbeiteten die Schüler im Rahmen eines Partizipationsverfahrens (vgl. [2]) einen Gestaltungsvorschlag: Gewünscht wurde ein hohes Gerät mit Klettermöglichkeiten und spannenden Brücken, sowie einer Hangelstrecke. Aber auch Möglichkeiten zum Liegen und Chillen sollten integriert werden.

Die Vorschläge übernahm der Landschaftsarchitekt Werner Geim in seine Planung. Dabei sollte die Lok als Identifikationsmerkmal unverändert bleiben. Der Spielbereich konnte trotz des Neubaus in seiner ursprünglichen Größe erhalten werden. Das ermöglichte, alle gewünschten Funktionen in einer großen Spielkombination umzusetzen und diese in das bestehende Spielangebot zu integrieren.

Zusammenfassung

Schüler in die Gestaltung des Schulhofs einzubeziehen ist eine gute und für alle Beteiligten eine spannende Sache. Im vorliegenden Fall hat sich die Spannung auch in der Gerätegestaltung niedergeschlagen, denn insbesondere Spielangebote zur Höhenerfahrung wurden realisiert. Diese hohen Herausforderungen an der Spielkombination ermöglichen intensive Bewegungserfahrungen, verbunden mit einer hohen Nutzungsmotivation und Stressabbau in den Schulpausen.

Literatur

[1] Bengtsson, A.: Vom Schulhof zum Spielhof (1984)
[2] Jugendhilfeplanung „Spielen in der Stadt“, Hrsg. Jugendamt der Stadt Nürnberg spielen.nuernberg.de
[3] Folder „Aus EINS mach DREI“ Hrsg. Stadt Nürnberg Jugendamt in Kooperation mit dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) www.nuernberg.de/imperia/md/jugendamt/dokumente/service/spielplatzfoerderung_aus_eins_mach_drei.pdf
[4] Spielhöfe in Nürnberg, Broschüre Hrsg. Stadt Nürnberg
[5] Dordel, S; Breithecker, D.: Bewegte Schule als Chance einer Förderung der Lern- und Leistungsfähigkeit; Haltung und Bewegung 23 (2003) 2

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