ILS-Forschungsstudie

Große Unterschiede der Lebensverhältnisse in verschiedenen Regionen

Der Wohlstand ist in Deutschland ungleich verteilt. Abb.: FES

Deutschland ist ein Land, in dem die Lebensbedingungen zunehmend auseinanderdriften und die Politik mit Nachdruck aufgefordert wird, dem im Grundgesetz verankerten Auftrag zur Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse mit wirksamen Mitteln nachzukommen - so lassen sich die Ergebnisse der Studie "Ungleiches-Deutschland 2019" zusammenfassen, die im Mai von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht wurde. Das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) erstellte das wissenschaftliche Gutachten zur Studie.

"Deutschland geht es insgesamt gut, aber leider nur im Durchschnitt. Trotz guter Konjunktur stellen wir weiterhin zunehmende Benachteiligungen fest, vor allem in den ländlichen Räumen im Osten des Landes und in den altindustriell geprägten Regionen Westdeutschlands, bilanziert Prof. Stefan Fina, der die Studie mit einem Team von Geografen, Ökonomen, Raum- und Sozialwissenschaftlern des ILS im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt hat. "Gleichzeitig steigen in den wirtschaftlich starken Regionen des Landes, insbesondere durch steigende Wohnkosten, die Gefahren von sozialer Ausgrenzung, Armut und Verdrängung", so Fina weiter.

Anhand einer Reihe von Kennziffern bündelte das Forscherteam die Ergebnisse der Studie in einer Landkarte der Ungleichheit, die die regionalen Lebensbedingungen in fünf Raumtypen unterteilt. "Die Disparitätenkarte (library.fes.de/pdf-files/fes/15406-20190430.pdf), zeigt auf einen Blick, wo man wie in Deutschland lebt. Wir sehen attraktive und wachsende Städte, in denen steigende Lebenshaltungskosten für breite Teile der Gesellschaft zum Problem werden. Wir sehen wohlhabende Umlandbereiche, die ebenfalls teurer werden sowie Regionen, die im andauernden Strukturwandel verharren. Die Raumtypen der Disparitätenkarte ergeben sich aus ähnlichen Ausprägungen für ausgewählte Kennwerte, die für die 401 kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands ausgewertet wurden. Darunter finden sich Kennziffern für die Themenbereiche Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Lebens- und Bildungschancen, Wohlstand und Gesundheit sowie Staatliches Handeln und Partizipation. Zudem wurde das Wanderungsverhalten untersucht, unter Ausschluss von Personen, die als Schutzsuchende und Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind.

Die Studie bestätigt die seit Langem bekannten strukturellen Vorteile vor allem im Süden und teilweise im Westen und Norden des Landes. Gleichzeitig wird deutlich, wo Strukturpolitik erfolgreich ist: Vor allem ostdeutsche Städte in Sachsen und Thüringen erweisen sich zunehmend als regionale Stabilitätsanker.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2019 .

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