Klimawandel mit Veitshöchheimer Blühmischungen meistern

Bienenweiden im Stadtgrün

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Die Klima-Bienenweide vor dem Sommeracher Stadttor blüht im zweiten Standjahr in den buntesten Farben. Zu sehen sind unter anderem Muskatellersalbei, Stockrose und Färberkamille. Foto: LWG
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Tabelle 1: Artenzusammensetzung der (A) Regio-Bienenweide (Stand Dezember 2021). Die Bienenweiden setzen sich zusammen aus verschiedenen ein- und zweijährigen Pflanzen sowie mehrjährigen Stauden und sind auf eine Standzeit von mindestens fünf Jahren ausgelegt. Tabelle: LWG

Stockrosen blühen in den buntesten Farben, Luzerne, Steinklee und Wilde Karde liefern reichlich Bienennahrung und der Muskateller-Salbei betört durch seinen anregenden Duft. Diese üppige Pracht verleitet vorbeikommende Fußgänger und Fahrradfahrer gleichermaßen, einmal kurz anzuhalten und das Ganze auf sich wirken zu lassen: Vor dem Stadttor des beschaulichen Weindorfs Sommerach in Unterfranken steht seit 2018 zu Testzwecken eine ganz besondere, von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) entwickelte Blühmischung, die sogenannte "Klima-Bienenweide".

Vielerorts gibt es derzeit Bestrebungen, dem deutschlandweiten Insektenrückgang etwas entgegen zu setzen (Hallmann et al. 2017) und Stadtgebiete im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen zu lassen. Sei es im Straßenbegleitgrün, in Parkanlagen oder an öffentlichen Gebäuden - ehemals uniforme Rasenflächen müssen artenreichen Blühmischungen und Blumenwiesen weichen, die nicht nur für den Menschen attraktiv sind, sondern auch Lebensraum für eine Vielzahl an Insekten bieten können.

Und zu Recht: viele Studien belegen den generellen Nutzen von Blühmischungen für die Insektenwelt (Haaland et al. 2011). Außerdem haben Untersuchungen gezeigt, dass Stadtgebiete ähnliche, teilweise sogar höhere Artenzahlen wie landwirtschaftlich genutzte Gebiete und Wälder aufweisen können und daher für die Erhaltung der Artenvielfalt ebenfalls eine große Bedeutung haben, jedoch ist dies stark abhängig von der Gestaltung der Grünflächen (Gloor et al. 2010).

Nährstoffreiche kommunale Ausgleichsflächen, aber auch Vorratsflächen der Kommunen zum Tausch mit Landwirten bei Bauvorhaben, bieten die Chance, großflächig funktionale Bienenweiden einzusetzen, die grundsätzlich für Ackerflächen konzipiert wurden. An der LWG werden seit über 20 Jahren artenreiche Blühmischungen für verschiedene Einsatzgebiete entwickelt: für den Stadtbereich, für Acker- und Ausgleichsflächen und für die freie Natur (Marzini 2019).

Hierbei ist unter anderem in Zusammenarbeit mit dem heutigen Institut für Bienenkunde und Imkerei der LWG die "Veitshöchheimer Bienenweide" entstanden, die aus 47 verschiedenen, einjährigen und mehrjährigen Wild- und Kulturpflanzen besteht (Degenbeck et al. 2006). Hierfür kommt eine abgestimmte Mischung aus schnellwüchsig einjährigen, zweijährigen und ausdauernden mehrjährigen Wildpflanzenarten zum Einsatz. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sich innerhalb des Bestandes einer mehrjährigen Bienenweide keine der Stauden als zu dominant und verdrängend herausstellt, damit der Bestand auch nach mehreren Standjahren eine hohe Artenvielfalt bietet.

So wird sowohl im ersten als auch in den darauffolgenden Standjahren eine arten- und blütenreiche Bienenweide gewährleistet, die insbesondere für generalistische Insekten Pollen und Nektar liefert. Durch eine gut durchdachte Zusammenstellung der ausgesäten Pflanzenarten können außerdem auch Spezialisten angesprochen werden. Eine Blühmischung, die über viele Standjahre gute Ergebnisse liefern soll, bedarf daher einer langjährigen wissenschaftlichen Prüfung im Praxistest. Um den aktuellen Herausforderungen des Artensterbens und Klimawandels besser begegnen zu können, sind aus dieser Bienenweide zwei weitere Bienenweiden mit unterschiedlicher Zielsetzung entwickelt worden.


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Die Regio-Bienenweide ist so konzipiert, dass sie mit gebietseigenem Saatgut in ganz Bayern zum Einsatz kommen kann. Im Juni des zweiten Standjahres blühen vor allem Klatschmohn, Kornblume und Natternkopf. Foto: LWG
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Tabelle 2: Artenzusammensetzung der (B) Klima-Bienenweide (Stand Dezember 2021). Die Bienenweiden setzen sich zusammen aus verschiedenen ein- und zweijährigen Pflanzen sowie mehrjährigen Stauden und sind auf eine Standzeit von mindestens fünf Jahren ausgelegt. Tabelle: LWG

Die Regio-Bienenweide

Im besonderen Fokus stehen zurzeit Blühmischungen mit rein gebietseigenem Saatgut, so wie es laut §40 (1) Bundesnaturschutzgesetz in der freien Natur seit März 2020 Pflicht ist. Hierdurch soll die Verringerung des genetischen Potentials heimischer Wildpflanzen verhindert werden und Anpassungen an regionale Standortfaktoren erhalten bleiben. Dies können zum Beispiel Trockenresistenz oder Frosthärte sein, aber auch unterschiedliche Blühzeitpunkte. Längerfristig würde das Einkreuzen heimischer gebietsfremder Varianten zu einer Überformung der ursprünglichen Ausprägung und einem Verlust an genetischer Vielfalt führen.

Genetische Vielfalt ist für resiliente Ökosysteme jedoch unabdingbar. Zusätzlich wird verhindert, dass heimische Arten außerhalb ihres natürlich regionalen Verbreitungsgebietes ausgebracht werden. Als freie Natur gelten hierbei Bereiche, die außerhalb von Städten und Dörfern liegen und nicht für den Anbau von Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau genutzt werden. Heimische Arten sind nicht automatisch auch gebietseigen; viele heimische Arten haben ihren natürlichen Verbreitungsraum nicht in allen der 22 Ursprungsgebiete Deutschlands, entsprechend der bundesweit hierfür gültigen Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV).

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Rauer Sonnenhut (Rudbeckia hirta) blüht bis in den Herbst hinein. Foto: LWG
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Himmelblaue Aster (Aster azureus) erstrahlt in zartem Lila. Foto: LWG
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Präriesonnenhut (Ratibida columnifera) blüht zuverlässig von Juli bis November. Foto: LWG

Die Konzeption von speziellen gebietseigenen Bienenweiden für jedes einzelne der acht verschiedenen bayerischen Ursprungsgebiete ist nur sehr aufwändig und teuer umsetzbar. Daher wurde an der LWG eine gebietseigene Bienenweide entwickelt, deren standardisierte Artenausstattung es ermöglicht, in ganz Bayern angewendet zu werden: die "Regio-Bienenweide". Sie ist für den Einsatz auf Ackerflächen in der Nähe von naturschutzrelevanten Gebieten gedacht, beispielsweise in der Nähe von Magerrasen, um dort botanischen Artenschutz zu gewährleisten, kann aber auch kommunale Bereiche ökologisch aufwerten.

Für die Regio-Bienenweide wurden Arten ausgewählt, die in allen Ursprungsgebieten Bayerns mit einer Arealausbreitung von mindestens 60 Prozent vorkommen und ackerbaulich geeignet sind. Übrig blieben ungefähr 70 Arten, aus denen eine mehrjährige Blühmischung konzipiert wurde.

Enthalten sind einjährige, zweijährige und mehrjährige Arten. Da das erste Standjahr für den Etablierungserfolg mehrjähriger Blühmischung wichtig ist, sind hier auch Kulturarten enthalten, die diese Funktion besonders gut erfüllen, beispielsweise Sonnenblume (Helianthus annuus) und Dill (Anethum graveolens). Diese halten als Ammenpflanzen den Beikrautdruck gering und lassen trotzdem noch genug Licht zu den bereits aufkommenden Stauden durch, was deren Aufwuchs erleichtert.

Nach dem ersten Standjahr sind diese aus dem Bestand wieder verschwunden, jedoch eignet sich die Regio-Bienenweide daher nicht zum Einsatz in der freien Natur auf nicht-landwirtschaftlichen Flächen. Ab dem zweiten Standjahr übernehmen die gebietseigenen Wildpflanzen den Bestand, unter anderem Wegwarte (Cichorium intybus), Steinklee (Melilotus officinalis), Schafgarbe (Achillea millefolium) und Weg-Malve (Malva neglecta).

Insgesamt sind in der Regio-Bienenweide 41 Arten vertreten, mindestens fünf Jahre lang sollte der Bestand auch ohne Pflege artenreich bleiben. Das Saatgut muss aus dem Ursprungsgebiet stammen, in dem die Regio-Bienenweide zum Einsatz kommen soll, jedoch bleibt die Artenzusammensetzung in jedem Ursprungsgebiet gleich. Eine derart standardisierte Mischung ist anwenderfreundlich, bietet Planungssicherheit und erleichtert die Umsetzung. Grundsätzlich ist dieses Konzept - mit regionaler Anpassung der Artenzusammensetzung - für alle Bundesländer denkbar und ermöglicht einen unkomplizierten Einsatz von gebietseigenem Saatgut.

Die Klima-Bienenweide

Der Nutzen von gebietseigenem Saatgut für den botanischen Artenschutz und für heimische Insekten ist unumstritten, jedoch bilden sich durch den Klimawandel neue Probleme heraus. Seit Jahren erhöhen sich in Deutschland die Jahresdurchschnittstemperaturen und zusätzlich entstehen in vielen Gebieten immer längere Trockenperioden. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die natürliche Verbreitung von Tieren und Pflanzen, auch die phänologischen Jahreszeiten, also die verschiedenen Entwicklungsstadien von Pflanzen, verschieben sich (DKK et al. 2021). Hierdurch blühen viele Pflanzen früher ab und folglich ist das Blütenangebot ab dem Hochsommer oft nur noch gering. Dieser Effekt kann durch städtische Wärmeinseln noch weiter verstärkt werden.

Nachweislich sind insbesondere spät im Jahr auftretende Wildbienen von einem Rückgang betroffen (Hofmann et al. 2019). Für Honigbienen kann ein Blütenmangel im Spätsommer problematisch sein, da zu dieser Zeit die Aufzucht von Winterbienen stattfindet, welche ausreichend mit Pollen versorgt werden müssen (Doeke et al. 2015). Zusätzlich kann eine geringe Nektarverfügbarkeit im Spätsommer dazu führen, dass Honigbienen auf Nahrungssuche in andere Bienenvölker eindringen, was wiederum eine verstärkte Übertragung von Krankheiten zur Folge haben kann (Fries & Camazine 2001).

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Echtes Herzgespann (Leonurus cardiaca) ist bei Hummeln beliebt. Foto: LWG
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Sibirisches Herzgespann (Leonurus japonicus) ergänzt das heimische Herzgespann in seinem Blühzeitpunkt. Foto: LWG
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Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) liefert auch spät im Jahr noch Blüten. Foto: LWG
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Quirl-Salbei (Salvia verticillata) bereichert die Salbeiblüte. Foto: LWG
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Muskateller-Salbei (Salvia sclarea) verströmt einen betörenden Duft. Foto: LWG

Viele spätblühende heimische Arten wie beispielsweise Hirschwurz (Peucedanum cervaria) oder Bergaster (Aster armellus), sind an magere Standorte angepasst und kommen daher auf nährstoffreichen Böden und Substraten nicht zurecht. Zudem ist bei gebietseigenem Saatgut die Artenauswahl entsprechend des Standortes gering, was viele Spätblüher von vornherein ausschließt. Da eine Abmagerung der Böden nicht immer umsetzbar und auch nicht zielführend ist, müssen andere Lösungen gefunden werden, um auch im Spätsommer den noch zahlreichen Insekten auf Nahrungssuche ein Angebot zu machen.

Die Klima-Bienenweide, die seit 2018 an der LWG entwickelt wird, verfolgt dieses Ziel. Als sogenannte Hybridmischung besteht sie aus heimischen und nichtheimischen Wildpflanzen. Sorgfältig ausgewählte, spätblühende Pflanzen nichtheimischer Herkunft kommen mit der Kombination Trockenheit, Hitze und nährstoffreiche Böden oft besser zurecht als heimische. Durch ihren Einsatz lässt sich das Blütenangebot über die Saison verlängern, wodurch mehr Bestäuber angesprochen werden können als bei rein heimischen Mischungen (Salisbury et al. 2015).

Die Akzeptanz nichtheimischer Pflanzenarten kann bei Wildbienen hoch sein, vor allem bei Generalisten und wenn man auf Gattungsebene geeignete Pflanzenarten auswählt, wie Versuche und Beobachtungen der LWG zeigen (Heidinger et al. 2019). Vor ihrem großflächigen Einsatz sollten nichtheimische Arten sorgfältig auf ihr Ausbreitungs- und Verdrängungspotential untersucht werden, um die Gefahr der Invasivität gering zu halten. Mit ihrer Hilfe kann jedoch über die gesamte Saison ein reichhaltiges Blütenangebot bereitgestellt werden und dieses Potential grundsätzlich zu missachten, erscheint in Hinblick auf den Klimawandel nicht zielführend.

Die LWG verfolgt allgemein einen integrierenden Ansatz in der Pflanzenverwendung, in dem die Aspekte Ökologie, Ökonomie und Nutzeransprüche gleichermaßen berücksichtigt werden sollen (Edelmann et al. 2021). Arten werden entsprechend ort- und funktionsbezogen ausgewählt und hierbei kann auf verschiedene Herkünfte zurückgegriffen werden.

In der Klima-Bienenweide kommen daher unter anderem auch Wildpflanzen nordamerikanischer Herkunft zum Einsatz. Zu diesen gehören beispielsweise der Raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta), Himmelblaue Aster (Aster azureus), und Präriesonnenhut (Ratibida columnifera), welche die spätblühende heimische Goldrute (Solidago virgaurea), die ebenfalls mit einem hohen Prozentsatz in der Mischung enthalten ist, im Spätsommer unterstützen sollen.

Zusätzlich findet die Verlängerung der Blüte auch auf Gattungsebene statt. Echtes Herzgespann (Leonurus cardiaca), das mittlerweile bereits im Juli zur Samenreife kommt, wird hier mit Sibirischem Herzgespann (Leonurus japonicus) kombiniert, welches noch bis in den September hinein blüht und sich besonders bei Hummeln großer Beliebtheit erfreut.

Dieses Prinzip wird ebenfalls bei der Salbeiblüte eingesetzt. Hier liefert der heimische Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) zusammen mit Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Quirl-Salbei (Salvia verticillata) und Muskateller-Salbei (Salvia sclarea) eine durchgehende Salbeiblüte von Ende Mai bis Mitte Oktober.

Viele heimische Arten haben nichtheimische Verwandte mit einem späterem Blühzeitpunkt, die in der Klima-Bienenweide eingesetzt werden, so auch die pannonische Schmalblättrige Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea ssp. angustifolia (pannonica)) im Vergleich zur heimischen Wiesenflockenblume (Centaurea jacea). Durch diese Methode können die Auswirkungen des Klimawandels auf die Verschiebung der Phänologie heimischer Pflanzen mit nichtheimischen Pflanzen derselben Gattung abgepuffert werden. Insgesamt besteht die Klima-Bienenweide aus 69 einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Arten und ist auf eine Standzeit von fünf Jahren ausgelegt.

Klima-Bienenweide blüht und blüht und blüht. . .

Vor den Toren von Sommerach hat sich die Klima-Bienenweide gut entwickelt; auch im dritten Standjahr bot sie eine reiche Blüte von Mai bis Oktober. Im Jahr 2021 befand sie sich nun bereits im vierten Standjahr und trotz der Einwanderung von Gräsern aus der Umgebung ist der Bestand nach wie vor artenreich.

Obwohl Blühmischungen meistens relativ dicht wachsen, bleibt in den heterogenen Beständen noch genug Raum für ökologisch wertvolle, bodenbürtige Wildkräuter. So bietet beispielsweise die nicht in der Mischung enthaltene Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum), die besonders bei Hummelköniginnen beliebt ist, in der Sommeracher Fläche als Frühblüher bereits im April ein reiches Blütenangebot. Außerdem kommen Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis) und Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis) in hoher Zahl im Bestand vor.

Zur optischen Pflege kann das Pflanzenmaterial des Vorjahres Ende des Winters abgemäht und das Mähgut abgetragen werden; die alten Pflanzenstängel können jedoch als Überwinterungs- und Sommerbruthabitate dienen, weswegen eine stehengelassene Teilfläche sinnvoll ist. Eine weitere Pflege ist ansonsten nicht notwendig, da die Bienenweiden so konzipiert wurden, dass sie auch ohne einen Schnitt im Sommer funktional bleiben.

Bienenweiden können auf ausgewählten kommunalen Flächen sowie auf Ausgleichsflächen zum Einsatz kommen, zum Beispiel Freiflächen, wie Bauerwartungsland und Industriebrachen, in Parkanlagen, in Streifen entlang von Rad- und Spazierwegen, oder auf Verkehrskreiseln. Die beiden neuen Bienenweiden der LWG, Regio-Bienenweide und Klima-Bienenweide, decken unterschiedliche Bedürfnisse ab und liefern hierdurch einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität.

Die Trachtlücke im Spätsommer kann durch den Einsatz nichtheimischer Wildpflanzen geschlossen werden, was allein mit gebietseigenen Pflanzenarten kaum in vergleichbarer Weise möglich wäre; so ergeben sich auf landwirtschaftlichen und kommunalen Flächen neue Chancen für den Naturschutz, die es zu nutzen gilt. Beide Blühmischungen sollen im Laufe des Jahres 2022 in den Handel kommen.

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Auch im vierten Standjahr blüht die Klima-Bienenweide in Sommerach nach wie vor artenreich und bereichert das Stadtbild. Foto: LWG


Weiterführende Informationen

Weitere Informationen über die verschiedenen Veitshöchheimer Blühmischungen für den Siedlungsbereich, die freie Natur und landwirtschaftliche Nutzflächen können unter www.lwg.bayern.de/landespflege/urbanes_gruen/227440/ abgerufen werden.

Das Veitshöchheimer Leitbild zur integrierten Pflanzenverwendung kann unter www.lwg.bayern.de/mam/cms06/landespflege/dateien/lwg_2021_leitbild_pflanzenverwendung.pdf abgerufen werden.


Literatur

  • Degenbeck, M., Eppel, J., Kuhn, W., Schaper, F. (2006). Artenreiche Ansaaten - Lebensräume für Bienen & Co. Merkblatt, 8.S. www.lwg.bayern.de/mam/cms06/landespflege/dateien/merkblatt_artenreiche_ansaaten_.pdf
  • Deutsches Klima-Konsortium (DKK), Deutsche Meteorologische Gesellschaft, Deutscher Wetterdienst, Extremwetterkongress Hamburg, Helmholtz-Klima-Initiative, klimafakten.de (2021). Was wir heute übers Klima wissen - Basisfakten zum Klimawandel, die in der Wissenschaft unumstritten sind; Stand Juni 2021.
  • Doeke, M.A., Frazier, M., Grozinger, M.C. (2015). Overwintering honey bees: Biology and management. Current Opinion in Insect Science 10:185-193.
  • Edelmann, T., Marzini, K., Degenbeck, M., Eppel-Hotz, A., Adelsberger, A., Krimmer, E. (2021). Das Veitshöchheimer Leitbild zur integrierten Pflanzenverwendung. Neue Landschaft 5: 44-49.
  • Fries, I., Camazine, S. (2001). Implications of horizontal and vertical pathogen transmission for honey bee epidemiology. Apidologie 32: 199-214.
  • Gloor, S., Bontadina, F., Moretti, M., Sattler, T., Home, R. (2010). BiodiverCity: Biodiversität im Siedlungsraum. Zusammenfassung. Synthesebericht im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU.
  • Haaland, C., Naisbit, R.E., Bersier, L.?F. (2011). Sown wildflower strips for insect conservation: a review. Insect Conservation and Diversity, 4: 60-80.
  • Hallmann, C.A., Sorg, M., Jongejans, E., Siepel, H., Hofland, N., Schwan, H., Stenmans, W., Müller, A., Sumser, H., Hörren, T., Goulson, D., de Kroon, H. (2017). More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas. PLOS ONE 12.
  • Heidinger, I., Marzini, K., Degenbeck, M, Illies, I. (2019). Utilisation of mixtures of energy plants by honeybees and other flower visiting insects. Poster zur 66. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung in Frankfurt.
  • Hofmann, M.M., Zohner, C.M., Renner, S.S. (2019). Narrow habitat breadth and late-summer emergence increases extinction vulnerability in Central European bees. Proc. R. Soc. B. 286: 20190316.
  • Marzini, K. (2019). Bienenweiden für Stadt und Land. Neue Landschaft 7: 28-33.
  • Salisbury, A., Armitage, J., Bostock, H., Perry, J., Tatchell, M., Thompson, K. (2015). Enhancing gardens as habitats for flower?visiting aerial insects (pollinators): should we plant native or exotic species? J Appl Ecol, 52: 1156-1164.
Dr. Elena Krimmer
Autorin

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Dipl.-Biol. Kornelia Marzini
Autorin

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

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