Zur ökologischen, ökonomischen und technischen Umsetzung von Therapiegärten

Nachhaltige Dachbegrünung

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Gartentherapie Bauwerksbegrünung
Wiegmann-Klinik in Berlin: nicht ohne Grund FBB-Gründach des Jahres 2010. Foto: Optigrün

In Deutschland werden pro Jahr etwa acht Millionen Quadratmeter Dachfläche neu begrünt. Davon beträgt der Anteil an extensiver Begrünung etwa 80 Prozent. Und diese etwa sechs Millionen Quadratmeter Extensivbegrünungen finden sich vorrangig auf Gebäuden von Industrie und Städten auf Produktions- und Lagerhallen, Schulen, Sport- und Festhallen, aber auch auf Krankenhäusern und Seniorenwohnanlagen. Meist sind es Bauauflagen aus Gründen des Naturschutzes, die die Bauherren zur Begrünung veranlassen und leider noch weniger die eigene Überzeugung vom Grün auf dem Dach. Doch gerade bei Krankenhäusern, Pflegeheimen und Seniorenwohnanlagen bieten sich aufgrund ihrer starken Patienten- und Besucherfrequenz neben der "zwanghaften" Extensiv- auch "gewünschte" nutzbare Intensivbegrünung an. Und dafür gibt es viele gute Gründe und viele Praxis-Beispiele.

Warum Dachbegrünungen bei Krankenhäusern & Co.?

Begrünte Dächer vereinen eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Viele der genannten Funktionen (siehe Kasten) sind messbar und mit wissenschaftlich ermittelten Zahlen hinterlegt. Doch darüber hinaus gibt es weitere Argumente pro Gründach, die schwerer messbar sind. Für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen sind diese Funktionen von besonderer Bedeutung. Die aufgeführten positiven Eigenschaften begrünter Dächer und Fassaden lassen sich auch gut unter dem Oberbegriff "Nachhaltiges Bauen" zusammenfassen.

Nachhaltiges Bauen

Nachhaltiges Bauen heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen, damit nachfolgenden Generationen ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen werden kann. Für den Baubereich lassen sich aus diesen Dimensionen verschiedene Schutzziele ableiten.

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Gartentherapie Bauwerksbegrünung
Gartentherapie Bauwerksbegrünung
Krankenhaus Nord Nürnberg: gestaltete Extensivbegrünungen sind schön für das Auge. Foto: Optigrün
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Privatpatienten-Dachgarten beim Krankenhaus Nord in Nürnberg. Foto: Optigrün

Dabei wird im Rahmen einer Lebenszyklusbetrachtung die Optimierung sämtlicher Einflussfaktoren über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes - also von der Rohstoffgewinnung über die Errichtung bis zum Rückbau - angestrebt. Alle Lebensphasen eines Bauwerks müssen im Hinblick auf die unterschiedlichen Aspekte der Nachhaltigkeit analysiert und in ihrem Zusammenwirken optimiert werden. Ziel ist das Erreichen einer hohen Gebäudequalität mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt. Die Beurteilungs- bzw. Bewertungsmaßstäbe der Nachhaltigkeit von Gebäuden beziehen sich auf drei vorrangige Schutzziele:

  • Ökonomie
  • Ökologie
  • Soziales und Kulturelles

Ökonomie

Naheliegend ist die Frage nach der Rentabilität einer Dachbegrünung. Die bisher durchgeführten Kosten-Nutzen-Analysen lassen sich aufgrund unterschiedlicher Ergebnisse nicht direkt miteinander vergleichen, dennoch sind sich alle Autoren einig - begrünte Dächer rechnen sich - früher oder später. Einige nachfolgend angeführte Punkte betreffen die mögliche Kosteneinsparung durch eine Begrünung.

  • Schutz der Dachabdichtung vor Extrembeanspruchung bei Spitzentemperaturen im Sommer und Winter und vor Wind- und Witterungseinflüssen wie Sturm, Hagel, UV-Strahlung - damit verlängerte Lebensdauer der Dachabdichtung gegenüber der unbegrünten Variante. Fachleute sprechen von einer doppelt so langen Zeit ohne Reparaturen oder Komplettsanierungen.
  • Die Dachbegrünung bildet die Auflast der Solarmodule, so dass Durchdringungen in die Dachabdichtung vermieden werden können.
  • Wärmedämmleistungen im Winter und Hitzeschild im Sommer und damit ein Beitrag zur Energieeinsparung, auch wenn (noch) nicht mit Zahlen anrechenbar.
  • Erhöhung des Wirkungsgrades von Photovoltaikanlagen bei der Kombination Photovoltaik/Dachbegrünung. Photovoltaik und Dachbegrünung schließen sich nicht aus - ganz im Gegenteil. Die Dachbegrünung verbessert die Leistung der Photovoltaikanlage um etwa fünf Prozent durch die Kühlung der Solarmodule und trägt damit zur schnellen Rentabilität des Objektes bei.
  • Wasserrückhaltung - je nach Begrünungsart jährlich 30 bis 99 Prozent des Niederschlags, und Minderung der Spitzenabflüsse - je nach Begrünungsart bis zu 100 Prozent. Damit Entlastung der Kanalisation mit den verbundenen Einsparungspotenzialen bei der Rohr- und Kanaldimensionierung, Einsparung von Regenrückhaltebecken und mögliche Gebührenminderung bei Städten mit gesplitteter Abwassersatzung.

Die angeführten Punkte betreffen in erster Linie extensiv begrünte Krankenhausdächer. Im Gegensatz zu Industriehallen sind Krankenhäuser sowie Pflegeheime usw. auf eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt, so dass es eine wichtige Rolle spielt, ob und wann Sanierungsarbeiten am Dach anfallen. Eine verlängerte Lebensdauer der Dächer und Energiekosteneinsparungen bei Heizung und Gebäudekühlung sind ernst zu nehmende Faktoren.

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Hubschrauberlandeplatz Klinikum Düsseldorf - höchste Anforderungen an den Gründachaufbau. Foto: Optigrün
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Eine artenreiche und kostengünstige Extensivbegrünung wertet die Besucherterrasse auf. Foto: Optigrün
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Oben leicht, weiter unten sicht- und fühlbar begrünt - mit Blick über Berlin. Foto: Optigrün
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Erholung und Abwechslung auf dem Dachgarten - sicher mit auflastgehaltenem Geländer ohne Dachdurchdringung. Foto: Optigrün

Ökologie

Hier finden sich die Punkte, die naturschutzrelevanten Belangen gerecht werden.

  • Ökologische Ausgleichsflächen und Ersatz-Lebensräume für Tiere. Anerkannte Minderungsmaßnahme bei der Eingriffs-Ausgleichsregelung.
  • Je nach Begrünungsart und Vegetationsform sind dauerhafte Lebensräume mit hoher Artenvielfalt in Flora und Fauna möglich bzw. temporäre Rückzugsbiotope für Wildbienen, Schmetterlinge usw.
  • Ausgewählte Gründachsysteme mit ausgeglichener Ökobilanz, Produkte natürlichen Ursprungs bzw. aus Recyclingmaterial und einem dezentralen Substratkonzept, um Transportwege zu minimieren.

Soziales

In diesem Themenbereich steckt vor allem das, was man unter "Lebensqualität" versteht, die durch das Begrünen von Dächern direkt und indirekt beeinflussbar ist. Das betrifft in besonderem Maße alle Einrichtungen, die der Gesundheit der Menschen dienen wie Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Pflegeheime, Seniorenwohnanlagen usw. Hier hilft "Grün" den Patienten bei der Heilung und schafft für sie und ihren Besuch eine wohltuende Umgebung, in der man sich wohlfühlt.

  • Durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers ergibt sich eine Verbesserung des Umgebungsklimas: Kühlung und Luftbefeuchtung. Eine Dachbegrünung bietet den zehnfachen Kühleffekt gegenüber einer nackten Dachabdichtung.
  • Verbesserung der Luftschalldämmung aufgrund der größeren Schwingungsträgheit der Gesamtfläche und gute Schalladsorption wegen der Struktur der Vegetation. Man geht davon aus, dass aufgrund der Auflast eine Luftschalldämmung von fünf bis 46 Dezibel möglich ist und die Pflanzendecke die Schallreflektion um etwa zwei bis drei Dezibel (A) vermindert.
  • Filterung von Luftschadstoffen und Feinstaub und Minderung von Elektro-Smog. Dachbegrünungen reduzieren etwa 99 Prozent des Bleis und 96 Prozent des Cadmiums und reinigen die Luft von etwa 20 Prozent jeglicher Luftverunreinigung. Pro Quadratmeter Grasdach werden pro Jahr etwa 200 Gramm Staubpartikel gebunden.
  • Verbesserung des Arbeits- und Wohnumfeldes für die Menschen, insbesondere bei einseh- bzw. begehbaren Dachbegrünungen.
  • Zusätzliche Wohn-, Nutz-, Pausen- und auch Begegnungsstätten bei Intensivbegrünungen (Dachgärten) - generationsübergreifend für junge und ältere Menschen.

Die positive Auswirkung von Pflanzen lässt sich nur schwer messen - doch wer blickt nicht lieber auf eine Grünfläche als auf graue, unbegrünte und aufgeheizte Dachlandschaften? Unter anderem sind aus diesem Grund frei einsehbare Dächer bei vielen Büros, Krankenhäusern und Pflegeheimen begrünt. Der Gestaltungsfreude sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie Beispiele blühender Kräuter-Wiesen, Farbspiele, Abtrennung verschiedener Arten oder Mischung von Kies und Begrünung zeigen. Dabei können schon einfache Extensivbegrünungen eine willkommene und nicht viel teurere Alternative zu bekiesten Dächern sein. Aus der Praxis gab es tatsächlich schon Bedenken, dass sich durch die Dachbegrünung angelockte Tiere negativ auf die Sauberkeit und Hygiene bei Krankenhäusern auswirken könnten und Begrünungen deshalb zu vermeiden wären. Das sind allerdings völlig haltlose Argumentationen, die bisher jeder Grundlage entbehrten. Seit vielen Jahrzehnten werden Dächer von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen begrünt - ohne negative hygienische Auswirkungen. Mit der gleichen Argumentation müsste dann auch das blühende Grün der Außenanlagen vermieden werden.

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Schnitt durch einen Dachgarten mit Verkehrsfläche. Foto: Optigrün
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Schnitt durch die Systemlösung Gartendach. Abb.: Optigrün
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Betreutes Wohnen Lanz-Carree in Mannheim - großflächiger und abwechslungsreicher Dachgarten mit erhöhten Pflanzbeeten. Foto: Optigrün
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Pflanzbeet durch Einfassung mit Randelement. Abb.: Optigrün

Die Tendenz zu nutzbaren Intensivbegrünungen mit Freizeit- und Verkehrsflächen ist spürbar. Nicht nur auf Krankenhäusern, sondern auch auf Kaufhäusern, Einkaufszentren, Hotelanlagen, Schulen, Kindertagesstätten und Parkhäusern entsteht für den Menschen zusätzlicher "Wohnraum". Und das Reizvolle für alle Investoren - der Baugrund für diese weiteren Nutzflächen ist kostenlos. Er wurde ja schon ebenerdig bezahlt und erfährt "oben" eine "Zweitnutzung". Und selbst die Kosten einer intensiven Dachbegrünung sind bei weitem geringer als die Kosten eines neuen Bauplatzes - man muss sich nur die Grundstückspreise in größeren Städten vor Augen halten. Ganz zu schweigen, dass vor allem in Ballungszentren freie Bauplätze Mangelware sind.

Begrünte und nutzbare Flächen auf Krankenhäusern - Dachbegrünung als Therapie

Es gibt viele Beispiele für den gezielten Einsatz von Dachbegrünungen zu therapeutischen Zwecken; nicht nur bei Sporteinrichtungen auf dem Dach zur Rehabilitation, sondern auch zur Belebung der Sinne. Beispielsweise Kräuterspiralen, Hochbeete und Gehparcours zum Riechen, Greifen und Erleben der Natur. Auf dem Dach lässt sich (fast) alles verwirklichen, was auch im ebenerdigen Garten möglich ist - auch der Anbau von Küchenkräutern (Schnittlauch, Origanum, Thymian, Rosmarin, Lavendel), Obst (Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Äpfel, Felsenbirnen) und Gemüse (Tomaten, Salat, Zucchini, Gurken). Der Dachgarten kann zum Heil- und Erlebnisgarten werden für Patienten und Besucher.

Folgende Punkte müssen in der Planung berücksichtigt werden:

  • Wurzelschutz
    Wurzelfeste Dachabdichtung nach dem FLL-Verfahren oder der DIN EN 13948
  • Ausreichende Statik für zusätzliche Flächenlasten
    Etwa 80 bis 100 Kilogramm pro Quadratmeter bei Extensivbegrünungen und ab etwa 250 bis 500 Kilogramm pro Quadratmeter bei Intensivbegrünungen - plus Verkehrslast in Abhängigkeit der Nutzung
  • Anschlusshöhen
    Die Dachabdichtung bzw. der Wurzelschutz muss bei Flachdächern im Randbereich mindestens zehn Zentimeter über Oberkante Substrat- bzw. Kiesschicht gehen. Fehlende Anschlusshöhen können durch vorgestellte Randelemente aus Faserzement, Aluminium oder Edelstahl ausgeglichen werden. Alternativ oder zusätzlich können aus den gleichen Elementen Hochbeete geschaffen werden
  • Dachgefälle
    Bei Extensivbegrünungen wird ein Gefälle von zwei Prozent und bei Intensivbegrünungen aufgrund des gewünschten Wasseranstaus von null Prozent empfohlen
  • Entwässerung
    Ausreichend dimensioniertes Entwässerungssystems und Gründach-Dränagen wie beispielsweise die Festkörperdränagen FKD 12, 25, 60
  • Wasseranschluss
    Ist grundsätzlich vorzusehen: bei Extensivbegrünung bei der Startbewässerung, bei Intensivbegrünung zur automatischen Bedarfsbewässerung
  • Sicherheit
    Maßnahmen zur Absturzsicherung. Bei Extensivbegrünung vorrangig zur Sicherheit bei Pflege und Wartung mit auflastgehaltenen Sicherungssystemen für die persönliche Schutzausrüstung wie beispielsweise Optisafe Typ Liner. Bei Intensivbegrünungen und genutzten Dachterrassen können ebenso auflastgehaltene Geländersysteme (Optisafe Typ G) eingesetzt werden, die die Dachabdichtung nicht durchdringen und so ihre Schadensanfälligkeit senken
  • Passender Gründach- und Verkehrsflächen-Aufbau
    Extensivbegrünung in ein- oder mehrschichtiger Bauweise (zum Beispiel mit den Systemlösungen Spardach, Naturdach) mit den Grundsätzen je höher der Aufbau, desto reicher die Pflanzenvielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten, was wiederum den Gesundheitsfaktor erhöht.
    Intensivbegrünungen (Dachgärten, Dachterrassen) in mehrschichtiger Bauweise, teilweise mit der Kombination von Grün- und Verkehrsflächen.

Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL) gibt Empfehlungen und Vorgaben in ihren beiden Regelwerken: "Richtlinie zur Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen (Dachbegrünungsrichtlinie)" und "Empfehlungen zu Planung und Bau von Verkehrsflächen auf Bauwerken".

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Schnitt durch den Übergang Plattenbelag/Begrünung. Abb.: Optigrün
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Eine Kräuterspirale auf dem Dach zum bewussten Erleben der Natur. Foto: Optigrün
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Etwa drei Jahrzehnte Dachbegrünung beim Samariterstift in Neresheim. Foto: Optigrün

Praxis-Beispiele

Nachfolgend wird eine kleine Auswahl an umgesetzten Beispielen vorgestellt - von Extensiv- zu Intensivbegrünungen.

Krankenhaus Nord in Nürnberg
Auf den unteren Dachflächen, die von den darüber liegenden Patientenzimmern einsehbar sind, wurde eine gestaltete Extensivbegrünung (Systemlösung Naturdach) gewählt. Kiesbänder in organischen Formen und die begrünten Flächen unterschiedlicher Farbaspekte sorgen für eine optisch sehr ansprechende Dachbegrünung, die dabei dennoch nicht ihre Ordnung verliert. Die obersten Dachflächen wurden für Privatpatienten als begehbarer Dachgarten mit der Systemlösung Gartendach gestaltet - im Garten auf dem Dach mit Blick auf begrünte Dächer.

Klinikum in Düsseldorf
Die weitläufigen oberen Dachflächen sind einfach extensiv begrünt (Systemlösung Spardach), die unteren einsehbaren Dächer wurden auch extensiv, jedoch höherwertig und gestaltet angelegt (Systemlösung Naturdach). Eine Besonderheit der oberen Fläche war die Integration eines Hubschrauberlandesplatzes. Aufgrund der auftretenden Windsogkräfte wurden hier besondere Ansprüche an den Gründachaufbau (Verwehsicherungsprüfungen im Windkanal) und dessen Vegetation gestellt. Hier sind nach den Vorgaben der Anwendungstechnik der Optigrün AG vorkultiviere Vegetationsmatten verlegt worden.

Pflegezentrum Hegau in Singen
In Singen wurden alle Dächer extensiv begrünt (Systemlösung Naturdach). Aufgrund der ausgewählten artenreichen Saatgutmischung Typ E entstanden somit Blumenwiesen, deren Anblick Bewohner und Besucher gleichermaßen erfreuen. Die Besucherterrasse (Systemlösung Verkehrsdach) ist mit der ihr umgebenden Extensivbegrünung auf einfache Art aufgewertet worden.

Pflegeheim Bootsmann-Straße in Berlin
Der herrliche Blick von ganz oben, der leider nicht allen möglich ist, zeigt die Kombination aus einer leichten Extensivbegrünung (Systemlösung Leichtdach) auf den obersten Dachflächen und die begehbaren Dachterrassen mit Pflanzbeeten (Systemlösung Gartendach) eine Etage tiefer. Besonderheiten sind die Windsog- und Verwehsicherungen der oberen Leichtdachbegrünungen mit Rasengittersteinen und Vegetationsmatten und die mit Faserzement-Randelementen Typ T und L eingefassten Pflanzbeete auf den Terrassen.

Pflegezentrum in Bruchsal
Extensivbegrünungen auf den höchstgelegenen Dächern sorgen für die Kleinklimaverbesserung und der begehbare Dachgarten bietet mit verschiedenen Pflanzen, Sitzgelegenheiten, einem kleinen Teich und einer Kräuterspirale willkommene Erholungs- und Entspannungsplätze für die Bewohner.

Lanz-Carree in Mannheim
Der große Dachgarten (Systemlösungen Gartendach und Verkehrsdach) bietet neben vielen Sitzgelegenheiten und Rasenflächen auch für Rollstuhlfahrer gut zugängliche Pflanzbeete, so dass die Natur greifbar nah ist.

Wiegmannklinik in Berlin
Der Patientengarten im obersten Stockwerk ist geschaffen worden, um den Kranken Rückzugsräume und Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben, aber auch die Möglichkeit, mit anderen Patienten ins Gespräch zu kommen. Eine reiche und dichte Bepflanzung (Systemlösung Gartendach), Wegeflächen und Decks mit hochwertigem Holzbelag, mit Kletterpflanzen geschützte Sitzgelegenheiten, ein Wasserlauf und eine Ecke mit Obstanbau (Äpfel, Himbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren) machen den Garten zu einer Oase über den Dächern von Berlin. Nicht umsonst wurde er zum FBB-Gründach des Jahres 2010 gewählt.

Zusammenfassung

Viele Dächer von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Seniorenwohnanlagen sind begrünt - als Blickfang, Therapie-, Erholungs- und Pausenflächen, gleichermaßen für Patienten und Gäste.

Jede Art von Bauwerksbegrünung dient - unabhängig von der Begrünungsart dem Nutzen und Wohlbefinden des Menschen: die extensiven Begrünungen als Schutzschild und Kleinklimaverbesserer, die intensiven Dächer als Gestaltungselement und erweiterten Wohnraum. Wenn es uns gelingt, die Dachbegrünung als gesundheitsförderndes Element einer breiten Masse von Planern und Bauherrn nahe zu bringen, dann entstehen viele hochwertige Gebäude mit zusätzlichen Nutzflächen. Mit vorausschauender Planung lassen sich Dachgärten als weiterer Wohnraum gezielt in die Gebäudekonzeption einbringen. Infrage kommende kommunale Gebäude sind für Extensivbegrünungen vor allem Schulen, Turn- und Festhallen und bei genutzten Dachgärten bieten sich Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen aller Art an.

Dr. Gunter Mann
Autor

Präsident des Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)

Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)

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