Kommentar

Heißzeit

von

Rüdiger Dittmar, LeiterAmt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig,Vizepräsident der GALK. Foto: Privat

Und es ändert sich doch! Die Klimaveränderung macht sich regelmäßig und mit immer größeren Extremen bemerkbar. Die Bandbreite zwischen Starkregenereignissen auf der einen sowie Dürre- und Hitzeperioden auf der anderen Seite belegt die rasante Veränderung.

Diese Doppelung von Klimaveränderung und zunehmender Verdichtung ist es, die den Handlungsdruck im Stadtgrün aktuell deutlich verstärkt. Die Bundesregierung hat diese Problematik erkannt und in ihrem Weißbuch "Stadtgrün" dokumentiert. Allerdings wird das Stadtgrün, die urbane grüne Infrastruktur, einem immer größeren Stresstest unterzogen und gleichzeitig von immer mehr Nutzerinnen und Nutzern zunehmend intensiver in Anspruch genommen. Klimaveränderung, immer stärkere Bautätigkeit und mehr Menschen, welche die verbliebenen Flächen nutzen, diese Situation bedarf nicht nur einer Problembeschreibung. Vielmehr ist aktives Handeln gefragt und es müssen Antworten gefunden werden, etwa wie viel Stadtgrün wollen wir in unseren Städten erhalten?

Hier sind natürlich die Kommunen gefragt. Wesentlich ist auch mit den Bürgerinnen und Bürgern in einen intensiven Dialog einzusteigen! Die Frage, wie stellen sie sich eine lebenswerte, grüne Stadt vor, was soll Stadtgrün leisten, wie sieht es aus und vor allem wo und wie viel soll es sein? Für diesen Dialog braucht es Ressourcen, vor allem Personal, das sich dem Stadtgrün gemeinsam mit der Bürgerschaft annimmt. Doch dieser Ansatz auf der kommunalen Ebene reicht bei weitem nicht aus! Es braucht jetzt kurzfristig und massiv Unterstützung des Stadtgrüns durch den Bund. Dieser hat die Problemlage zwar erkannt, muss darauf aber reagieren. Wer will, kann helfen. Forschung auf allen Ebenen ist notwendig, Monitoring zum Stadtgrün, wie beispielswiese eine Kartierung und Bonitierung der Straßenbaumbestände nach dem Dürresommer, die bundesweite Förderung von Masterplänen zum Stadtgrün, alles Dinge die sofort angegangen werden können. Und daher bedarf es für das Stadtgrün eines gestärkten und weiterhin eigenständigen Förderprogramms. Ein Programm, welches direkte Investitionen in den Bestand sowie die gesamtstädtische Entwicklung des Stadtgrüns massiv unterstützt. Nur durch konkrete Maßnahmen, die der Bund durch eine Förderung steuern kann, werden Begriffe wie Multifunktionalität oder Multicodierung in die Umsetzung und "Erprobung" gebracht. Ohne intensive finanzielle Förderung konkreter Projekte wirken diese Begriffe wie heiße Luft, die die Effekte der Heißzeit nur beschleunigen.

Rüdiger Dittmar

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2019 .

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