Lavendel, Hortensie und Astilbe

Pflanzenhighlights des Jahres 2022

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Messestimmung aus alten Tagen. Foto: IPM

Auch ohne die Leitmesse der grünen Branche, der IPM, die wegen der Pandemie ein zweites Mal abgesagt wurde, soll das neue Pflanzenjahr nicht ohne einen Blick auf Neuheiten an Pflanzen, Saatgut, Pflanzenschutz und neuen Trends beginnen. Unter den hier vorgestellten Neuzüchtungen finden sich Blüten- und Höhenwunder, aber auch praktische Hilfen, wie Neuheiten beim Pflanzenschutz, werden vorgestellt.

Unter den Neuzüchtungen bereichern zwei Pflanzen den Markt, die sich als wunderbare Flächengestaltung eignen: Sempervivum Arctic White und Coral Red, auch Hauswurz, Dachwurz oder Steinrose genannt. Reizvoll ist der starke farbliche Kontrast zwischen der silbrig-weißen Sempervivum Arctic Wrhite und der tiefroten "Coral Red". Von Frühling bis zum Herbst blühen sie beispielsweise in Steinbeeten und Rabatten. Die winterharten Pflanzen mit starkem Wurzelsystem sind pflegeleicht, brauchen wenig Wasser und sind äußerst wuchsfreudig. Sie bleiben in niedriger Höhe bis zu 10 bis 15 Zentimeter und bevorzugen Plätze oder Parkareale mit Sonne bis Halbschatten. Aufgrund ihrer hohen Trockenresistenz sind die beiden Neuzüchtungen gegen heiße und trockene Sommer gewappnet.

Die Neuzüchtung Forever & Ever Hortbux (Hydrangea macrophylla) bildet mit ihrer üppigen Blüte wunderschöne Hortensien-Hecken. Foto: MJJR, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2300466

Pflanzenneuzüchtungen werden normalerweise auf der IPM präsentiert. Hoffen wir auf nächstes Jahr. Foto: IPM

Dank neuer Lavendelzüchtungen sind die südlichen Pflanzen auch in nördlicheren Gegenden immer häufiger zu sehen. Foto: www.baumschule-horstmann.de

Üppig lila-blühende Lavendelfelder kennen wir vor allem aus warmen und sonnigen Regionen wie Südfrankreich. Aber mittlerweile ist Lavendel auch in nördlicheren Gegenden immer mehr zu sehen. Dass es der südlichen Pflanze auch hier gut geht, liegt an neuen Züchtungen, wie dem Lavendel "Phenomenal". Er ist winterhart, tolerant gegenüber Hitze und Nässe, aber auch resistent gegen Krankheiten. Mit gleichmäßigem Wuchs, strahlend-blauer Blütenfarbe und dem herrlichen Duft der Lavendelblüten blüht er von Juni bis September und erreicht eine Höhe von 50 bis 60 Zentimeter. Die winterharte, mehrjährige Staude bevorzugt sonnige Plätze und kommt mit wenig Wasser und geringem Pflegeaufwand aus. Der Lavendel zieht Bienen und Schmetterlinge an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenerhalt.

Einen besonderen Akzent in städtischen Grünanlagen bietet die Astilbe White Gloria mit ihren großen, cremeweißen Blütenrispen. Die fedrigen weißen Blüten setzen einen klaren Kontrast zu ihrem smaragdgrün glänzenden Laub und bringen Helligkeit in halbschattige Areale im Park. Mit ihrem buschigen, kissenartigen Wuchs eignet sich die Staude sowohl in Beeten und Rabatten an Wegrändern beispielsweise, aber auch in Kübeln auf Vorplätzen von öffentlichen Gebäuden. Auch die Astilbe zieht während ihrer Blütezeit zwischen in den Hochsommermonaten Juni und Juli Bienen an. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 40 bis 50 Zentimeter und entwickelt sich am besten im Halbschatten bis Schatten. Auch sie ist eine pflegleichte, winterharte Pflanze mit geringem Wasserbedarf, die idealerweise in Abständen von 20-30 Zentimeter gepflanzt wird.

Hortensien - solitär oder als Hecke

Natürlich sind auch im kommenden Jahr wieder Hortensien sehr gefragt. Mit außergewöhnlichem Farbspiel ist die Tee-Hortensie Hydrantea (Hydrangea serrata) eine kleine Sensation im neuen Jahr. Die Neuzüchtung stammt aus 100 Prozent biologischem Anbau und kann auch als Teepflanze gehalten werden, denn ihre Blätter enthalten eine natürliche, süß schmeckende Substanz (Phyllodulcin), die beim Aufbrühen der Blätter einen wohlschmeckenden Tee entwickeln, in Japan als "Amacha"-Tee bekannt ist. Die winterharte Tee-Hortensie wächst im Kübel oder aber auch im Beet. Sie bietet eine weitere Besonderheit: Während die Blüten am Rand schon vollkommen geöffnet sind und schneeweiß strahlen, zeigen sie sich in der Mitte geschlossen knospig in blauer Farbe. Sie wachsen bis zu 120 Zentimeter hoch und werden in Abständen von bis zu einem Meter nebeneinander gepflanzt. Die Hortensien blühen vor allem ab Juni bis Oktober in der zweiten Jahreshälfte und bevorzugen wie alle Hortensien Halbschatten bis Schatten. Pflegeaufwand und Wasserbedarf sind hier gering bis mittelhoch.

Hortensien sind zudem ideale Heckenpflanzen, mit denen sich Grünflächen oder Beete ästhetisch voneinander abgrenzen lassen. Die Neuzüchtung Forever & Ever Hortbux (Hydrangea macrophylla) bildet mit ihrer üppigen Blüte ansprechende Hortensien-Hecken. Am ein- und mehrjährigen Holz wachsend ist die winterharte Ballhortensie resistent gegen Fehler beim Rückschneiden. Entweder als Hecke oder aber auch im Kübel bildet die Ballhortensie mit ihrem kompakten, blütenübersäten Wuchs einen Blickpunkt im städtischen Grün. Sie wächst etwas niedriger als die Teerose bis zu einem Meter hoch und braucht auch etwas mehr an Wasser als diese. Ideale Plätze liegen im Halbschatten bis Schatten, wobei der Pflegeaufwand gering bis mittelhoch ist. Die Blütezeit beginnt im Juni.

Züchterische Meisterleistung

Besondere Highlights in innerstädtischen Parkanlagen sind nach wie vor Rosen. Sie sind seit jeher der attraktive Anziehungspunkt bei der Garten- und Parkgestaltung. Als züchterische Meisterleistung gilt die dunkle Edelrose Black Baccara, sie ist eine der dunkelsten Rosen der Welt. Ihre dunkel bordeauxroten Blüten schimmern im Gegenlicht fast schwarz, ihre edle Blütenform und das samtige Aussehen verleihen ihr eine einzigartige Ausstrahlung. In Richtung einer 'schwarzen' Rose gehend blüht die 3-triebige Edelrose vor allem im Juni, kann aber auch im Spätsommer noch ein weiteres Mal eine Blüte zeigen. Mit der Black Baccara lassen sich daher gut Beete gestalten, wobei sie einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem, lockerem Boden am liebsten mögen. Die winterharte, mehrjährige Rose in A-Qualität erreicht eine Wuchshöhe von ca. einem Meter und zeichnet sich durch einen aufrechten Wuchs aus.

Das Bild wird abgerundet durch eine Rarität, einer neuen Generation an Kletterrose, der Ramblerrose Paul's Himalayan Musk Rambler. Hierbei handelt es sich um eine Schlingrosen-Art, die in England bereits weit verbreitet ist. Durch ihren schnellen Wuchs erreicht die Kletterrose Höhen bis zu 5 Metern und verschönert als üppiger Busch Gärten und Parkanlagen. In wenigen Monaten wächst diese Kletterrose bereits viele Meter. Die stark duftende Blüte beginnt in Rosa und verwandelt sich dann in ein Rosé-weiß. Die Blüten erscheinen am "alten" Holz und dürfen daher nicht in der ersten Zeit zurückgeschnitten werden. Sie ist nicht mit normalen Kletterrosen vergleichbar und eine der meistbegehrten Rambler-Züchtungen. Sie blüht über den Sommer hinweg und bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze. Pflegeaufwand und Wasserverbrauch liegen im gering bis mittleren Bereich. Sie werden wurzelballiert, ca. 30-40 Zentimeter hoch geliefert und in Zwei-Meter-Abständen gepflanzt.

Eine neue Generation an Kletterrose, die Ramblerrose Paul's Himalayan Musk Rambler, ist eine Schlingrosen-Art, die in England bereits weit verbreitet ist. Foto: www.baumschule-horstmann.de

Nachhaltiger Pflanzenschutz

Prächtig blühende Pflanzen, insbesondere Rosen und Hortensien, können nur ihre ganze Pracht entfalten, wenn sie ungestört wachsen können und nicht von Ungeziefer oder Pilzen befallen werden. Hierbei hilft ein neues Biofungizid, das, präventiv eingesetzt, erfolgreich vor Echtem Mehltau, Falschem Mehltau und Botrytis schützt. Das Fungizid Romeo enhält den Wirkstoff Cerevisane, der auf nicht lebenden Zellwänden des Hefestammes Saccharomyces cerevisiae LAS117 beruht und die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen aktiviert. Es ist wichtig, dass dieses Biofungizid präventiv angewendet wird, da es eine Infektion im Entstehen verhindert. Bereits bestehende Infektionen der Pflanze kann es nicht bekämpfen, das Übergreifen auf den Neuzuwachs aber vermindert das Mittel. Idealerweise erfolgt die Anwendung in Kombination mit pilzspezifischen Fungiziden, als Tankmix oder alternierend. Die präzise und sorgfältige Ausbringung sollte mit ausreichend Wasser erfolgen. Der Schutz erfolgt sehr rasch nach Anwendung, bereits 24 Stunden nach der Behandlung mit Romeo ist der Pflanzenbestand für sieben bis zehn Tage geschützt. Danach muss die Behandlung wiederholt werden, um einen nachhaltigen Schutz aufrecht zu erhalten. Romeo kann mit biologischen oder konventionellen Pflanzenschutzmitteln gemischt werden, und wird nicht in seiner Wirkung eingeschränkt. Das Mittel verursacht keine Phytotox-Schäden an den Pflanzen und ist in ein bestehendes PSM-Programm einfach zu integrieren. In der Kombination mit anderen Mitteln ist es unproblematisch, da keine lebenden Mikroorganismen enthalten sind. Feldversuche haben gezeigt, dass es in Kombination mit spezifischen Fungiziden, wie Schwefel, Kupfer und chemischen Wirkstoffen eine erhöhte Wirksamkeit aufweist.

Eine weitere Düngerneuheit setzt ebenso auf Nachhaltigkeit. Die neue CUXIN DCM Flüssigdünger-Linie besteht aus 98 Prozent natürlichen Inhaltstoffen und Flaschen aus mindestens 95 Prozent recyceltem Material, die wiederum zu 100 Prozent recyclingfähig sind. Die einzelnen Mittel der Reihe eignen sich für verschiedene Pflanzenarten und -kulturen. Die jeweiligen Zusammensetzungen sind speziell auf die Bedürfnisse der Zielkulturen angepasst, wobei einige Formeln wachstumsstimulierende Mikroorganismen enthalten. Alle Dünger sind im kontrollierten biologischen Land- und Gartenbau, gemäß Anlage I der EU-Verordnung (EG 889/2008), anwendbar. Die enthaltenen Rohwaren stammen aus größtenteils pflanzlichen und tierischen Inhaltstoffen. Hierfür werden Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie wiederverwendet, was die Kreisläufe der Natur unterstützt. Zum Flüssigdünner gibt es ein Test-Set zur Bodenanalyse, mit dem der Nährstoffgehalt und pH-Wert des Bodens ermittelt wird. In der Anwendung ist dieser einfach, schnell und sicher. Eine zusätzlich online abrufbare Dünge-Empfehlung unterstützt die bedarfsgerechte Pflanzenversorgung.

Die fedrigen weißen Blüten der Prachtspiere (Astilbe) setzen einen klaren Kontrast zu ihrem smaragdgrün glänzenden Laub und bringen Helligkeit in halbschattige Areale im Park. Foto: www.baumschule-horstmann.de

Saatgut-Neuheiten

In den letzten Jahren werden Doldenblütler immer beliebter. Dies nicht nur wegen ihrer zarten Blütenpracht, die in Beeten durch ihr oft geschlitztes Laub und die attraktiven Blütenschirme eine dekorative Umrahmung anderer Blumen wie Tulpen oder Narzissen bilden. Besonderes leisten sie auch angesichts der Unterstützung der Artenvielfalt und insbesondere der Bienen als wichtige Nektar- und Pollenspender. Wenn man sie im Herbst nicht schneidet, so bilden sie auch im Winterbeet eine ästhetische Struktur. Samentütchen bietet die Staudengärtnerei Gaissmayer im Vierer-Set an, mit Ammi majus - Knörpelmöhre, Bischofskraut à 100 Korn, mit Orlaya grandiflora - Strahlen-Breitsame, Heidenheimer Schlossblümle à 70 Korn, mit Scandix pecten-veneris - Venuskamm à 70 Korn sowie mit Sium sisarum - Zuckerwurzel, Merk à 100 Korn. Es handelt sich um Saatgut des Vereins Förderer der Gartenkultur. Die weißen Blüten entfalten sich zwischen Mai und Oktober und erreichen eine Höhe von 40 Zentimeter bis 150 Zentimeter. Sie bevorzugen sonnige Lichtverhältnisse und als Lebensbereiche Beete oder Freifläche mit Wildstaudencharakter mit frischem Boden.

Eine weitere Saatgut-Neuheit des Vereins Förderer der Gartenkultur findet sich bei den Sommer-Phlox, einer Sommerblume mit reichem Farben- und Formenspiel und Zeichnungen, die zur Familie der Polemoniaceae zählt. Sie eignen sich besonders für die Gestaltung von Rabatten und Bauerngärten. Sommer-Phlox gedeiht gut im nährstoffreichen, humosen Boden und einem sonnigen Standort. Eine zügige Vorkultur ab Februar ist empfehlenswert, dann darf der Sommer-Phlox ab Mai ins Freiland umziehen. Der Pflanzabstand liegt bei 10 Zentimetern. Die Blüten blühen in den Farben weiß, rosa und rot zwischen Juli-September. Sie erreichen eine Höhe von 10 bis 50 Zentimeter. Andrea Brill

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2022 .

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