Weg zu einem System grüner Infrastrukturen in Santiago de Chile

Santiago+ Plan für mehr Stadtgrün

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Der "Santiago+ Plan für grüne Infrastruktur" bietet eine strategische Vision städtischen Grüns, um Santiago de Chile in eine nachhaltigere, sozial integrierte und klimaresiliente Stadt zu verwandeln. Ziel des Projekts ist die Planung und Umsetzung grüner Infrastruktur (GI) für die Stadt Santiago auf verschiedenen Ebenen: von der übergeordneten Stadtebene über die kommunale und interkommunale Zwischenebene bis hin zu lokalen Interventionen.
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1 Stadtgrün in Santiago de Chile. Foto: Santiago+Team

Durchgeführt wird das Projekt in einem partizipativen Prozess, an dem die Universidad de Chile, das Ministerium für Wohnungsbau und Städtebau gemeinsam mit mehr als 20 öffentlichen Einrichtungen, 16 Organisationen der Zivilgesellschaft, sechs weiteren akademischen Einrichtungen und drei privaten Organisationen beteiligt sind. Seit 2020 wird Santiago+ durch das EU Forschungsprojekt CONEXUS unterstützt, in dem mehr als 30 Einrichtungen aus Europa und Lateinamerika zusammenarbeiten.

Der positive Beitrag städtischer Grünflächen zur Lebensqualität wurde in Chile bisher kaum wertgeschätzt, was zur extremen Reduzierung und Verschlechterung der Qualität von Grünflächen geführt hat. Besonders betroffen davon sind Gemeinden mit geringem Einkommen. Mehrere Studien belegen die bestehende Ungleichheit in Bezug auf die Anzahl, Vielfalt und Qualität der städtischen Grünflächen in Santiago, die von den sozioökonomischen Verhältnissen in den Quartieren abhängt (Reyes & Figueroa 2010, De la Maza et al. 2002).

Die Klimakrise sowie die Corona Pandemie haben gezeigt, wie wichtig Natur in der Stadt ist, insbesondere wegen ihrer Fähigkeit, die Auswirkungen des Klimawandels, wie Überschwemmungen oder städtische Hitzeinseln abzuschwächen, sowie wegen der Vorteile, die sie für die psychische und physische Gesundheit der Bevölkerung bietet (Boch & Sang 2017, WHO 2016).

In diesem Zusammenhang bietet die Umsetzung eines Plans für grüne Infrastruktur für die Stadt Santiago eine Gelegenheit, das wachsende gesellschaftliche Interesse an Grünflächen zu fördern, und einen besseren Zugang zu verschiedenen Arten von Grünflächen in allen Stadtteilen zu schaffen. Darüber hinaus ermöglicht die Entwicklung eines GI Plans die Identifizierung und Einbeziehung der verschiedenen öffentlichen, privaten und bürgerschaftlichen Interessengruppen in Santiago mit dem Ziel, eine gemeinsame Vision für die zukünftige Entwicklung der Stadt zu schaffen. Diese gemeinsame "Vision" bietet einen Rahmen für strategisch geplante Investitionen in die grüne Infrastruktur und eine integrierte Raumplanung für Santiago.

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2 Phasen und Arbeitsschritte des Santiago+ Plans für grüne Infrastruktur. Grafik: Santiago+Team
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3 Vision und Ziele des Santiago+ Plans für grüne Infrastruktur. Grafik: Santiago+Team

Aktuelle Herausforderungen

Santiago, das politische und administrative Zentrum des Landes mit über sieben Millionen Einwohnern, steht vor einer Reihe von Herausforderungen im Zusammenhang mit Umweltrisiken, großer sozialer Ungleichheit verbunden mit einer starken räumlichen Segregation. In Santiago+ wurden sechs Problemfelder identifiziert, zu deren Lösung die grüne Infrastruktur beitragen kann:

  • Soziale Ungleichheit und räumliche Segregation: die Randbezirke der Stadt weisen eine erhöhte Konzentration von Haushalten mit geringem Einkommen auf, was zu einer ausgeprägten räumlich-sozialen Abspaltung vom Rest der Stadt und einem ungleichen Zugang zu städtischen Dienstleistungen und Einrichtungen führt.
  • Graues Santiago: Die durchschnittliche Anzahl der Grünflächen in Santiago liegt deutlich unter den Empfehlungen nationaler und internationaler Standards, und ihre Verteilung ist ausgesprochen ungleichmäßig.
  • Unzusammenhängendes Santiago: Der Mangel an grünen Korridoren auf städtischer und regionaler Ebene stellt die Mobilität der Menschen und die Verbreitungsmöglichkeiten von Flora und Fauna in Santiago vor großen Herausforderungen. Diese Tatsache trägt zu Isolation und Abkopplung von Mensch und Natur in der Stadt bei.
  • Hotspot Santiago: Santiago liegt in Zentral-Chile, einem Hotspot der Biodiversität. Die Ökosysteme und Artenvielfalt in der Gegend von Santiago sind einzigartig auf der Welt, was den Erhalt der dortigen Biodiversität von besonderer Bedeutung macht. Zunehmende Urbanisierung stellt eine Bedrohung für diesen wichtigen Lebensraum dar.
  • Gefährdetes Santiago: Die Metropolregion Santiago ist durch verschiedene hydro-meteorologische, seismische und vulkanische Gefahren einem ständigen Risiko ausgesetzt. Diese Naturgefahren werden durch den Klimawandel zunehmend verstärkt.
  • Verschmutztes Santiago: Verschmutzung ist ein weiteres großes Problem in der Metropolregion Santiago, das sich negativ auf das Wohlbefinden der Ökosysteme und der Bevölkerung auswirkt. Luftverschmutzung, die hauptsächlich durch die Emission von Gasen und Partikeln in die Luft verursacht wird, ist neben der mangelhaften Abfallwirtschaft eines der Hauptprobleme der Stadt.

Hinzu kommt die administrative und institutionelle Zersplitterung auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene. Die Existenz von 36 verwaltungstechnisch und finanziell autonomen Gemeinden in Santiago, die keine gemeinsame Führung haben, macht es sehr schwierig eine integrierte Vision und eine ausgewogene Entwicklung der Stadt zu gestalten. Darüber hinaus verfolgt jedes Ministerium seine eigene Agenda, seine eigenen Ziele und Strategien, was die Umsetzung von Plänen und Programmen erschwert, die sich mit komplexeren Fragen befassen und einen ganzheitlichen Ansatz erfordern. Eine mangelnde Kooperation zwischen den Fachverwaltungen innerhalb der Ministerien führt zu zusätzlichen Hürden bei der Planung und Integration von grüner Infrastruktur in die Stadtentwicklung.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, muss die gesamte Stadtlandschaft Santiagos in einen umfassenden Plan für grüne Infrastruktur einbezogen werden, der verschiedene räumliche Maßstäbe und zeitliche Interventionsmöglichkeiten (kurz- bis langfristig) berücksichtigt. Dies setzt voraus, dass man die soziale und ökologische Rolle versteht, die jede Grünfläche in der Stadt spielt, und wie sie zur soziökologischen Resilienz des Stadtgebiets beiträgt.

Darüber hinaus muss ein neues Governance Modell geschaffen werden, das die Koordinierung und Verknüpfung der verschiedenen Akteur:innen und Sektoren ermöglicht, die an der Planung und Verwaltung von grüner Infrastruktur beteiligt sind. Dies beinhaltet Ansätze für Bürgerbeteiligung, verbesserte Kooperationen zwischen den Kommunen und Ministerien, und die Entwicklung einer gemeinsam getragenen "Stadtvision", die auf das Gemeinwohl und auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist. Good Governance spielt in diesem Prozess eine grundlegende Rolle, um eine erfolgreiche Umsetzung eines städtischen GI Systems zu gewährleisten und die sozio-ökologischen Herausforderungen auf umfassende und koordinierte Weise anzugehen.

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4 Schematische Darstellung der Hauptelemente zur Strukturierung grüner Infrastrukturen im Santiago+ Plan. Grafik: Santiago+ Team
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5 Vorschlag für die räumliche Struktur des Santiago + Plans. Grafik: Santiago+ Team
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6 Verteilung der elf Arbeitsgebiete (Zonen) im Stadtgebiet . Grafik: Santiago+Team

Planungsprozess

Die Ausarbeitung des Santiago+ Plan für grüne Infrastruktur erfolgte in fünf Schritten (Abb.2) unter der Beteiligung eines interdisziplinären Teams der Universidad de Chile und des Ministeriums für Wohnungswesen und Städtebau sowie einem technischen Ausschuss und von Arbeitsgruppen bestehend aus Akteur:innen des öffentlichen und privaten Sektors, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die ersten drei Schritte des Entwurfsprozesses werden im folgenden Teil beschrieben. Sie stellen die Grundlage für die Entwicklung des Santiago+ Plans dar. Der Prozess basiert auf den von McMahon (2012) und Firehock (2015) beschrieben Methoden für die Entwicklung eines partizipativen Plans für grüne Infrastruktur.

Die Analyse bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen und von Best Practice Erfahrungen war der erste Schritt bei der Ausarbeitung des Santiago+ Plans. Hierfür wurden sowohl internationale Erfahrungen sowie Projekte, Gesetzestexte, Pläne und Strategien chilenischer Institutionen mit Bezug zur Gestaltung und Umsetzung von GI Maßnahmen analysiert. Durch diese Analyse wurde ein Überblick über die Handlungsmöglichkeiten im Bereich der grünen Infrastruktur gewonnen. In einem zweiten Schritt wurden die Ergebnisse dieser Analyse in mehreren Workshops vorgestellt. In einem partizipativen Prozess konnten die Teilnehmer:innen die wichtigsten Ziele und Leitlinien des Santiago+ Plans für die Stadt definieren. An diesem Prozess waren verschiedene Akteursgruppen der Stadtgesellschaft aus dem öffentlichen, privaten und akademischem Bereich beteiligt.

Während des partizipativen Prozesses entwickelte sich eine gemeinsame Vision für die Stadtentwicklung. Diese unterstreicht die Notwendigkeit Santiago in eine Stadt zu verwandeln, die in Bezug auf ihre Grünflächen integrierter und gerechter ist. Außerdem soll eine klimaresiliente und gesündere Stadtnatur in Santiago gefördert werden. Daraus ergeben sich die zwei wichtigsten strategischen Handlungsfelder des Santiago+ Plans:

  1. Förderung von sozialen und räumlichen Integrationsprozessen
  2. Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen für Santiago

Die sieben spezifischen Ziele des Plans sind in Abb. 3 dargestellt.

Räumliche Struktur

Gesamtstädtische Ebene (Makroebene)

Die räumliche Struktur des Plans unterteilt sich in drei Ebenen. Sie stellt den dritten Schritt in der Ausarbeitung des Santiago+ Plans dar. Auf gesamtstädtischer Ebene werden natürliche Elemente der GI wie die östlichen Ausläufer der Anden, die Hügel im Stadtgebiet und die Wasserläufe identifiziert. Diese natürlichen Elemente sind vielfach fragmentiert und sie sind durch menschliche Eingriffe gefährdet, vor allem die Wasserläufe. Ein Plan für den Schutz und die Wiederherstellung dieser Elemente ist in Santiago dringend notwendig, sowie die Schaffung natürlicher Verbindungen für die Stadtnatur. Der Santiago+ Plan sieht daher die Entwicklung von drei ringförmigen Verbundkorridoren vor: die alte Bahnstrecke um Santiago, die Ringstraße Americo Vespucio und einen peri-urbanen "grünen" Ring, der über die wichtigsten Wasserläufe, Schutzgebiete und unbebauten Flächen von Stromleitungen und Bahntrassen verbunden werden könnte (Abb. 4 und Abb. 5 ).

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7 Santiago de Chile. Foto: Santiago+Team
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8 Intervention in Zone 6: Aktuelle Situation und vorgeschlagene Maßnahmen. Grafik: Santiago+Team

Kommunale und interkommunale Ebene (Mesoebene)

Um die Verwaltung und die Umsetzung des Santiago+ Plans zu erleichtern, wurde im Projekt die Stadt entsprechend ihrer räumlichen und demografischen Merkmale in elf Zonen unterteilt (Abb. 6). Durch die vergleichende Analyse dieser Gebiete können spezifische Bedürfnisse ermittelt werden und Maßnahmen können nach Dringlichkeit priorisiert werden. Wichtige räumliche Elemente, wie Ringe und Grünflächen, stellen die natürlichen Grenzen zwischen den elf Zonen des Santiago+ Plans dar. Die kommunale und interkommunale Ebene des Plans ist von zentraler Bedeutung, um Prozesse auf lokaler Ebene zu lenken. Maßnahmen auf der kommunalen Ebene sollten daher auf partizipative Weise im Dialog mit den Nachbargemeinden erfolgen, um die räumliche Kontinuität der Grünflächen und die Funktion des GI Netzwerkes über alle Skalenebenen zu gewährleisten.

Lokale Interventionen (Mikroebene) – Entwurf für Zone 6

Zone 6 umfasst die peripheren Gemeinden Pedro Aguirre Cerda (PAC) und Lo Espejo. Diese Gemeinden weisen im Vergleich zu anderen Teilen Santiagos einen erheblichen Mangel an Grünflächen auf, bergen aber ein hohes Potenzial für die Umsetzung eines GI Systems auf interkommunaler Ebene. Das Potenzial beruht auf dem Vorhandensein von geeigneten Flächen für die Entwicklung der grünen Infrastruktur, wie beispielsweise Trassen von Hochspannungsleitungen, Eisenbahnlinien und degradierte Grünflächen, die aktuell nur als Brachflächen fungieren, die das Landschaftsbild negativ beeinträchtigen.

Derzeit beträgt der Zugang zu Grünflächen in den Gemeinden der Zone 6, PAC und Lo Espejo, 5,3 Quadratmeter beziehungsweise 4,4 Quadratmeter pro Einwohner, was deutlich unter den von den nationalen Standards empfohlenen 10 Quadratmetern pro Einwohner liegt (CNDU 2018). Diese Gemeinden weisen eine hohe Bevölkerungsdichte auf mit überwiegend einkommensschwachen Bevölkerungsschichten, so dass die Umsetzung des Santiago+ Plans in Zone 6 einen wesentlichen Beitrag leisten könnte, um die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern und die räumliche Segregation in der Stadt zu verringern.

Die Umsetzung des Santiago+ Plans in Zone 6 würde eine Ausweitung der Grünflächen von aktuell 68 Hektar auf 253 Hektar bedeuten, was fast einer Vervierfachung der bestehenden Grünflächen entspricht. Durch diese Erweiterung an Grün könnte eine räumliche Kontinuität mit verschiedenen Typologien entstehen, was sich positiv auf die Qualität der öffentlichen Räume und des Stadtbildes auswirken würde und die Vielfalt und die Verbreitungsmöglichkeiten der Flora und Fauna auf lokaler Ebene durch ein zusammenhängendes System von Grünflächen erhöhen würde (Abb. 8). Die Zukunftsbilder in Abb. 9 und 10 zeigen das Potenzial für eine enorme Verbesserung der Stadtnatur und des Umfelds für die Bewohner, dass durch die Umsetzung des Santiago+ Plans erreicht werden könnte. Grüne Infrastruktur im Quartier würde sich regulierend auf das Stadtklima auf lokaler Ebene auswirken, wie zum Beispiel durch die Abschwächung von Wärmeinseln im Sommer und Überschwemmungen im Winter, und so zur Klimaresilienz des Quartiers beitragen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen für Zone 6 wären auf Nachhaltigkeit und das Gemeinwohl ausgerichtet und würden die Begegnung mit der Natur, die aktive Mobilität und die effiziente Nutzung der Ressourcen Wasser, Boden und Vegetation fördern.

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9+10 Zukunftsbilder der vorgeschlagenen Intervention in Gebiet 6: Umwandlung von Gemeinschaftsflächen in Sozialwohnungen und Begrünung der Fahrstreifen für den öffentlichen Nahverkehr. Fotos: Santiago+Team
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9+10 Zukunftsbilder der vorgeschlagenen Intervention in Gebiet 6: Umwandlung von Gemeinschaftsflächen in Sozialwohnungen und Begrünung der Fahrstreifen für den öffentlichen Nahverkehr. Fotos: Santiago+Team

Fazit und Ausblick

Die Ausarbeitung des Santiago+ Plans für Grüne Infrastruktur für die Metropolregion Santiago ist noch nicht komplett abgeschlossen und die Umsetzungsphase soll Ende 2023 beginnen. Aus den bisherigen Erfahrungen konnten jedoch bereits einige wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Eine große Herausforderung im Anfangsstadium des Projekts war die Einführung des Konzepts der Grünen Infrastruktur in Chile. Der Zeitaufwand für die Vermittlung und Erklärung des Konzepts an Akteur:innen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern und der Aufbau einer gemeinsamen Sprache wurde stark unterschätzt.

Die fragmentierte Landschaft der beteiligten Akteur:innen im grünen Bereich stellte eine weitere Herausforderung für die Ausarbeitung des Santiago+ Plans dar. Institutionen und Interessensgruppen waren weitgehend isoliert und daher ohne gemeinsamen Austausch. Durch den partizipativen Prozess während der Entwicklung des Santiago+ Plans konnte der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Akteur:innen gefördert werden, was zu einer fruchtbaren sektorübergreifenden Kooperation geführt hat. Bei der Analyse der Rahmenbedingen für GI, wurde deutlich, dass die bestehenden Planungsinstrumente in Chile in Bezug auf Grünflächen veraltet sind und daher nicht ausreichen, um den aktuellen Herausforderungen des Klimawandels in der Stadt entgegenzutreten. Der Santiago+ Plan und sein Umsetzungsvorschlag bieten in diesem Kontext eine wertvolle Möglichkeit, das bestehende Modell der territorialen Verwaltung und die derzeitigen institutionellen und rechtlichen Regelungen zu überdenken.

In Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Stadt bietet der Plan eine mehrstufige und ganzheitliche Zukunftsvision für die Planung, Gestaltung und das Management von Grünflächen. Dadurch können ihre Ökosystemleistungen gefördert werden. Dies kann durch die Einteilung des Stadtgebietes in Zonen und die Sicherung von strukturierenden Landschaftselementen der Stadt erreicht werden. Letztere umfassen unterschiedliche Typen von Grün wie etwa Wasserwege, Inselhügel und städtische Parks. Außerdem muss der Plan die besonderen Herausforderungen der gesamtstädtischen und der kommunalen Ebene von Santiago berücksichtigen. Interventionen auf der lokalen Ebene sollten dabei mit der strategischen Zukunftsvision für die gesamte Stadt verknüpft sein.

Trotz aller Schwierigkeiten bei der Ausarbeitung des Plans ist das Interesse auf institutioneller, akademischer und zivilgesellschaftlicher Ebene an der Entwicklung von Grün in der Stadt gewachsen, was zur Kontinuität des partizipativen Prozesses beigetragen hat. Die aktuelle politische und finanzielle Lage in Chile bietet einen günstigen Rahmen um ehrgeizige und inklusive Grünraumprojekte zu schaffen, die das Potenzial haben, chilenische Städte auf allen Ebenen mit der Natur zu verbinden und das Bild von Santiago für das 21. Jahrhundert neu definieren können.

Danksagung

Das Santiago+ Team dankt dem Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung der TU München, insbesondere Andrea Skiba und Stephan Pauleit dafür, dass sie uns motiviert haben diesen Artikel zu veröffentlichen, und für ihre wertvolle Unterstützung bei der Bearbeitung der Abbildungen und der Übersetzung des Textes.

Quellen

Benedict, M. A., & McMahon, E. T. (2012). Green infrastructure: linking landscapes and communities. Island press. https://doi.org/10.3375/0885- 8608(2007)27[282:gillac]2.0.co;2:gillac]2.0.co;2

van den Bosch, M., & Ode Sang, Å. (2017). Urban natural environments as Nature Based Solutions for improved public health – a systematic review of reviews. Journal of Transport & Health, 5, 79.
https://doi.org/10.1016/j.jth.2017.05.230

De La Maza, C., Hernández, J., Bown, H., Rodríguez, M., & Escobedo, F. (2002) Vegetation diversity in the Santiago de Chile urban ecosystem. Arboricultural journal, 26(4), 347–357.
https://doi.org/10.1080/03071375.2002.9747349

Firehock, K. (2015). Green Infrastructure. In: Strategic Green Infrastructure Planning (pp. 1–18). Island Press, Washington, DC. https://doi.org/10.5822/978-1-61091-693-6_1

Reyes, S., & Figueroa, I. (2010). Distribución, superficie y accesibilidad de las áreas verdes en Santiago de Chile. EURE (Santiago), 36(110), 89–110. https://doi.org/10.4067/S0250-71612010000300004

WHO, World Health Organization (2016) Urban green spaces and health. A review of evidence. https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/000 5/321971/Urban-green-spaces-and-health-review- evidence.pdf

 Elizabeth Galdámez
Autorin

Ingeniera en Recursos Naturales Renovables

Universidad de Chile
Dr. Emanuel Giannotti
Autor

Professor (Assistant)

Universidad de Chile
M.Sc. Andrea Skiba
Autorin

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Technische Universität München
Dr. Alexis Vásquez
Autor

Professor (Associate)

Universidad de Chile
 Paola Velásquez
Autorin

Universidad de Chile
M.A. Alegría Víctor
Autor

Master of Urban Design

Universidad de Chile

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