Tag des Regenwurms

Nützlich für Mensch und Natur

Für den Regenwurm läuft längst nicht mehr alles rund. Dass er am Boden zerstört sei angesichts der Eingriffe in seinen Lebensraum, dürfte etwas übertrieben sein. Doch so ganz weit hergeholt ist es auch nicht: Sein Lebensumfeld wird immer stärker eingeschränkt.
Regenwürmer Naturschutz
Regenwürmer leisten Großes für die Bodenqualität. Patricia Maine Degrave, pixabay

Zum Tag des Regenwurms am Donnerstag (15.2.) macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die besondere Bedeutung dieses Bodenlebewesens aufmerksam. Die regen Würmer leisten durch ihre Arbeit im Boden sehr viel für das Ökosystem und die Ernährung der Menschen. Aber die Menschen setzen ihnen sehr zu: Bodenverdichtung, Versiegelung, Pestizide und Gülle sind nur einige Beispiele.

Täglich wird eine Fläche von 55 Hektar für Siedlung und Verkehr umgewidmet und knapp die Hälfte des Bodens versiegelt. Auf den landwirtschaftlichen Flächen werden nach BUND-Angaben in gleichbleibend hoher Menge Pestizide eingesetzt, die dem Regenwurm zusetzen und ihn hindern, sich zu vermehren. Auch zu viel Gülle, wie sie in Gegenden mit hohem Tierbestand ausgebracht wird, mag er nicht. Sie verätzt den Wurm. Schwere Maschinen sowie intensive Bodenbearbeitung machen ihm ebenfalls zu schaffen.

Pestizide schaden den Würmern

Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin, erläutert: „Es ist bekannt, dass Glyphosat Regenwürmer schädigt. Die Aktivität und Fortpflanzung bei tiefgrabenden Regenwürmern sind bei Anwendung des Totalherbizids viel geringer. Die Zahl der Nachkommen beträgt nur noch die Hälfte im Vergleich zu Flächen ohne Herbizid-Einsatz.“

Der BUND setzt sich für die deutliche Verringerung von Pestiziden und ein Verbot von besonders gefährlichen Mitteln ein. Der Glyphosat-Einsatz in Deutschland müsse stark eingeschränkt werden. Dort, wo es nicht-chemische Alternativen gibt, dürfe die Anwendung nicht mehr erlaubt sein. Bäuerinnen und Bauern müssten bei der Anwendung von Alternativen unterstützt werden.

Massen an Gülle schaden nicht nur dem Regenwurm, sondern der Biodiversität allgemein. Insbesondere in viehdichten Regionen müsse der Tierbestand an die Fläche angepasst, das heißt massiv verringert werden, fordert der BUND. Flächen mit intensiver Gülledüngung bieten nur noch Lebensraum für rund 30 Regenwürmer pro Quadratmeter. Auf einem ökologisch bewirtschafteten Grünlandboden dagegen, wie zum Beispiel bei extensiven Rinderweiden, finden sich bis zu 300 Regenwürmer. Auch landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen mit Monokulturen wie Mais bieten dem Regenwurm keinen Lebensraum.

Regenwürmer wichtig für die Bodenfruchtbarkeit

Dabei sind Regenwürmer zentral für die Bodenfruchtbarkeit: Sie durchmischen und lockern den Boden, zerkleinern Pflanzenmaterial und fördern somit entscheidend die Humusanreicherung. Ihre Gänge tragen zur Belüftung bei und lassen bei Niederschlägen das Wasser besser versickern. Regenwürmer helfen auch bei der Regulierung von Krankheitserregern und Schadinsekten. Sie ziehen abgefallene Blätter in ihre Gänge und zersetzen sie. So können Pilzerreger wie zum Beispiel Apfelschorf und Schadinsekten wie die Miniermotte minimiert werden.

Wird der Boden zum Beispiel durch schwere Maschinen verdichtet, können Regenwürmer sich dort nicht mehr bewegen. Komplett zerstört wird ihr Lebensraum durch Versiegelung.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Flächen-Neuinanspruchnahme bis 2030 auf nur noch 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Dafür müsse der hohe Flächenfraß drastisch reduziert werden, meint der BUND. Die Umweltschützer*innen gehen noch weiter und fordern in Übereinstimmung mit den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die die Grundlage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind, die Etablierung einer Flächenkreislaufwirtschaft und Netto-Null-Flächenverbrauch bereits bis 2030. Zudem müsse die anstehende Novellierung des Bundesbodenschutzgesetzes den vorsorgenden Bodenschutz stärken, um das Ökosystem Boden und damit den Lebensraum des Regenwurms besser zu schützen.

In Deutschland gibt es derzeit rund 40 Regenwurmarten, die je nach Art lieber in der Nähe der Bodenoberfläche oder in bis zu drei Metern Tiefe leben. Am bekanntesten sind Tauwurm und Kompostwurm: Der Tauwurm oder Gemeine Regenwurm ist einer der größten und am häufigsten vorkommenden Regenwürmer in Europa, der Kompostwurm ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass im Garten aus Grünschnitt und Küchenabfällen innerhalb kurzer Zeit wieder nährstoffreiche Erde wird.

nt/BUND

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