Wie Hallig Hooge den demografischen Wandel bewältigt

Leben mitten im Meer

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Sicht von Süden: Einmal durchs Watt und zurück – Hooge von der unbewohnten Nachbarhallig Norderoog gesehen, die als Vogelbeobachtungsstation dient, und zu der es tägliche geführte Wattwanderungen von Hooge aus gibt. Foto: Darijana Hahn

An einem sonnigen Tag wirkt das Dasein auf Hooge besonders idyllisch. Kühe und Schafe grasen auf ihren saftig grünen Weiden, Wäsche flattert im Wind, Möwen kreischen unter dem unendlich weiten Himmel. Die sechs Quadratkilometer große Hallig lässt sich fast von überall überblicken. Zwischen Ost und West, Süden und Norden sind die zehn bewohnten Warften wie Maulwurfshügel gleichmäßig über den Flecken Erde mitten im Meer verteilt. Jede Warft, eine rund fünf Meter hohe Erhebung, ist mit ihrer Handvoll Häusern und mit ihrem eigenen Namen wie ein Dorf für sich. Sechs Gastwirtschaften verteilen sich über die Warften, zwei Heimatmuseen, ein Sturmflutkino, ein Gemeindehaus, ein Touristikbüro, eine Schutzstation des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeers, ein Kaufmannsladen, eine Schule und ein Kindergarten. Und über 500 Gästebetten stehen für 45.000 Übernachtungen im Jahr zur Verfügung. Die doppelt so vielen Tagesgäste machen sich immer dann bemerkbar, wenn im Sommer zweimal am Tag ein Schiff ankommt. Dann verteilen sich Menschengruppen über die gesamte Hallig, Pferdekutschen klappern des Weges und da und dort sausen Fahrradfahrer an einem vorüber.

Während die Hallig als Touristenziel sehr beliebt ist, hatte die kleine Gemeinde im letzten Jahrzehnt mit einem Einwohnerschwund zu kämpfen. So war 2011 die Einwohnerzahl zum ersten Mal in Hooges Geschichte unter 100 gesunken.

Die in den 60er- und 70er-Jahren geborenen, erwachsen gewordenen Kinder der Hooger Familien hatten sich auf dem Festland niedergelassen, neue Familiengründungen gab es kaum noch. Unter anderem mit neu geschaffenen Arbeitsplätzen hat es die Gemeinde Hooge jedoch geschafft, dass in den letzten drei Jahren rund ein Dutzend jüngere Menschen zugezogen sind.

"Wir sind dringend auf Zuzug angewiesen"

So wie Torsten Junker. Der 48-Jährige ist mit seiner vierköpfigen Familie vor drei Jahren auf die Hallig gekommen, um die neu errichtete Stelle des Hafenmeisters anzutreten, auf die es 30 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet gegeben hatte. Die Junkers aus Westfalen mussten trotz vieler Bedenken ihres Umfeldes nicht lange überlegen. "Wir waren schon immer fasziniert von der Nordsee", sagt Corinna Junker in ihrem großen Garten, von dem man die Brandung der Nordsee hören kann. Und in dem nicht nur Dogge Artus reichlich Platz hat. Auch die beiden Söhne Fynn und Nick können sich hier frei bewegen. "Wenn wir die Kinder rufen, müssen wir sie oft erstmal lange suchen", erzählt die Mutter amüsiert. Die acht- und zehnjährigen Söhne hätten anfangs Sorge gehabt, dass sie keine neuen Freunde finden würden. Nun sind sie aber mit allen in der Schule befreundet, das heißt mit den insgesamt sechs anderen Kindern, die an der Schule bis Klasse neun stufenübergreifend in einem Klassenraum unterrichtet werden.

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Die an verschiedenen Stellen liegenden Anker künden von der großen Seefahrervergangenheit im 18. Jahrhundert, als Hooge durch den Walfang reich wurde. Foto: Darijana Hahn
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Noch nicht sehr lange hat Hooge das deutschlandweit typische Einheitssymbol einer Gemeinde, das gelbe Ortseingangs- und ausgangsschild. Foto: Darijana Hahn
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Der 62-jährige Matthias Piepgras ist der Bürgermeister der Hooger. Foto: Marion Hahnfeldt
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Hält die Stellung, wenn Piepgras auf Festlandtour ist: Der stellvertretende Bürgermeister Michael Klisch. Foto: Darijana Hahn

Die Tatsache, dass ihre Kinder auf Hooge zur Schule gehen und dass sie im örtlichen Edeka-Laden einkaufen können, war für Familie Junker ein entscheidender Grund, warum sie sich trauten, in die Abgeschiedenheit zu ziehen. Dahin, von wo im Sommer zweimal am Tag eine Fähre zum Festland fährt, und im Winter einmal an nur fünf Tagen in der Woche. Und wo es im Winter bis zu zehnmal Landunter gibt. Dann steht die gesamte Hallig unter Wasser, und nur die Häuser auf den Warften, stehen im Trockenen.

Für den Bürgermeister von Hooge, Matthias Piepgras, ist die Familie Junker mit ihren zwei schulpflichtigen Kindern ein Glücksfall. "Wir sind dringend auf Zuzug angewiesen", sagt Piepgras. Hooge sei auf Grund seiner Lage und seiner Kleinheit vom demographischen Wandel besonders betroffen. Der 62-jährige Bürgermeister weist darauf hin, dass die Hälfte der Hooger über 50 sei, und dass auf Grund der fehlenden, jüngeren Familien der Kindergarten bereits für einige Zeit geschlossen war, nun aber wieder von drei Kindern besucht wird.

Zusammen mit seiner fünfköpfigen Gemeindevertretung hat Piepgras ein Konzept erarbeitet, das dem demographischen Wandel begegnen und die Hallig langfristig als Lebensort erhalten soll. Neben neuen Arbeitsplätzen im kommunalen Bereich hat Hooge mit Hilfe des Landes Schleswig-Holstein den Bestand der gemeindeeigenen Wohnungen auf 15 erhöht, was fast einem Drittel des Gesamtwohnungsbestandes entspricht. "Die Menschen können hier nur ihren Lebensunterhalt verdienen, wenn sie hier auch eine Unterkunft bekommen", sagt Piepgras, der mittlerweile seit neun Jahren im Amt ist, und der immer wieder auf sein schriftlich festgehaltenes Konzept verweist. "Das funktionierende Gemeindeleben beruht auf fünf existentiellen Säulen, von denen keine wegbrechen darf", sagt Piepgras und verschränkt dabei die Finger, wie um das Zusammenspiel aller Säulen zu demonstrieren. Neben Wohnen, Arbeit und Bildung ist die Gesundheitsversorgung eine weitere Säule. "Kranksein auf der Hallig ist mit besonderer Anstrengung verbunden", sagt der gebürtige Kieler, der seit über 15 Jahren auf der Hallig lebt und weiß, wie anders es ist, mal kurz in der Stadt zum Zahnarzt zu gehen, oder drei Tage einzuplanen, wenn man im Winter von Hooge aus zum Arzt muss. Um die Situation zu verbessern, ist nun seit zwei Jahren immerhin alle zwei Wochen für einen Tag ein Arzt vor Ort, so wie auch zusammen mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein an dem Pilotprojekt Telemedizin gearbeitet wird.

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Die speziell auf Hooge angefertigten Richtungsschilder machen offensichtlich, dass die Entfernungen auf der knapp sechs Quadratkilometer großen Hallig sehr überschaubar sind. Foto: Darijana Hahn
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Warten auf ihren Einsatz: Wenn im Sommer zweimal eine Fähre auf Hooge ankommt, kutschieren die Pferdedroschken die Tagesgäste in vier Stunden einmal um die Hallig, Kaffeepausen und Besuch des Sturmflutkinos inklusive. Foto: Darijana Hahn
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Angekommen: Nach einer Stunde Fährfahrt heißt die Hallig ihre Gäste willkommen. Foto: Darijana Hahn
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Im Zentrum der Hallig, der Hanswarft, wehen verschiedene Fahnen, darunter auch die friesische. Deren stolzer Wahlspruch „Lewer duad üs slav – lieber tot als Sklave“ ist auf Hooge noch in vielen Häusern zu entdecken. Foto: Darijana Hahn

Das Soziale ist essentiell

Ebenso essentiell ist für Piepgras das Soziale. Der Bürgermeister kennt seine Hooger und weiß, dass es den Alteingesessenen nicht immer leicht gefallen ist, die Neuzugezogenen gleich zu akzeptieren. Nicht umsonst steht in dem schriftlichen, öffentlich zugänglichen Konzept: "Neubürger, die auf der Hallig leben und arbeiten, heißen wir von Anfang an willkommen." Piepgras ist es ein großes Anliegen, und da zeigt sich ganz sein früherer Beruf als Sonderpädagoge, den Gemeinsinn zu stärken. Sowohl im direkten Gespräch als auch in seinem schriftlichen Konzept fordert Piepgras die Hooger immer wieder auf, weniger übereinander als vielmehr miteinander zu reden. "Wir als Gemeinde können nur etwas bewirken, wenn sich alle für den Gemeinsinn entscheiden und so auch einbringen", betont der Bürgermeister der 100-Seelen-Gemeinde und freut sich darüber, dass die Gemeindevertretung den "Wir"-Gedanken in den Vordergrund gestellt hätte. So ist es beispielsweise auch für den Stellvertreter von Matthias Piepgras, dem 51-jährigen Michael Klisch, selbstverständlich, sich auf Hooge für das Gemeinwohl einzubringen. "Es ist notwendig, dass wir uns hier engagieren", sagt Klisch und ergänzt: "Sonst würden wir von außen verwaltet." Der Leiter der Schutzstation Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer freut sich über die Erfolge, die der Gemeinde mit Matthias Piepgras als Bürgermeister gelungen sind. Da ist zum Beispiel das 2008 eingeführte Projekt "Hand gegen Koje", das der Hallig nicht nur sehr viel mediale Aufmerksamkeit beschert, sondern welches das Hallig-Leben mannigfach bereichert hat und es bis heute tut. Mehrere Hundert Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet sind bislang gekommen, um über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen ihre "Hand gegen Koje" (HgK) zu reichen. Um sich also dabei auf unterschiedliche Art für vier bis sechs Stunden am Tag für die Hallig einzubringen und im Gegenzug dazu eine kostenfreie Unterkunft für diese Zeit zur Verfügung gestellt zu bekommen.

"Wir hatten hier schon einen Bauingenieur und eine Vorstandssekretärin", erzählt Klisch, dem dabei anzusehen ist, dass er sich gerne an die HgK-TeilnehmerInnen erinnert und dass es ihn freut, wie sehr das Projekt frischen Wind und verschiedene Fähigkeiten auf die Hallig gebracht hat und bis heute noch bringt. Am Anfang musste Matthias Piepgras in und mit seinem Gemeinderat indes sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, hegten die Hooger doch den Verdacht, die HgK-Leute wollten nur umsonst Urlaub machen. Denn jeder Zentimeter Wohnraum ist auf Hooge heiß begehrt, gehört der Tourismus doch zur Haupteinnahmequelle auf der Hallig.

Doch mittlerweile hat sich das Misstrauen zum größten Teil gelegt und die HgK-Teilnehmer sind schier unverzichtbar geworden. So werden sie beispielsweise auch beim Kassieren des Hallig-Talers eingesetzt, den Tagestouristen seit sechs Jahren entrichten müssen. Ebenso kritisiert, konnte sich der Hallig-Taler - die Kurtaxe von Hooge - mittlerweile etablieren und bringt der hoch verschuldeten Gemeinde immerhin 60.000 Euro im Jahr ein. Geld, was unter anderem in die Finanzierung der 2014 geschaffenen Stelle des Hafenmeisters fließt, die Thorsten Junker mit seiner Familie nach Hooge gebracht hat.

Zu den Neubürgern gehören unter anderem auch Dirk Bienen-Scholt, der im Gemeindebüro arbeitet und Lars Sönnichsen, der den einzigen Lebensmittelladen, den von Edeka belieferten Halligkaufmannsladen, übernommen und dabei als erste Neuerung Festlandspreise eingeführt hat.

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Hooge ist von vielen Blickwinkeln aus sehr malerisch. Besonders postkartenidyllisch wirkt Hooges St.Johannis-Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Darijana Hahn
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Sicht von Norden: Vom Schiff aus gesehen wirkt Hooge wie eine Schnur aufgereihter Perlen. Foto: Darijana Hahn
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Das 1975 erbaute Hallighaus ist bislang eines der modernsten Häuser auf der Hallig. Darin war eine der ersten gemeindeeigenen Wohnungen, die jetzt der afghanischen Flüchtlingsfamilie zur Verfügung steht, die seit Ende 2015 auf Hooge lebt. Auf der freien Wiese wird der 1,8 Millionen teuere Markttreff erbaut werden. Foto: Darijana Hahn

In Hooge muss man loslassen können

"Könnt ihr euch das wirklich vorstellen, hier zu leben?", fühlt Piepgras den potentiellen Neubürgern gerne auf den Zahn und weist darauf hin, dass Hooge "kein Ponyhof" sei. In Hooge müsse man in der Lage sein loszulassen. Zum Beispiel dann, wenn die Fähre im Winter unplanmäßig nicht kommen und man so auch nicht wie gewollt zum Festland gelangen kann. Dann, wenn die Hallig ohnehin wie verlassen wirkt, ohne Tagestouristen, mit weit weniger Tieren auf den Weiden und kaum flatternder Wäsche im Wind.

Nicht immer bleiben die Neubürger lange. Das junge Paar, das sich während seines Freiwilligen Ökologischen Jahres in der Schutzstation Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer kennen gelernt hatte und dann eine gemeindeeigene Wohnung beziehen konnte, hat der Hallig nach einem Jahr des Zusammenlebens den Rücken gekehrt. "Das ist das Leben", kommentiert Piepgras gelassen und freut sich, dass demnächst die Stelle der Krankenschwester neu besetzt werden kann.

Die Neubürger auf Hooge stoßen auf reges mediales Interesse. Das Norddeutsche Fernsehen (NDR) sendete vergangenen Februar eine Langzeitdokumentation, die weiterhin fortgesetzt werden soll. Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine reichen sich auf Hooge die Hand. An einen Ort zu ziehen, wo es vermeintlich so wenig Vorzüge der Moderne gibt - keine Discounteransammlung, kein Theater und kein Kino (außer Sturmflut), kein Krankenhaus, geschweige denn ein permanent ortsansässiger Arzt, keine Bankenvielfalt, sondern lediglich eine Raiffeisenbank mit Wohnzimmerambiente, keine hohen Kletter-Rutsch-Schaukellandschaften, keine Mittelstreifen auf den kleinen Straßen, keine Straßenlampen, keine weiterbildende Schule - in eine solch seltene Abgeschiedenheit zu ziehen, scheint geradezu so exotisch, als würden die Neubürger auswandern.

Die Entwicklung auf Hooge beobachtet auch Michael Melzer. Der Mitgesellschafter des Instituts "Raum & Energie" aus Wedel, das im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein 2008 und 2014 zwei umfassende Nachhaltigkeitsstudien zu den Halligen durchgeführt hat, freut sich über die Entwicklung auf Hooge.

"Es hat sich sehr viel getan auf der Hallig", so Melzer, der vor allem die Eigeninitiative der Menschen vor Ort hervorhebt und es begrüßt, dass der Gemeinderat unter Bürgermeister Matthias Piepgras bereits so viel für Hooge vorangebracht hätte. Melzer weist darauf hin, dass die Förderung des Lebens auf der Hallig kein Selbstzweck sei, sondern der gesamten Küstenregion zugute käme. "Die Halligen sind nicht nur ein ganz bedeutsames Naturensemble, sondern der Vordeich Schleswig-Holsteins", sagt Melzer und ergänzt: "Wenn die da nicht mehr leben, sind die Halligen ganz schnell weg."

Deswegen sei es auch kein Wunder, dass ein Bürgermeister einer so winzigen Gemeinde so viel Gehör in Kiel finde und sehr viel für die Hallig erreichen könne. Sei es die finanzielle Unterstützung bei der Wohnraumbeschaffung oder auch überhaupt die grundsätzliche Zusage, die Halligen langfristig zu halten.

So hat die Landesregierung im Februar 2016 nicht zuletzt das "Programm zur Verstärkung und Entwicklung der Warften" beschlossen. 30 Millionen Euro sind zur Verfügung gestellt, um die 32 Warften der insgesamt zehn Halligen an ein hundertjähriges Hochwasser anzupassen. "Diese Entscheidung hat uns sehr gefreut", sagt Piepgras, der auch der Vorsitzende der vor 13 Jahren gegründeten "Biosphäre Halligen" ist, in der sich die insgesamt zehn Halligen für gemeinsame Projekte engagieren.

Wie die einzelnen der insgesamt 32 Warften erhöht werden können, muss auf jeder Hallig individuell geprüft und geplant werden. Auf Hooge wird dies pilotartig an der Hanswarft im Zentrum der Hallig geschehen. Ebenso auf der Hanswarft wurde im April der Grundstein für einen Neubau gelegt. In dem 300 Quadratmeter großen, rund 1,8 Millionen Euro teuren Markttreff sollen verschiedene Einrichtungen für die Gemeinde untergebracht werden, ein Treffbereich für Hooger und ihre Gäste, drei weitere Wohnungen und die Krankenpflegestation. Und nicht zuletzt der jetzige Kaufmannsladen, der dort mit vergrößertem Sortiment langfristig seine Existenz sichern will. Nicht alle auf Hooge sind darüber erfreut. So berichtet Michael Klisch von solch kritischen Äußerungen von Hoogern, dass der Markttreff "wohl die Elbphilharmonie von Piepgras" werden würde und dass die Hooger ohnehin gerne fragen: "Wat schall dat denn nu schon wedder?"

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Die Hallig ist ein gutes Beispiel, dass selbst sehr ländliche Gemeinden angelegte Spielplätze haben, um ihren Kindern Angebote und Treffpunkte bereitzustellen. Foto: Darijana Hahn

"Sich für die Hallig einzusetzen heißt eine gute Mischung zwischen Vision und Tradition zu finden", fasst Piepgras die Arbeit im Gemeinderat zusammen und bemerkt, dass er und sein Stellvertreter Michael Klisch nun zu einer Sitzung nach Husum und damit gleich zur Fähre müssen. Diese kann man am Horizont herannahen sehen. Von allen Seiten strömt es nun zum Anleger an der nördlichen Halligseite. Übernachtungsgäste werden verabschiedet und neue begrüßt, Pferdedroschken warten auf die Tagesbesucher, die in vier Stunden einmal um die Hallig kutschiert werden.

Und Thorsten Junker macht seinen Job als Hafenmeister. Er sorgt dafür, dass die Fähre reibungslos an- und ablegen kann, begrüßt und verabschiedet die Gäste und freut sich, wenn auf den Trubel hin bald wieder Ruhe einkehrt. Die typische Hallig-Ruhe mit Wind und Vogelgeräuschen.



Quellen

Für einen ersten Eindruck von Hooge und den Halligen siehe deren Homepages:

www.hooge.de

www.halligen.de

Das schriftliche Konzept zum demographischen Wandel in der Gemeinde Hooge findet sich hier: hooge.de/sites/default/files/Konzept%20Hooge%20Demograf_Wandel_06_2016_0.pdf

Zu den 2008 und 2014 durchgeführten Hallig-Studien des Instituts "Raum & Energie" geht es hier:

www.raum-energie.de/fileadmin/raumundenergie-v3/content/projekte/LaendlicheRaeume/AktivRegion/Halligen/Nachhaltigkeitsstrategie%20letzte.pdf

www.raum-energie.de/fileadmin/raumundenergie-v3/content/aktuelles/downloads/Masterplan_Pellworm-Halligen_final.pdf

Dipl.-Ing. Darijana Hahn
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