Zahlreiche Kleingärten bieten Naturerlebnisse in Hamburg

Kleingärten – ökologisch wertvoll und äußerst begehrt

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Kleingärten
Vorbild Bauerngarten: Verschwenderische Blütenpracht mit einheimischen Pflanzen. Foto: Andrea Christmann

Eigenes Gemüse inmitten der Stadt anbauen oder die warmen Tage an der frischen Luft verbringen - in einem Kleingarten können sich Jung und Alt wohnungsnah erholen und gemeinschaftlich ihre Freizeit verbringen. Für viele Stadtbewohner sind Kleingärten der Zugang zur Natur. Denn die meisten Besitzer dieser kleinen parzellierten Naherholungsgebiete leben in Wohnungen, wo Pflanzen höchstens auf der Fensterbank oder dem Balkon wachsen.

In Deutschland gibt es mehr als vier Millionen Kleingärtner, die unter dem Schutz des Bundeskleingartengesetzes einen Schrebergarten ihr Eigen nennen. Schrebergärten sind aber kein ausschließlich auf Deutschland beschränktes Phänomen. Kleingärtnervereine gibt es unter anderem auch in Norwegen, Schweden, der Schweiz, Belgien, Dänemark, Frankreich und Finnland. Nach Deutschland ist vor allem Polen das Land mit den meisten Mitgliedern in Kleingärtnervereinen.

Auch in Hamburg sind Schrebergärten ausgesprochen beliebt. Wer sich dafür interessiert, selbst zum Kleingärtner zu werden, muss allerdings häufig damit rechnen, zunächst auf einer Warteliste zu landen. Die meisten Parzellen in der norddeutschen Metropole sind zwischen 300 und 400 Quadratmetern groß. Von Seiten der Behörde für Umwelt und Energie wird empfohlen, die Größe der Parzellen auf 200 bis 250 Quadratmeter zu reduzieren. Die Aufteilung würde weiteren Pächtern die Möglichkeit für einen Garten geben. So sollen Kleingartenvereine mit langen Wartelisten vermehrt Gemeinschaftsparzellen anbieten, um mehr Personen einen Zugang zu Gärten in beliebten Lagen zu ermöglichen.

Hoch im Kurs

Lange galten sie als spießig, heute liegen sie im Trend. Immer mehr jüngere Menschen werden zu Kleingärtnern. Da die Jugend sich nicht für das Gärtnern interessierte, entwickelten sich viele Kleingartenanlagen zu Rentnervereinen. In den vergangenen Jahren hat sich das Bewusstsein der Menschen gewandelt. Immer mehr Familien wissen das eigene kleine Naturparadies zu schätzen und mieten sich eine Parzelle in einer Kleingartenkolonie.

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Manche Menschen lieben ihre kleine umzäunte Freiheit: Knapp 300 Hektar Kleingartenland wird in Hamburg regelmäßig gepflegt und gehegt. Foto: Andrea Christmann
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Die eigene Parzelle bietet Ausgleich für das fehlende Grün in unmittelbarer Nähe der Wohnung. Foto: Andrea Christmann
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Mancher Kleingarten beeindruckt im Sommer mit üppig blühenden Rosenstöcken. Foto: Andrea Christmann

Das Durchschnittsalter der Kleingarten-Nutzer liegt bei 60 Jahren. 64 Prozent aller Pächter, die seit 2000 einen Garten übernommen haben, sind jünger als 55 Jahre. Der Zulauf jüngerer Familien hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Von 2003 bis 2008 gingen 45 Prozent der Neuverpachtungen an Familien.

Der Kampf um die noch vorhandenen Parzellen in Hamburg ist härter geworden. Vor allem Familien mit kleinen Kindern interessieren sich immer mehr für einen Kleingarten in der Nähe ihres Wohnumfeldes. Vereine in den zentral gelegenen Bezirken berichten von jeweils mehr als 50 Personen, die auf der Warteliste stehen. Ihre Zahl sinkt, je mehr sich die Schrebergärten an der Stadtgrenze befinden.

Während es im Jahr 2003 pro Verein durchschnittlich zehn Bewerber gab, sind es im Jahre 2015 durchschnittlich 13. Dazu kommt, dass sich die Erwartungen an die Kleingärten geändert haben.

Für eine Kleingartenbedarfsanalyse ließ die Stadt Hamburg im Abstand von zwölf Jahren (2003 und 2015) zweimal die Nutzer der Kleingärten in der Stadt befragen. Demnach wünscht sich eine Mehrheit der Befragten kleinere Parzellen von weniger als 300 Quadratmetern. Die grüne Fläche soll vor allem der Erholung und der Freizeit dienen und nicht mehr vordringlich dem Anbau von Obst und Gemüse.

Längst vollzieht sich bei den Pächtern ein Generationswechsel. Laut der umfassenden Studie aus dem Jahr 2015 ist die Nachfrage nach Kleingärten in Hamburg im Vergleich zu 2003 gestiegen, zudem werden die Schreber immer jünger. Darüberhinaus ist die Zahl jener Kleingärtner, die über einen höheren Bildungsgrad verfügen, größer geworden als noch im Jahr 2003. So ist etwa die Personengruppe mit Fachhochschulabschluss beziehungsweise Abitur von sieben auf 44 Prozent gestiegen. Lag der Anteil der 35- bis 49-Jährigen bei einer Umfrage im Jahr 2003 noch bei 18 Prozent, so sind es derzeit 24 Prozent. Jede fünfte Parzelle wird inzwischen mit Kindern unter zwölf Jahren bewirtschaftet.

Äußerst begehrt

In der Hansestadt gibt es um die 39.000 Kleingärten in circa 320 Gartenkolonien (Stand 2017). Dagegen warten rund 4000 Hamburger auf einen Kleingarten. Sie wollen einen Schrebergarten pachten und für die Ablösesumme mehr Geld zahlen, als noch vor einigen Jahren. Besonders groß ist die Nachfrage bei den zentrumsnah gelegenen Kleingärten. Nicht selten berichteten die Interessenten von Summen über 10.000 Euro, die sie bereit wären zu zahlen, heißt es in einer Kleingarten-Studie. Das Geld ist vor allem für die sogenannten Aufbauten (Laube, Bäume) fällig. Neben der Bereitschaft, hohe Ablösesummen zu zahlen, würden die Interessenten auch lange warten, um eine wohnortnahe Lage zu erhalten. Vor allem Familien mit Kindern interessieren sich immer mehr für einen Kleingarten in der Nähe ihres Wohnumfeldes. Vereine in den zentral gelegenen Bezirken berichten von jeweils mehr als 50 Personen, die auf der Warteliste stehen. Ihre Zahl sinkt dagegen, je mehr sich die Schrebergärten an der Stadtgrenze befinden.

Besonders beliebt und deshalb stark nachgefragt sind die wassernahen Lagen: So haben etwa Kleingartenvereine an der Alster Wartezeiten auf freie Kapazitäten von mehreren Jahren. Äußerst begehrt unter den Parzellengebieten der Hansestadt ist eine kleine Insel im Osten der Stadt, Umspült von dem Wasser der Bille bietet sie, dort wo einst ein Gebiet mit Barockgärten lag, idyllische Grundstücke, von denen viele über einen eigenem Bootssteg verfügen.

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In einigen Hamburger Kleingärten wird neben Rosen und Sonnenblumen auch Gemüse angepflanzt. Foto: Andrea Christmann
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Der Kleingarten, auch Schrebergarten, Laube, Familiengarten oder Parzelle ist ein umfriedetes Stück Land als Garten. Foto: Andrea Christmann
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In der Regel befindet sich auf jedem Grundstück ein Gartenhaus oder eine Laube. Manchmal auch ein alter Apfelbaum. Foto: Andrea Christmann

Wie alles anfing

Die Wurzeln der Kleingärten, wie man sie heute kennt, reichen bis zu den Anfängen des 19. Jahrhunderts zurück. Die Bevölkerung nahm damals stark zu, was dazu führte, dass es zu einer verstärkten Armut kam. Einige wohlhabende Personen zeigten sich barmherzig und legten sogenannte Armengärten an. Dies hatte rein praktische Hintergründe. Denn die armen Menschen sollten so die Möglichkeit haben, zu Selbstversorgern zu werden. Denn wer eigenes Obst und Gemüse anbauen kann, muss weniger Hunger leiden. Dies war zu damaligen Zeiten somit der ursprüngliche Gedanke, warum solche Kleingärten überhaupt angelegt wurden. Auch heute werden Schrebergärten gern zum Selbstanbau genutzt. Jedoch weniger, um dem Hunger entgegenzuwirken, als vielmehr aus dem Grund heraus, dass sich immer mehr Menschen bewusster ernähren und Obst sowie Gemüse stärker in ihren Speiseplan integrieren. Und was kann gesünder sein, als dieses einfach selbst anzubauen? Dies ist die beste Möglichkeit, um sicherzugehen, keine behandelte Rohkost auf dem Teller zu haben.

Das Kleingärten auch als Schrebergarten bezeichnet werden, führt zu Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861). Er war ein deutscher Arzt und Hochschullehrer an der Universität Leipzig. In seinen Schriften beschäftigte er sich mit der Gesundheit der Kinder und den sozialen Folgen des Stadtlebens zu Beginn der Industrialisierung. Neben "systematischer Heilgymnastik" warb er auch für eine Ertüchtigung der Stadtjugend durch die Arbeit im Grünen, denn das Umfeld der Mietskasernen bot wenig Möglichkeiten.

Schrebergärten gehen aber nicht auf eine Initiative Schrebers zurück: Der erste Schreberverein wurde nach Schrebers Tod 1864 von dem Leipziger Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild gegründet und nach ihm zu Ehren benannt. Der im Jahr 1865 eröffnete Schreberplatz in Leipzig hatte nichts mit einem Garten gemein. Auf der Wiese, die für Kinder zum Spielen und Turnen gedacht war, legte der Lehrer Heinrich Karl Gesell die ersten Beete und Gärten als Beschäftigungsmöglichkeit für Kinder an. Da der Begriff "Kindergarten" schon besetzt war, nannte man sie "Schrebergärten". Diese Gärten fanden einen großen Anklang in der Bevölkerung, sodass sich ganze Familien zusammenfanden. Die Beete wurden umzäunt und in Parzellen unterteilt und gingen in die Obhut der Eltern über. Ab jetzt wurden sie "Schrebergärten" genannt.

Im Jahre 1869, als die Initiative etwa 100 Parzellen umfasste, gab sie sich eine Vereinssatzung. Geräteschuppen, Lauben und Zäune wurden errichtet.1891 waren bereits 14 weitere Schrebervereine in Leipzig gegründet worden. Die historische Kleingartenanlage "Dr. Schreber" steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt seit 1996 das Deutsche Kleingärtnermuseum.

Zur Gesundheitsvorsorge des 19. Jahrhunderts gehörten Licht, Luft, Sonne und Bewegung, so dass Daniel Gottlob Moritz Schreber durchaus seinen Platz in der Geschichte hat. In diesem volkspädagogischen Sinne mit der Intention Kinder und Jugendliche zu Naturfreunden zu erziehen, war er unter anderem auch Mitarbeiter der Zeitschrift "Die Gartenlaube". Dieses "illustrierte Familienblatt" erschien im Jahre 1861 und war die erste deutsche Zeitschrift mit einer Auflagenhöhe von 100.000 Exemplaren.

In der Hansestadt Hamburg sind seit dem Jahr 1850 Kleingärten nachweisbar. Kurz nach dem Napoleonischen Krieg entschied sich Schleswig-Holstein mit der Verteilung von kleinen Flächen für den Anbau von Gemüse der Armut zu begegnen. Diese Initiative hat auch auf Hamburg ausgestrahlt.

Kleingärten
Kleingärten dienen ihren Besitzern neben den Gärtnern, der Erholung und dem Aufenthalt in der Natur. Foto: Andrea Christmann
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Natur- und Umweltschutz spielen bei den Besitzern von Kleingärten eine wichtige Rolle. Der unversiegelte Bodenbelag des Gartenweges ist wasserdurchlässig. Foto: Andrea Christmann

Die Anfänge der Hamburger Kleingärten gehen nach den Forschungen des Historikers Hartwig Stein auf die Armengärten im 19. Jahrhundert zurück. Die Ursache war das sprunghafte Anwachsen der Bevölkerung.

Als eine der ersten Armengartenanlagen gelten die parzellierten Gärten, die auf Anregung des Landgrafen Carl von Hessen um 1797/98 im damals noch dänischen Kappeln an der Schlei angelegt wurden (sogenannte Carlsgärten).1826 existierten solche Gärten bereits in 19 Städten.

Eine Initiative von wohlmeinenden Landesherren, Fabrikbesitzern, Stadtverwaltungen und Wohlfahrtsorganisationen war eine von vielen Maßnahmen, um Anfang des 19. Jahrhunderts das Armenproblem insbesondere in Städten unter Kontrolle zu bekommen.

Bis zur Industrialisierung gab es in Hamburg reichlich Gartenland. Erst als die Flächen zwischen den Fabriken und Arbeitersiedlungen eng wurden, litten die Stadtgärten. Denn die wachsende Zahl der Arbeiter nutzte sämtliche freien Grünflächen, um Gemüse anzubauen und sich damit zu versorgen. Zu Kriegszeiten entstanden Kleingartenkolonien im Kampf gegen die Lebensmittelknappheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Kleingartengebiete in Hamburg ausgewiesen, um der Bevölkerung eine bessere Ernährung zu ermöglichen. Aufgrund des Wohnungsmangels wurden in den Kleingartenanlagen die Lauben häufig ungenehmigt erweitert und bewohnbar gemacht. Diese Schwarzbauten wurden von der Stadtverwaltung meist geduldet und manchen Bewohnern ein lebenslanges Wohnrecht zugestanden.

Natur- und Umweltschutz

Kleingärten können einen Wert für die Umweltbildung aufweisen, vorausgesetzt sie sind naturnah gestaltet. Kleingärten übernehmen eine wichtige Rolle für die Stadtnatur. Sind diese vorrangig Ziergärten, ist ihr ökologischer Wert allerdings deutlich geringer. Laut Bundeskleingartengesetz § 3 (1) sollen die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden.

Kleingartenanlagen erfüllen als Bestandteile städtischer Grünflächen wichtige Ausgleichsfunktion in Bezug auf Klima, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Insbesondere in Großstädten wie Hamburg haben stadtökologische Kriterien bei der Planung von Kleingartenanlagen einen hohen Stellenwert. Die Besitzer von Kleingärten halten den Natur- und Umweltschutz auch in der eigenen Parzelle für sehr wichtig. Insbesondere die Nutzung von Regenwasser und die Kompostierung sind für sie selbstverständlich. Andere Anforderungen an das naturnahe Gärtnern haben sich noch nicht im gleichen Maße durchgesetzt. Dabei zeigen sich auch Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Pächtern.

In fast allen Vereinen nehmen die Vorstände durch Satzung und Gartenordnung Einfluss auf das Natur- und Umweltbewusstsein der Kleingärtner. Eine wesentliche Rolle spielt für die Vereine die Fachberatung, deren Bedeutung gewachsen ist. Als besonders wirkungsvoll haben sich ökologische Musterkleingärten, die es in jeder zehnten Anlage in Deutschland gibt, bewährt. Darin werden die Möglichkeiten des naturnahen Gärtnerns verdeutlicht.

Kleingärten
In vielen Kleingärten gibt es neben Rasenflächen zahlreiche Zierpflanzenarten. Foto: Andrea Christmann
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Die meisten Kleingärten werden zur Erholung genutzt, manchen Stadtbewohnern ist dort der Anbau von ungespritzten Obst und Gemüse wichtig. Foto: Andrea Christmann
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Die üppige Vegetation in den Beeten und die Fassadenbegrünung tragen durch die Verdunstung zu einem kühlen Klima bei. Foto: Andrea Christmann

Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Kleingärten sind besonders wertvoll als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und damit für die städtische Artenvielfalt, sofern sie naturnah gestaltet werden. Dazu gehört die Schaffung und Erhaltung von Lebensräumen für Insekten, Amphibien und Vögel.

Wildblumenwiesen sind wichtige Elemente der naturnahen Gestaltung von Schrebergärten. Sie dienen der Schaffung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Darüber hinaus ist es sinnvoll im Garten "wilde Ecken" zu schaffen, in denen gar nicht eingegriffen und gepflegt wird, sondern die Prozesse natürlich ablaufen können. Auch eine extensive Pflege ist wichtig. Dazu gehört zum Beispiel seltener Mähen, kein Dünger- und Pestizideinsatz, sparsame Wasserverwendung, das Liegenlassen von Laub und Totholz.

Ökologisch wertvoll

Für den Menschen ist Gemüse gesund, vor allem wenn sich der Anbau ohne den Einsatz chemischer Produkte vollzieht. Natur- und Umweltschutz spielen bei Kleingärtnern eine wichtige Rolle. Fragt man die Menschen nach der Bedeutung, die ihr Kleingarten für sie persönlich hat, steht dieser Aspekt ganz oben - noch vor der Gesundheitsvorsorge und der Freude an der Gartenarbeit.

Für fast alle Kleingärtner ist es selbstverständlich, die Grundregeln des naturnahen Gärtnerns selbst zu praktizieren. In Hamburg nutzen 97 Prozent der Kleingartenbesitzer Regenwasser zum Bewässern, 96 Prozent kompostieren. Besonders ausgeprägt unter den Kleingärtnern ist das Bewusstsein für naturnahes Gärtnern, insbesondere bei den jüngeren Besitzern. Mehr als jeder zweite dieser Neu-Kleingärtner (54 Prozent) betreibt biologischen Anbau von Obst und Gemüse, fast zwei Drittel verzichten auf Kunstdünger, mehr als vier Fünftel lehnen chemische Schädlingsbekämpfung ab. Gefördert wird diese Entwicklung durch die Fachberatung der Vereine, die in den vergangenen zehn Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. 84 Prozent der Vereine nutzen diesen Weg, um das Natur- und Umweltbewusstsein ihrer Mitglieder zu fördern.

In Hamburg werden circa 2200 Hektar als Kleingarten genutzt (Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e. V.). Aus naturschutzfachlicher Sicht sind besonders naturnahe Gärten, Gärten mit altem Baumbestand und Gärten, die eine spezielle räumliche Lage als klimatische Ausgleichsfläche im dicht besiedelten Raum sowie eine Bedeutung für das Biotopverbundsystem haben, ökologisch wertvoll für die Natur in der Stadt. Doch die Fläche an Kleingärten nimmt in Hamburg stetig ab. Siedlungsbau, Betriebs- und Verkehrsflächen vergrößerten sich zwischen 2002 und 2011 im Durchschnitt um 190 Hektar pro Jahr. Davon entfallen 50 Hektar auf Kleingärten. Dieser Verlust von Grünfläche hat aber nicht nur stadtklimatische Auswirkungen durch den Wegfall des Kühlungseffektes der Vegetation. Es fehlen Flächen, denn das Angebot übersteigt bei weitem die große Nachfrage nach Kleingärten in Hamburg.

In einem 2012 von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) in Auftrag gegebenem Gutachten heißt es, die Vegetation trage zu einem "angenehmen kühlen Klima bei und bewirkt die Abkühlung der bebauten Bereiche." Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels werden mehr Kleingartenanlagen benötigt, um in den aufgeheizten und lufttrockenen Innenstädten den Feinstaub zu binden und die Luft zu kühlen. Was für das Klima in der Stadt wichtig ist, sei bei den Kleingärten vorhanden: Die unversiegelten Böden sind wasserdurchlässig, die Pflanzen nehmen Schadstoffe auf und halten die Luft feucht und sauber. Auch kleine Teiche und Laubdächer haben Einfluss auf das Kleinklima. Insbesondere die Vegetation trägt zu einem angenehmen kühlen Klima bei und bewirkt die Abkühlung der bebauten Bereiche.

Angesichts des umfangreichen Wohnungsbaus, der sich in Hamburg, aber auch anderen Großstädten vollzieht, sollten künftig bei allen größeren Neubauvorhaben nahe gelegene Kleingärten realisiert werden.

Quellen

Kleingartenbedarf in Hamburg, Untersuchung 2015 im Auftrag der Behörde für Umwelt und Energie.

www.kleingartenbedarfsanalyse-hamburg.de

Kleingartenbedarfsanalyse für Hamburg, 2003. www.hamburg.de/contentblob/2059566/data/nachfragem...

Ökologischer Wert von Kleingärten - NABU Hamburg. www.nabu-hamburg.de

Artenvielfalt im Kleingarten. www.kleingrten-bund.de

www.gartenfreunde-hh.de

www.kleingarten-bund.de

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Landschaftsarchitektur & Fotografie

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