Bundesumweltministerin

Wölfe sollen nach Rissen leichter abgeschossen werden können

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Der Wolf war in Deutschland lange Zeit ausgestorben. Seit 2008 wurde er wiederangesiedelt. Nach der Tötung von 55 Schafen durch Wölfe in Stade hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) vorgeschlagen, den Abschuss von Wölfen nach solchen Ereignissen zu erleichtern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) stellt sogar den Schutzstatus des Wolfs prinzipiell in Frage.
Nutztiere Naturschutz
Wölfe sind stark geschützte Raubtiere. Menschen werden von ihnen nicht angegriffen. Foto: Saskia Wend, pixelio.de

Während die Emotionen an solchen Fällen hochkochen, werden die kühlen Fakten schnell übersehen, denn das Raubtier Wolf steckt auf seine gesamte Population gesehen vielerorts noch immer in der Defensive. Daher ist der Wolf nach europäischem Recht durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) im Anhang II und IV auch streng geschützt.

Ein Blick auf die Totfunde von 505 Wölfen in Deutschland zwischen 1990 und 2020 zeigt auch, dass Wölfe durch Kollisionen mit Fahrzeugen (303 von den 505 Totfunden) am meisten bedroht sind. Illegale Tötungen machen 55 Todesursachen aus, nur vier sind genehmigte so genannte Wolfsentnahmen und 39 Tiere starben eines natürlichen Todes. In 29 Fällen war die Todesursache nicht zu ermitteln (s. Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, DBBW, www.dbb-wolf.de/)

Inzwischen nimmt die Population der Wölfe zu. So wurden 2021/22 162 Wolfsrudel, 47 Wolfspaare und 21 Einzeltiere in Deutschland gesichtet. Insbesondere in den neuen Bundesländern liegen die Populationen sehr hoch. Mit Zunahme der Wolfsrudel steigt auch die Zahl der vom Wolf in Deutschland getöteten Nutztiere, sie lag 2022 bei 4366. Zu ihnen zählen nicht nur Schafe (3778) und Ziegen (91), sondern auch Rinder (260) und Pferde (30).

Um diesen Konflikt zwischen Nutztierhaltung und Naturschutz aufzulösen, gibt es vielerorts Berater zum Herdenschutz. So kann etwa das Einsetzen von Herdenschutzhunden kombiniert mit Elektrozäunen Tötungen verhindern. Der Herdenschutz wird in Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen bereits mit einstelligen Millionenbeträgen gefördert. Die Ausgleichszahlungen bei Rissen liegen mehrheitlich jedoch unter 100.000 Euro pro Bundesland.

Mechthild Klett

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M. A. Mechthild Klett
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Stadt+Grün, Redaktionsleiterin

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