Kommentar

Effiziente Pflege dauerhaft finanzieren

von

Dipl.-Ing. Stephan Heldmann, Grünflächenamtsleiter Frankfurt am Main,Vizepräsident der GALK. Grünflächenamt Frankfurt am Main

"Es ist leichter zwei Millionen Euro aus dem investiven Haushalt zur Verfügung zu stellen, als 200 000 Euro aus dem konsumtiven, dem Ergebnishaushalt einer Stadt" - für deren Grünunterhalt. Diese Äußerung eines Mitarbeiters der Kämmerei erfährt ihre besondere Bedeutung stets bei den jährlich anstehenden Gesprächen zwischen Dezernats- und Amtsleitung einerseits und der Kämmereileitung auf der anderen Seite. Erst recht wenn es gilt, bei gleicher Personalausstattung neben Flächenzuwächsen auch mit Aufgabenmehrungen und steigenden Qualitätsansprüchen konfrontiert zu werden.

Längst liefern drastische Einwohnerzuwächse den Nachweis, dass damit einhergehender Wohnungsbau stets auch ein Mehr an städtischem Grün generiert. Und dass sich aus dieser Entwicklung mit belegbaren Zahlennachweisen und differenziert geführten Statistiken entsprechende Mehrbedarfe eindeutig belegen lassen, wird zwar zunehmend wahrgenommen. Aber von einer adäquaten, das heißt auskömmlichen Mittelbereitstellung, die auf Kennzahlen basierend eine kontinuierliche Grünunterhaltung ermöglicht, sind wir noch weit entfernt. - Warum nur?

Mit gut ausgestatteten, gepflegten und sauberen Grünanlagen liefern wir hohe innerstädtische Aufenthaltsqualitäten, die eine stetig steigende Nachfrage erfahren. Die in den letzten Jahren vielerorts gelungene Attraktivitätssteigerung öffentlicher Grünräume durch entsprechende Mittel haben diese Entwicklung befördert.

Der Run um innerstädtische Grünflächen nimmt stetig zu. Damit steigen aber auch die Nutzungsfrequenzen über die Fläche. Gute Angebote generieren eben eine hohe Nachfrage. Dass hier eine verstärkt ökonomische Sichtweise der Dinge vonnöten ist, erscheint bei der zu leistenden Überzeugungsarbeit gegenüber und mit der Politik und deren Kämmereien mehr als angebracht: Der Mehrwert, den öffentliches Grün als Beitrag zur sozialen Infrastruktur von Städten liefert, liegt weit über den Kosten, die deren Unterhalt erfordert. Stadtgrün als harter Standortfaktor erfordert werterhaltende Rahmenbedingungen. Zukünftige Mittelaufwendungen zur Pufferung der Folgen des Klimawandels nicht eingerechnet!

Dem Werteverzehr durch stetige Unterhaltsleistungen entgegenzuwirken, haben sogar schon Landesrechnungshöfe eingefordert. Und damit liegen sie ausnahmsweise richtig!

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2018 .

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