Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Dieses Jahr ist Bauhausjahr. Am 1. April 1919 wurde von Walter Gropius das Staatliche Bauhaus als Kunstschule in Weimar gegründet. Ziel war damals sowohl die Wiederbelebung des Handwerks - das im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts entwertet worden war - als auch eine neue Verknüpfung von Handwerk und Kunst. Hervorgegangen aus der Reformpädagogischen Bewegung und der daraus entwickelten Reformwelle im Kunstgewerbe, intendierte Gropius mit dem Bauhaus-Konzept eine Nivellierung der gesellschaftlichen und sozialen Unterschiede.

Umgesetzt unter anderem durch die Aufhebung von üblichen akademischen Formaten und der Zugangsbeschränkungen für das Institut. Schon damals studierten dort bis zu 50 Prozent Frauen - Frauen, die wenige Monate zuvor erst das Wahlrecht erhalten hatten. Darüber hinaus ging es ihm um die Öffnung der Kunst in Deutschland hin zu Künstlern aus aller Welt. Und in der Tat entstand für 14 Jahre eine neue internationale Avantgarde, die Formen- und Farbenlehre etwa des russischen Malers Wassiliy Kandinsky aufgriff.

Diese neue Design-Schule wirkte sich nicht nur auf Gebrauchsgegenstände und Architektur, sondern auch auf die Formensprache von Gärten und Parks aus. Etwa die wiederbelebte Verschränkung von Innen- und Außenräumen, der Wechsel von Symmetrie und Asymmetrie, das gleichberechtigte Nebeneinanderstellen von Technik- und Naturästhetik oder gestalterischer Minimalismus.

100 Jahre Bauhaus - ein willkommener Anlass, sich mit dieser Formensprache neu auseinanderzusetzen.

Beste Grüße

Mechthild Klett

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 02/2019 .

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