Konferenz Silent City

Mit Digitalisierung und Automatisierung zur nachhaltigen Grünpflege

170 Teilnehmer aus 23 Ländern zog es im Oktober zur vierten internationalen Konferenz für nachhaltiges Parkmanagement Silent City nach Hamburg. Fotos: Husqvarna

Wie durch die Reduktion von Lärm und CO2 die "Gesundheit" einer Stadt verbessert werden kann, war Thema der vierten internationalen Konferenz für nachhaltiges Parkmanagement Silent City im Oktober. In diesem Jahr fand der Kongress, den der Hersteller für Garten- und Forstgeräte Husqvarna in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (Galk) veranstaltete, zum ersten Mal in Hamburg statt. Rund 170 Teilnehmer aus 23 Ländern zog es dafür in die Hansestadt. Nicht zuletzt ging es darum, wie die begrenzten Ressourcen in der Grünflächenpflege durch Digitalisierung, Konnektivität und Automatisierung besser genutzt werden können. Hierzu gab es Vorträge, Präsentationen und Workshops mit internationalen Experten.

Städte müssen für Klimaziele CO2 einsparen

Einen globalen Überblick über die bedeutende Rolle der Städte bei der Einhaltung von Klimazielen lieferte Jennifer Lenhart von der Naturschutzorganisation WWF. Der promovierten Umweltaktivistin zufolge leben derzeit 55 Prozent der Menschen in Städten und verursachen 70 Prozent der Umweltverschmutzung. Tendenz steigend. Lenhart, die beim WWF das internationale Projekt One Planet City leitet, bei dem sich Städte Nachhaltigkeitsziele setzen und in einem Wettbewerb gegeneinander antreten, stellte zudem eine Reihe Projekte vor, mit denen sich die Städte weltweit der CO2-Reduktion verschreiben, etwa mit der Einrichtung verkehrsfreier Zonen.

Dass aber nicht nur die Reduktion von CO2 Städte lebenswerter macht, sondern auch weniger Lärm, war das Thema von Jamie Banks von der US-Organisation Quiet Communities. Sie erläuterte in ihrem Vortrag den Einfluss, den Geräuschverschmutzung besonders auf das Herz- und Kreislaufsystem hat, wie etwa stressbedingten Bluthochdruck und ein höheres Herzinfarktrisiko. Ihren Appell für den Einsatz von geräuscharmen Akkugeräten besonders in den Städten unterstrich die Gesundheitsexpertin mit der kurz vor Beginn der Tagung veröffentlichten Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). WHO-Experten gehen davon aus, dass Lärm ernste gesundheitliche Auswirkungen hat und appellieren an die Einhaltung der neuen Leitlinie.

Wie die neue Produktgeneration in der Grünflächenpflege aussieht, zeigte Husqvarna im Baakenpark. Der neue Allrad-Rasenroboter Automower 535 AWD meistert Steigungen von bis zu 70 Prozent.

Digitalisierung in der kommunalen Grünpflege

Die kommunale Sicht auf das Thema Grünflächenpflege brachte Galk-Vizepräsident Axel Raue in die Konferenz ein. Er erläuterte anhand der Stadt Osnabrück, wie angespannt die Lage in der kommunalen Grünflächenpflege oft ist. Die kommunalen Betriebe bekämen, immer mehr Aufgaben zugewiesen, dafür aber in der Regel nicht mehr finanzielle Ressourcen, so Raue. Der Grünflächenmanager hob die Bedeutung der Digitalisierung hervor. Wenn visualisiert werden könne, wie Grünflächen aussehen würden, wenn Personal eingespart werde, dann würde das auch die Politik beeinflüssen, ist Raue überzeugt. Er plädierte ebenfalls für die Förderung von Elektromobilität und Akkugeräten. Seiner Ansicht nach sollte jedoch auch hinterfragt werden, woher der Strom für Elektromobilität kommt.

CO2-Rechner für Arbeitsgeräte

Wie die neue Produktgeneration in der Grünflächenpflege aussieht, zeigte Husqvarna im Baakenpark in der Hafen City. Das Unternehmen präsentierte dort seinen neuen Allrad-Rasenroboter Automower 535 AWD mit serienmäßiger Konnektivität, der bisherige Grenzen überwindet: So meistert das Modell Steigungen von bis zu 70 Prozent, unwegsames Gelände sowie Engstellen und Hindernisse ohne Probleme. Mit dem modernen Design, der hohen Flächenleistung und dem emissionsfreien Akku-Antrieb eignet sich der 535 AWD daher für den professionellen Einsatz im Garten- und Landschaftsbau. Ebenfalls in Hamburg im Programm hatte der Hersteller ein Update seiner Flottenmanagement Software: So verfügt Husqvarna Fleet Services über einen neuen integrierten CO2-Rechner, der Landschafts- und Gartenbaubetrieben Einblick in den CO2-Fußabdruck ihrer Geräte gibt und Optimierungspotenziale aufzeigt.

Mit Blick auf die Zukunft stellte das Unternehmen das Konzept Husqvarna Zero vor. Es steht für Autonomie und Nachhaltigkeit bei der Rasenpflege. Das Konzept verbindet laut Husqvarna die Automower Mähroboter mit Technologien wie Solarantrieb, künstlicher Intelligenz, Laden per Induktion und multipler Sensoren-Technik. Ziel ist es, bei der Landschaftspflege künftig noch mehr CO2-Emissionen und Lärm einzusparen sowie Ressourcen effizient einzusetzen. globa

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2018 .

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