Verbandsgeschichte

Zehn Jahre GALK e. V. - ein kleiner Rückblick

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Die jährlichen Mitgliederversammlungen bilden den Höhepunkt der jährlichen GALK-Veranstaltungen und sind eingebunden in den Gemeinsamen Bundeskongress der grünen Verbände. Foto: Mechthild Klett

Seit nunmehr zehn Jahren besteht der "Förderverein GALK e. V", der aus der "Ständigen Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag", DST hervorgegangen ist. Für die Gründung eines Vereins sprachen mehrere Gründe.

GALK im Deutschen Städtetag

Obwohl die GALK als "Ständige Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag" den Bezug zum DST im Namen trug, war sie formal nie vollständig in die Strukturen des Deutschen Städtetags integriert. Der oder die Vorsitzende der GALK war zwar ständiger Gast im Umweltausschuss - aber ohne Stimmrecht. Die GALK wurde wie eine Fachkommission gesehen, hatte formal aber keinen entsprechenden Status. Erst 2005 wurde der "Arbeitskreis Stadtgrün" gegründet als eine der Fachkommission Umwelt des DST zugeordnete Arbeitsebene. Die inhaltlichen Überschneidungen dieses Arbeitskreises mit der Fachkommission Kommunales Friedhofswesen - diese wurde ausschließlich durch Mitglieder der AKF (Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Friedhofsverwaltungen) beschickt - führte letztlich im Dezember 2008 beim Deutschen Städtetag zu der Entscheidung, aus beiden Gremien die "Fachkommission Friedhofswesen und Stadtgrün" zu bilden. Mitglieder der neuen Fachkommission waren jeweils die GALK-Arbeitskreisleitungen sowie die regionalen Vertreter von GALK und AKF. Die "interne Arbeit" der GALK, also die Erstellung von Arbeitspapieren, Arbeitshilfen oder Positionspapieren zu Fachfragen blieb aber weiterhin Aufgabe der GALK-Arbeitskreise beziehungsweise des Vorstands, um den Erfahrungs- und Meinungsaustausch zwischen den Ämtern zu befördern.

Eine gravierende Veränderung in der GALK zeichnete sich in den 1990er-Jahren durch die in den Ämtern immer knapper werdenden Ressourcen für das öffentliche Grün ab. Konnten über viele Jahre die Ämter im Wechsel Gastgeber für die Jahrestagungen der GALK sein, so erlaubten die Haushalte und das Haushaltsrecht die Fortsetzung dieser Tradition seit der Gründung 1958 nicht mehr. Allein über Teilnehmerbeiträge waren die Tagungen auch nicht mehr zu finanzieren, weil auch das Budget für Fortbildungs- und Dienstfahrten in den Städten drastisch reduziert oder sogar gestrichen wurde. Zugleich waren die Anforderungen an die Qualität und die Organisation der Tagungen gestiegen, die personellen und finanziellen Möglichkeiten der Ämter aber deutlich eingeschränkt.

Im Juni 2013 gab es den Wechsel der GALK-Präsidenten von Heiner Baumgarten (li.) zu Görtz Stehr. Foto: Mechthild Klett

Die Jahrestagungen der GALK gemeinsam mit dem Kongress der Verbände DGGL und BDLA mussten deshalb auf eine neue finanzielle Plattform gestellt werden. Ab 2004 hat die GALK deshalb ein Spendenmodell zur Finanzierung der GALK-Arbeit eingeführt, dass auch die Sicherung der Jahrestagung und des Gemeinsamen Bundeskongresses der Verbände gewährleistete und die Haushalte der Ämter entlastete. Dieses Modell hat sich schnell erfolgreich etabliert und inzwischen sehr bewährt, erforderte aber eine entsprechende neue Struktur der GALK. Die GALK musste eine "Rechtsperson" werden, um entsprechende Verträge und Vereinbarungen mit Veranstaltungsorten, Referenten, Technik-Dienstleistern etc. einzugehen und zugleich empfangsberechtigt für Spenden sein.

Gründung des GALK e. V.

Um die Facharbeit in der GALK klarer von der Mitwirkung in den Gremien des Deutschen Städtetages zu trennen und die Organisation von Fachtagungen und Kongressen erfolgreich fortsetzen zu können, wurde als beste Lösung die Gründung eines eigenen gemeinnützigen Fördervereins der GALK gesehen, die im Januar 2007 in Göttingen erfolgte. Im Sommer 2008 erhielt der Förderverein die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Der GALK e. V. verpflichtet sich satzungsgemäß den Aufgaben der Förderung der Gartenkultur und der Gartendenkmalpflege, der Förderung des Naturschutzes, der Pflanzenzucht und der Wissenschaft und Forschung und erarbeitet Handlungsempfehlungen und Arbeitshilfen für die Mitglieder des Vereins und die kommunalen Ämter und Betriebe. Mitglied des GALK e. V. können Kommunen, Einzelpersonen, Vereine, Verbände oder auch Unternehmen werden, die die Ziele des Vereins unterstützen.

Angesichts seiner nun fast 60-jährigen Geschichte der GALK sieht sich auch der GALK e. V. eng verbunden mit dem Deutschen Städtetag und bringt seine Arbeitsergebnisse aus den Arbeitskreisen zur Beratung in die Fachkommissionen des DST ein.

Arbeitsstruktur und Arbeitsergebnisse des GALK e. V.

Das Präsidium des GALK e. V. wird laut Satzung aktuell aus dem Präsidenten, fünf Vize-Präsidenten und dem Schatzmeister gebildet. Die Leiter/innen der Arbeitskreise sowie die Sprecher/innen der Landesgruppen bilden den Beirat und gemeinsam mit dem Präsidium das "Erweiterte Präsidium". Arbeitstreffen dieses erweiterten Präsidiums finden mindestens zweimal jährlich, Mitgliederversammlungen einmal jährlich statt.

Mehr als 13 Jahre leitete Jutta Westphal die GALK-Geschäftsstelle in Hamburg. Foto: Mechthild Klett

Seit 2000 hat die GALK eine Geschäftsstelle als ständige Kontaktadresse, die zunächst bis 2015 in Hamburg und aktuell in Frankfurt angesiedelt ist. Ebenfalls seit 2000 ist die Homepage der GALK kontinuierlich aufgebaut worden. Beide Einrichtungen wurden überwiegend ehrenamtlich aufgebaut und betreut und sollen weiter verstetigt und verbessert werden. Fachbeiträge und Arbeitsergebnisse des GALK e. V. werden regelmäßig über die Fachzeitschrift "Stadt und Grün" veröffentlicht.

Aktuell hat GALK e. V. neun aktive Arbeitskreise: Ausbildungswesen, Friedhofswesen, Kleingartenwesen, Kommunale Gartendenkmalpflege, Landschaftsplanung und Grünordnung, Organisation und Betriebswirtschaft, Spielen in der Stadt, Stadtbäume sowie Stadtentwicklung. Der Arbeitskreis Landwirtschaft und Umwelt im Ballungsraum ruht derzeit.

Seit Bestehen des GALK e. V. sind wichtige Publikationen zu aktuellen Themen des städtischen Grün erschienen, zum Beispiel:

  • Straßenbaumliste (wird lfd. aktualisiert und unter www.galk.de zu finden)
  • Positionspapier Grünflächenmanagement, 2012
  • Leitlinien des Deutschen Städtetages zur nachhaltigen Entwicklung des Kleingartenwesens in den Städten" (erarbeitet im AK Kleingartenwesen), 2013
  • Musterbaumschutzsatzung, 2014
  • Gärtnerausbildung in den Kommunen, 2015
  • GALK-Straßenbaumtest Online, 2016 (www.galk.de)
  • Positionspapier "Grün in der Stadt" als Beitrag zum Weißbuch des BMUB, 2016

Der GALK e. V. hat zwei wichtige Forschungsprojekte angeregt und fachlich begleitet:

  • "Bedeutung des Stadtgrüns für den Wert von Grundstücken und Immobilien", Bericht 2012; TU Dortmund
  • "Öffentliche Grünanlagen der 1950er- und 1960er-Jahre", Projektbericht 2016; (Gemeinsames Projekt des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland e. V.(BHU); Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz e. V. (GALK, Arbeitskreis Kommunale Gartendenkmalpflege) und Technische Universität Berlin (Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Denkmalpflege).

Arbeitsergebnisse des GALK e. V. werden in Fachartikeln in Stadt und Grün veröffentlicht und somit einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich.Wichtigste Veranstaltung des GALK e. V. ist die jährliche Fachtagung in stetig wechselnden Städten, die immer zusammen mit dem Gemeinsamen Bundeskongress der Verbände stattfindet. Seit 2000 sind aus den anfänglich drei Partnern (DGGL, BDLA und GALK) inzwischen neun kooperierende Verbände geworden (Stand 2017). Seit einigen Jahren findet ebenso eine Fachtagung "Natur in der Stadt" in Kooperation mit dem Bundesverband Beruflicher Naturschutz e. V. (BBN) statt. Weitere Partner waren dabei in 2017 das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e. V. und die Stadt Leipzig. Aus diesen Kooperationen wird deutlich, wie breit das fachliche Spektrum der Grünflächenämter in den Städten angelegt ist. Die GALK hat deshalb die Aufgabe, die manchmal auch konkurrierenden fachlichen Belange zu thematisieren, zu informieren und konsensfähige Positionen zu erarbeiten.

Perspektiven

Die neue Geschäftsstelle in Frankfurt am Main leiten Simone Jacobs (li.) und Silvia Stengel. Foto: Mechthild Klett

Mit dem Weißbuch der Bundesregierung liegt erstmals eine auf breiter fachlicher und politischer Basis diskutierte Dokumentation zur Bedeutung des Grüns in der Stadt vor. Zentrale Aufgabe des GALK e. V. und damit der Grünflächenämter der Städte wird es sein, die Dokumentation und die Ziele des Weißbuches mit Leben und Praxis zu füllen. Kernthemen dürften dabei die Sicherung der Biodiversität, die Erhaltung eines gesunden Stadtklimas sowie die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit funktionalen und gepflegten Grünflächen sein. Die GALK wird sich gemeinsam mit den Partnerverbänden und den Fachämtern in den Städten diesen Aufgaben stellen.

Heiner Baumgarten

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2017 .

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