Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Klimawandel ist mit der Corona-Krise nicht verschwunden. Im Gegenteil - er hat die Krise letztlich noch verschärft. Wenn es jetzt darum geht, die Gelder zu verteilen, um Kommunen und Wirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren, sind integrierte Lösungen gefragt. So wie eine Innenverdichtung Multifunktionalität ermöglichen muss, muss auch eine Aufschwungsstrategie das eine Tun ohne das Andere zu lassen. Wie das geht, hat etwa der Bayerische Bund der Architekten vorgemacht und einen Forderungskatalog für künftiges nachhaltiges Bauen herausgegeben. Er zeigt, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Fragen nicht zu trennen sind und schon gar nicht gegeneinander gerichtet werden dürfen.

Die Politik ist klug beraten, mit der Zivilgesellschaft zu diskutieren, wie und nach welchen Kriterien die Mittel verteilt werden. Das gilt etwa auch für Olaf Scholz, der mit einem 57 Milliarden schweren Programm hochverschuldete Kommunen entschulden als auch breitflächig die ausgefallenen Gewerbesteuern ersetzen will - mithilfe der Bundesländer. Ein Gerangel ums Geld führt in die Sackgasse, weil sich die Großen und Starken dann durchsetzen und für die Klein- und Mittelbetriebe etwa im GaLaBau und für verarmte Kommunen kaum mehr ein Krümel von der Torte übrigbleibt. Wenn die Konzeption der Architekten gelingt, kann auch ein soziales, wirtschaftlich gerechtes und ökologisches Narrativ die unseligen Verschwörungstheorien verdrängen. Dies kostet allerdings nicht nur sehr viel Kraft, man muss es auch und vor allem politisch wollen.

Beste Grüße

Ihre Mechthild Klett

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2020 .

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