Schlüssel-Schloss-Prinzip bringt mehr Biodiversität

Die neue Ernte - "Tiere pflanzen"

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Blumenhecke als Sichtschutz zu einer Tiefgaragenentlüftung. Foto: Ulrike Aufderheide

Was zahlreiche internationale Abkommen zum Schutz der Biodiversität mit ihren Folgekonferenzen und Öffentlichkeitskampagnen und was die Öffentlichkeitsarbeit aller Naturschutzverbände jahrelang nicht erreichte, das gelang 2017 dem Entomologischen Verein Krefeld. Die Untersuchungen dieser Gruppe aus unbezahlten Forschern zur Insektenbiomasse in Naturschutzgebieten in NRW brachte den Rückgang der Biodiversität ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Alle relevanten Publikumsmedien veröffentlichten im Jahr 2018 Artikel oder Sendungen zum Thema "Insektensterben".

Die Krefelder Forscher hatten herausgefunden, dass in den letzten 27 Jahren die Biomasse der Insekten um 76 Prozent (82 % im Hochsommer) zurückgegangen ist. Besonders besorgniserregend ist, dass dieser Rückgang in Gebieten nachgewiesen wurde, die vorrangig dem Schutz der Natur dienen, also viel weniger vom Landnutzungswandel betroffen sind als die umgebende Landschaft.

Dabei passen die Krefelder Ergebnisse gut in das Bild des Anthropozäns weltweit, überall werden Rückgänge der Biodiversität beobachtet: von 1970 bis 2012 58 Prozent der Säugetiere weltweit, von 1990 bis 2011 50 Prozent der europäischen Schmetterlinge der Grasfluren. Die roten Listen Deutschlands führen die Hälfte der deutschen Wildbienenarten, 29 Prozent der Schwebfliegenarten, 35 Prozent der Heuschreckenarten und 87 Prozent der Wasserkäferarten als ausgestorben oder bestandsgefährdet. Solche Zahlen wurden im letzten Jahr nicht mehr nur achselzuckend zur Kenntnis genommen.

Der Stieglitz oder Distelfink (Carduelis carduelis) frisst gerne die Samen von Disteln und Kardengewächsen, hier im Frühsommer an der Waldwitwenblume (Knautia dipsacifolia). Foto: Ulrike Aufderheide

Der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger, etwas "gegen das Insektensterben zu tun", ist nicht von der Hand zuweisen: Die Fläche aller Gärten in Deutschland ist größer als die Fläche der Naturschutzgebiete. Dies wird immer wieder als Argument für das enorme Potenzial angeführt, das die Gärten für den Naturschutz im besiedelten Raum darstellen. Man kann das aber natürlich auch anders lesen: Die Fläche der Gebiete, wo die Biodiversität Vorrang hat, ist kleiner als die Gesamtfläche der Gärten bei uns. So wird klar, wo das Problem eigentlich liegt: in der enormen Übernutzung unserer Landschaft. Die Gärten in Dörfern und Städten sind nicht so sehr Teil des Problems, sie können aber Teil der Lösung sein. Denn in einer Zeit, wo nicht nur die empfindlichen Arten, die große relativ unberührte Räume brauchen, immer weniger werden, sondern auch solche, die früher als Allerweltsarten kaum geachtet wurden, da werden auch sehr kleine Flächen, auf denen die Biodiversität gefördert werden soll, wichtig. Eine Glockenblumenscherenbiene findet auf einem großen Balkon mit vielen Glockenblumen und einer Nisthilfe vielleicht schon alles, was sie braucht.

Tiere pflanzen: Tier-Pflanzen-Paare "mit Garantie"

Auch der Begriff "Tiere pflanzen" ist nicht mehr so unverständlich wie er vor einigen Jahren vielleicht war, er drückt einen heute wichtigen Funktionsanspruch an Grünflächen aus, den sie neben anderen erfüllen können oder sollen.

Damit wird die Förderung der Biodiversität und auch Naturbeobachtung zu einer erwünschten "Ernte". Um "ernten" zu können, sollten bevorzugt einheimische Wildpflanzen verwendet werden. Denn durch die Jahrhunderttausende währende Koevolution haben sich gegenseitige Abhängigkeiten entwickelt und einheimische Pflanzen und Tiere passen nun zusammen wie Schlüssel und Schloss. Auch exotische Pflanzen können mal mehr, mal weniger von einigen Arten genutzt werden, einheimische Wildpflanzen sind aber immer mit großer Wahrscheinlichkeit Lebensgrundlage für viele Tiere.

Die Abhängigkeiten von Pflanzen und Tieren gehen manchmal so weit, dass einige Arten sogar an Hand der Pflanze bestimmt werden können, die sie besuchen: Kleine Wildbienen, teils mit weißem Gesicht an einer Resede sind vermutlich Resedenmaskenbienen, rötliche honigbienenähnliche Wildbienen an einer Zaunrübe wahrscheinlich Zaunrübensandbienen. Umgekehrt können durch die Ansiedlung bestimmter Pflanzen auch bestimmte Tierarten gefördert ("geerntet") werden. Einige Beispiele werden im Folgenden dargestellt. Wobei immer auch die Lebensansprüche der "gepflanzten Tiere" beachtet werden sollten. So werden sie dann zu Botschaftern der Biodiversitätsnetzwerke in denen sie leben und für zahlreiche weitere Arten, die mit solchen Flächen gefördert werden. Das spannende an diesem neuen Funktionsanspruch ist, ihn zusammen mit den anderen Funktionsansprüchen so in Einklang zu bringen, dass diese nicht nur nicht beeinträchtigt, sondern in spezifischer Weise gefördert werden. Biodiversitätsfördernde Retentionsflächen und Notwasserwege im Sinne der Schwammstadt sind da nur in Beispiel.

Wilde Karde (Dipsacus fullonum). Foto: Ulrike Aufderheide

Karden bieten schöne Winteraspekte, vor allem bei Raureif oder Schnee. Foto: Ulrike Aufderheide

Blumenkräuterrasen auf dem Spielgelände einer Kita: hier kann der Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus) an Hornklee (Lotus corniculatus) beobachtet werden. Foto: Ulrike Aufderheide

Die Wilde Möhre - ein Insektenmagnet in Blumenwiesen und Säumen, zum Beispiel für die Mistbiene

Wilde Möhren (Daucus carota) kommen auf Brachflächen, in Säumen und in Blumenwiesen vor. Sie brauchen offenen Boden zum Keimen, je magerer der Standort einer Blumenwiese ist, desto eher werden die aromatischen Doldenblütler sich in einer Blumenwiese halten können. Blumenwiesen entwickeln ja, im Gegensatz zu beweideten oder häufiger gemähten Rasen keine belastbare Narbe. Sie werden je nach Nährstoffgehalt des Bodens, nur ein- bis dreimal im Jahr gemäht. Blumenwiesen sind also etwas zum Anschauen, quasi ein großes Blumen- und Gräserbeet, sie eignen sich nicht zum Spielen und Lagern. In der Hauptblütezeit ist eine Blumenwiese ein Magnet für Schmetterlinge, Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen, wie die Mistbiene (Eristalis tenax).

Wilde Möhren sind besonders beliebt bei Schwebfliegen. Die Färbung vieler Schwebfliegenarten ähnelt der Färbung von Insekten mit Giftstachel: die Mistbiene ähnelt der Honigbiene, die Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria) der Hornisse und etliche Arten tragen die gelb-schwarze Warnfärbung der Wespen. Schwebfliegen werden oft in größere Höhen verweht, sie gehören damit zum "Luftplankton". Große Schwärme von Mistbienen und Hainschwebfliegen suchen diese Höhen sogar entsprechend ihrem genetischen Programm auf und lassen sich im Herbst nach Süden treiben, das heißt, sie wandern genauso wie Vögel. Im Frühjahr gibt es dann die umgekehrte Flugrichtung von Süden nach Norden. Schwebfliegenschwärme werden an Orten, wo Zugvögel gezählt werden, wie dem Randecker Maar in Baden-Württemberg, auch aufgenommen. Dabei wurde in den vergangenen Jahren das Insektensterben in alarmierender Weise deutlich: während früher ungefähr 1500 Tiere pro Tag gezählt wurden, sind es heute nur noch einzelne Individuen, so dass die Erfassung sich nicht mehr lohnt. Kein Wunder, dass die Luftplanktonjäger Mehlschwalbe und Mauersegler ebenfalls dramatisch abnehmen.

Je magerer der Boden ist, desto bunter und prächtiger wird die Wiese werden, aber auch auf nährstoffreichen Böden können bunte Blumenwiesen angelegt werden. Voraussetzung für eine bunte Wiese ist vor allem das richtige, standortgerechte Saatgut. Nur echtes Wildpflanzensaatgut sollte ausgesät werden, besonders wichtig sind die eher konkurrenzschwachen Wildgräser, die langsam keimen und sich nicht stark ausbreiten, wie das zum Beispiel die Zuchtformen der Rasengräser oder der Gras-Klee-Mischungen tun. Die für eine erfolgreiche Etablierung der Blumen (Kräuter) wichtige langsame Entwicklung der Wildgräser führt dazu, dass eine gelungene Blumenwieseneinsaat kurz nach der Anlage immer so aussieht, als wäre etwas schief gegangen: nur hier und da ein winziges Pflänzchen. Wenn im ersten Jahr schon viele Blumen blühen, dann sind das meist Ackerwildkräuter wie Klatschmohn, Kornblume der Kornrade. Sie werden den Mischungen beigegeben um den eher erbärmlichen Anblick des ersten Jahres zu verschönern. Aber eigentlich ist es besser, die Blumenwieseneinsaat im ersten Jahr (und nur in diesem!) nach dem ersten Schnitt, dem Schröpfschnitt, häufiger zu mähen, wie einen Rasen. Dann entwickeln die Wildpflanzen kräftige Rosetten.

Die Mosaikmahd von Blumenkräuterrasen kann auch gestalterisch genutzt werden. Foto: Heribert von Essen

Von Zaunrübensandbienen umschwärmt: der Sichtschutz an diesem kleinen Sitzplatz ist begrünt mit Zaunrübe (Bryonia dioica) – keine Angst, Wildbienen sind nicht aggressiv! Foto: Ulrike Aufderheide

Mit dem richtigen Saatgut kann die Pracht der Blumenwiesen in den besiedelten Raum gebracht werden. Foto: Ulrike Aufderheide

Den offen liegenden Pollen und Nektar der Wilden Möhre nutzen nicht nur Schwebfliegen, sondern auch viele andere Insekten. Wildbienen, Faltenwespen, Schlupfwespen, Grabwespen, Fliegen, Käfer, auch Schmetterlinge. Und wenn die Blüten bestäubt sind und die Pflanzen Samen bilden, dann können oft prachtvolle Wanzen beobachtet werden. Vom Laub der Wilden Möhre ernähren sich die Raupen von zehn verschiedenen Schmetterlingsarten, darunter der wunderschöne Schwalbenschwanz. Dessen Puppen finden sich auch oft an den Stengeln der abgestorbenen Pflanzen. Deshalb ist es am besten, wechselnde Bereiche von Blumenwiesen von der Mahd auszunehmen (Mosaikmahd).

Stieglitze und Karden in Säumen und Blumenhecken

Stieglitze (Carduelis carduelis) sind typische Vögel der Säume, sie werden magisch angezogen von den Samenständen hoher Stauden, denn sie behalten bei der Nahrungssuche gerne den Überblick. Vor allem Kardengewächse, Disteln oder andere Korbblütler wie Flockenblumen werden gerne besucht. Wo die attraktiven Samenstände der Karden (Dipsacus fullonum) über den Winter stehen bleiben dürfen, können im Herbst und Winter mit Sicherheit Stieglitze beobachtet werden.

Karden kommen auf Brachflächen und in Säumen vor und sind graphisch sehr deutliche und interessante Pflanzen. Die Blüten öffnen sich zuerst in einem Ring in der Mitte des Blütenstandes, der sich dann teilt, die eine Hälfte "wandert" nach unten die andere nach oben. Vor allem langrüsselige Insekten wie Schmetterlinge und Hummeln saugen hier Nektar. Morgens finden sich oft schlafende Hummeln an den Blüten. Auch im zweiten Jahr werden die Samenstände immer noch von Vögeln besucht und in den abgestorbenen Stengeln können Insekten, wie Wildbienen oder Schenkelkäfer als Larven den Winter überstehen.

Oft gibt es Bereiche, wo die Andeutung einer Raumgrenze sinnvoll, aber kein dichter Sichtschutz notwendig ist. Hier eignen sich Staudensäume, auch als "Blumenhecke" wunderbar, um eine bunt blühende Abgrenzung zu schaffen.

Blumenhecken und Säume brauchen nicht viel Platz. Ein sonniger Streifen, etwa einen Meter breit - zum Beispiel entlang eines Zaunes - ist ausreichend. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf neu angelegten Gehölzflächen eine Blumenhecke zu säen, als naturnahe Alternative zur allgegenwärtigen Rindenmulchschicht. Die schnell wachsenden Wildblumen schaffen in wenigen Monaten die Raumstruktur, die von den Gehölzen erst einige Jahre später erreicht werden kann. Später entwickelt sich aus der Blumenheckeneinsaat der für so viele Heckenbewohner wichtige Staudensaum.

Zäune mit Zaunrüben und Zaunrübensandbienen

Zaunrübensandbienen (Andrena florea) kommen nur dort vor, wo es Zaunrüben gibt, denn die Weibchen sammeln Pollen und Nektar ausschließlich an den männlichen Pflanzen der Zaunrüben. Dort können Zaunrübensandbienen dann zur Blütezeit in großer Zahl beobachtet werden. Der Schmuckwert der Pflanzen beruht hauptsächlich auf den fünfzählig gelappten Blättern und den elegant geschwungenen Ranken. Zaunrüben brauchen kalkhaltigen und eher nährstoffreichen Boden. In Süddeutschland gibt es auch die einhäusige Weiße Zaunrübe (Bryonia alba), die schwarze Beeren bekommt, hier werden also alle Pflanzen von der Zaunrübensandbiene besucht. Beide Zaunrübenarten können zwei bis vier Meter hoch klettern, ziehen aber als Stauden im Winter ein. Sie können gut mit Klettergehölzen kombiniert werden.

Zaunrübensandbienen brauchen wie alle Sandbienen und viele weitere Wildbienenarten zum Nisten offene, besonnte Bodenbereiche. Nicht alle Wege sollten befestigt werden, nicht alle Fehlstellen im Rasen "repariert" werden. Gerade auf Brachflächen und in Naturerlebnisspielräumen entstehen oft nur schütter bewachsene Bodenbereiche, die Sandbienen als Lebensraum dienen können.

Mistbiene (Eristalis tenax) auf Wilder Möhre (Daucus carota). Foto: Ulrike Aufderheide

Zaunrübensandbiene (Andrena florea) auf Zaunrübe (Bryonia dioica). Foto: Heribert von Essen

Blau-gelb im Blumenrasen: Hauhechelbläulinge auf Hornklee

Dort, wo in Europa der Landnutzungswandel noch nicht so fortgeschritten ist wie bei uns, kann man sie noch erleben, die Wolken kleiner Bläulinge. Schmetterlinge leiden besonders unter der Intensivierung der Landwirtschaft, denn sie sind sehr empfindlich gegenüber Insektengiften: viele Falter trinken morgens Tau von den Blättern und nehmen dadurch leicht am Vorabend - nach der Flugzeit der Bienen - ausgebrachte Insektizide auf. Außerdem ernähren sich die Raupen oft von nur von wenigen Pflanzenarten, manchmal sind sie sogar abhängig von einer einzigen Art. Hauhechelbläulinge (Polyommatus icarus) legen ihre Eier sehr häufig am Gewöhnlichen Hornklee (Lotus corniculatus) ab. Beide, der Hauhechelbläuling und der Hornklee bevorzugen Magerrasen und magere Wiesen und Weiden.

Hornklee ist Bestandteil einer guten Blumenrasenmischung, also der blütenreichen Alternative zur Gräsermonokultur. Die Artenzusammensetzung von Blumenkräuterrasen leitet sich von den Pflanzengesellschaften der mageren Weiden ab. Durch die Nutzung, insbesondere die Trittbelastung, aber auch das regelmäßige Abweiden entwickelt sich hier, im Gegensatz zu den Blumenwiesen, eine mehr oder weniger belastbare Narbe. Die Nutzung als gelegentlich oder auch häufiger gemähte Spiel- und Liegewiese imitiert also quasi die Beweidung. Auf einer extensiv gepflegten Weide gibt es immer wieder an wechselnden Stellen höher aufwachsende und blühende Kräuter, nämlich dort, wo die Tiere nicht weiden, in einer Weidepause, unter dornigen Sträuchern oder in der Nähe von Kuhfladen oder Ameisenhaufen. Wenn Teilflächen von der Mahd ausgenommen werden, bleiben Rückzugsräume und Blüten für die Insekten erhalten. Solche "Blumeninseln" können auch als temporäres Gestaltungselement genutzt werden.

Das Anlegen eines Blumenkräuterrasens entspricht dem einer Blumenwiese. Nach der Fertigstellung orientiert sich die Pflege, also die Häufigkeit der Mahd nach der Nutzung einer Weide: es wird nach Bedarf und ästhetischen Ansprüchen gemäht. Das Mahdgut darf, im Gegensatz zu Blumenwiesen, sofort entfernt werden (es verschwindet auf Weiden ja auch im Magen der Tiere).

Auch artenreiche Rasen fördern die Biodiversität. Immerhin ist der Weiderasen ja im Gegensatz zu Blumenwiesen ein Jahrtausende alter Lebensraum. So brauchen die sich fast ausschließlich von Ameisen ernährenden Grünspechte kurzrasige Flächen. Gerade schwärmende Ameisen sind wie Blattläuse Teil des Luftplanktons. Auch der Gartenrotschwanz oder Dohlen und viele weiter Vogelarten suchen ihre Nahrung auf kurzrasigen Flächen, genauso wie Turmfalken nur dort Mäuse fangen können, wo sie sie gut sehen können: auf Rasenflächen. Wenn auf dem Blumenrasen zeitweise Inseln blühender Stauden stehengelassen werden, wo Schafgarbe (Achillea millefolium), Margerite (Leucanthemum) oder Oregano (Origanum vulgare) blühen dürfen, dann haben diese Flächen noch mehr für Insekten und Insektenjäger zu bieten.

Sandbeete mit Resedenmaskenbiene auf Reseden

Dort, wo Reseden blühen, sind sie von Resedenmaskenbienen (Hylaeus signatus) umschwärmt. Maskenbienen sind in der Wahl ihres Nistplatzes recht flexibel, sie besiedeln Hohlräume in Mauern, trockenen Stengeln und sind auch in Wildbienenisthilfen zu finden, aber oligolektisch und besuchen ausschließlich Reseden. In Mitteleuropa kommen zwei Resedenarten vor: die hohe Färberresede (Reseda luteola), auch Färberwau genannt und die niedrigere ausdauernde Gelbe Resede (Reseda lutea), der Gelbe Wau.

Färberwau ist eine Pflanze der nährstoffreichen offenen Böden, kann also in Blumenhecken ausgesät werden, die niedrigere Gelbe Resede mag es nährstoffärmer und trockener und kommt gerne auf kalkhaltigen Sandböden vor. Einzelne Exemplare blühen noch relativ spät, bis in den September hinein. Sie bilden kompakte feine Büsche und können so einen schönen Hintergrund für deutlichere Strukturen und kräftigere Farben bilden, wie den Kugelköpfigen Lauch, der zur selben Zeit blüht, womit wir dann eine weitere Maskenbiene in den Garten holen können, die Lauchmaskenbiene (Hylaeus punctulatissimus).

Literatur und Quellen

Aufderheide, Ulrike: Tiere pflanzen, pala-Verlag April 2019, einige Passagen dieses Textes wurden aus dem Buch entnommen.

Hallmann et.al. (2017): More than 75 perdent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas, PLoS ONE 12 (10):eI185809. doi.org/10.1371/journal.pone0185809

Unterweger et al. (2018): Insect hibernation on urban green land: a winter adapted mowing regime as a management tool for insect conservation, BioRisk13: 1-29, doi.org/10.3897

Viele Inforamationen zum Thema auch unter: www.naturgarten.org

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2019 .

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