"Frankfurter Parkgeschichten"

Reiche gartenkünstlerische Tradition

Dr. Evelyn Brockhoff/Heidrun Merk (Hg.): Frankfurter Parkgeschichten

Societäts-Verlag
Frankfurt am Main
232 Seiten, Broschur
mit zahlreichen farbigen und schwarz-weißen Bildern und Plänen
Preis: 29,80 Euro
ISBN 978-3-95542-048-2

Noch immer hat Frankfurt am Main mit seinem Image als Stadt des Geldes ("Bankfurt") oder der Reduktion auf seine Hochhaus-Skyline ("Mainhattan") zu kämpfen, obwohl sie durch die Jahrhunderte immer auch eine grüne Stadt am Fluss war, ist und bleibt. In der ehemaligen Freien Reichsstadt, in der praktisch nie ein Fürst regiert hat, spielten das Bürgertum und der Bürgersinn stets eine große Rolle. Neben den drei Ringen um das Zentrum - Wallanlagen, Alleenring und Grüngürtel - verdichten zusätzlich etwa 50 Parkanlagen und Gärten den Grünbestand im Stadtgebiet. Sie erzählen von Frankfurts Geschichte und seinen Bewohnern. Der von Dr. Evelyn Brockhoff und Heidrun Merk herausgegebene Aufsatzband erzählt diese Geschichte ausführlich auf mehr als 200 reich bebilderten Seiten anhand von 24 öffentlich zugänglichen Gärten und Parks im Stadtgebiet und der näheren Umgebung. Dabei geht es nicht nur um die Grünanlagen selbst, sondern auch um ihre Besitzer, die Garten-Schöpfer, um Zeittypisches und Stile. Denn "die Geschichte der Gartenkunst spiegelt immer auch die gesellschaftlichen Entwicklungen einer bestimmten historischen Epoche", betonen die Herausgeberinnen.

Anknüpfend an drei Vortragsreihen im Institut für Stadtgeschichte, in Zusammenarbeit mit GartenRheinMain entstand die Idee zu den "Frankfurter Parkgeschichten". Sie erschienen im Mai 2014 als Band 74 in der Reihe "Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst". Ein Großteil der heute öffentlichen Parkanlagen der Stadt geht auf private Villenparks und -gärten berühmter Frankfurter Patrizier, Bankiers oder Kaufleute zurück, so etwa der Rothschild- , der Brentano-, oder der Grüneburgpark. Ihre bewegte Geschichte ist anschaulich im Buch dargestellt. Zur Vervollständigung der grünen Stadttopografie wurden weitere Gärten und Parks, auch solche aus dem 20. Jahrhundert aufgenommen. So entstand ein abwechslungsreicher Band mit Geschichten, die die reiche gartenkünstlerische Tradition Frankfurts eindrucksvoll porträtieren. Und diese setzt sich bis in die Gegenwart fort. Mit der Sanierung der Mainufer, der Wallanlagen und mehrer historischer Parks, sowie dem Neubau zeitgenössischer Grünflächen wie dem Rebstock- oder dem Hafenpark ergänzt die noch immer wachsende Stadt beständig ihren Grünbestand. Und der 5785 Hektar große Stadtwald ist einer der größten Stadtwälder Deutschlands. Die dicht besiedelte und von vielen Verkehrsadern durchzogene Metropole bleibt so auch künftig eine überaus grüne Stadt.

28 Autorinnen und Autoren, darunter die Mitherausgeberin Heidrun Merk, Landschaftsarchitekt Dr. h. c. Hans Dorn, Historiker Björn Wissenbach, Mitarbeiter des Grünflächenamts und des Instituts für Stadtgeschichte sowie Gartendenkmalpfleger und weitere Fachleute haben ein beachtliches Werk zusammengestellt. Neben den teilweise auch amüsanten Geschichten und Geschichtchen sind die Texte sehr fundiert und wissenschaftlich, versehen mit zahlreichen Quellenangaben, Verweisen und Belegen. So kann der Bildband nicht nur als Lesebuch, sondern auch für Recherchen zu einzelnen Objekten genutzt werden. Sehr empfehlenswert!

Thomas Herrgen, Frankfurt am Main

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2014 .

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