Vom Forschungsprojekt zum wachsenden grünen Netzwerk

Graue Flecken werden grün - Gewerbegebiete im Wandel

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Gewerbegebiete Baumpflanzung
Abb. 1: Baumpflanzung mit Kindern aus dem angrenzenden Wohngebiet auf einer Unternehmensfläche im Gewerbegebiet Marl-Lenkerbeck. Foto: Heike Wegener, WILA Bonn

Der "Stadtrand" lässt an Grün denken, an Villenvororte oder den Übergang zu Wald und Feld. Weniger romantisch und weniger beachtet sind die Gewerbegebiete, die dort zu finden sind. Sie sind Arbeitsorte, Garanten des Wohlstands oder auch Sorgenkinder der Stadtentwicklung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen im Jahr 2020 im Durchschnitt fast 20 Prozent eines Stadtgebiets auf Flächen mit überwiegend Industrie- und Gewerbenutzung. Im Gegensatz zu Innenstädten werden sie selten im Kontext von Stadtklima und Klimawandel oder Verbesserung der Aufenthaltsqualität betrachtet. Ein Forschungs- und Handlungsdefizit, dem sich von 2016 bis 2019 das ExWoSt Forschungsfeld "Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbegebieten" gewidmet hat. Mit anderem Schwerpunkt und deutlichem Handlungsbezug hat sich von 2016 bis 2022 das Verbundprojekt "Grün statt Grau - Gewerbegebiete im Wandel" mit der nachhaltigen Weiterentwicklung bestehender Gewerbegebiete befasst. Ab dem Sommer 2022 wird es als Netzwerk weiter aktiv sein.

Von der Biodiversität zum Netzwerk

Das vom BMBF im Rahmen der sozial-ökologischen Forschung (FONA) geförderte Verbundprojekt "Grün statt Grau - Gewerbegebiete im Wandel" startete 2016 mit drei Modellkommunen, zwei Universitäten und zwei gemeinnützigen Organisationen um gemeinsam die bestehenden Gewerbegebiete der beteiligten Kommunen "grüner" zu machen (www.gewerbegebiete-im-wandel.de). Im Fokus der nachhaltigen Weiterentwicklung standen die Begrünungspotenziale in den Bereichen Gebäude und Firmengelände sowie auf kommunale Flächen in den Gewerbegebieten. Um die Biodiversität in Gewerbegebieten zu steigern und die Aufenthaltsqualität zu fördern, wurden Außenanlagen, Fassaden und Straßenbegleitgrün von Unternehmen "naturnah" umgestaltet. Dahinter steht die Idee, das "heimische" Pflanzen für viele Tierarten als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen können (das "Schlüssel-Schloss-Prinzip"). Gerade Gewerbeflächen weisen viele selten genutzte Bereiche auf, wie zum Beispiel Abstandsflächen, die sich als Rückzugsorte im urbanen Raum anbieten und dauerhaft zur Verfügung stehen. Begrünungen wurden im Verbundprojekt als sichtbarer Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit im Gewerbegebiet genutzt (Abb. 2).

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Abb. 2: Begrünungsmaßnahmen haben immer das Potenzial zur gleichzeitigen Verbesserung von Biodiversität und Aufenthaltsqualität sowie zur Klimaanpassung. Grafik: Sandra Sieber, 2020
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Abb. 3: Struktur des Verbundprojekts "Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel". Grafik: Sandra Sieber, 2019

Um dieses Ziel zu realisieren, wurden in den Modellkommunen eigens Personen für das "Gebietsmanagement" eingesetzt (Abb. 3): Kommunale Mitarbeitende, die im Verbundprojekt "Gewerbegebiete im Wandel" tätig sind und deren Stellen für den Projektzeitraum durch das Projekt gefördert wurden. Durch das Projekt und die Gebietsmanagerinnen konnten die Modellkommunen langfristig (von 2016-2019 in der ersten Projektphase und 2019-2022 in der zweiten) auf die Unternehmen zugehen. Die Gebietsmanagerinnen waren feste Ansprechpersonen für die Unternehmen sowie für andere Abteilungen und Ämter innerhalb der Kommune.

Die Ansprache der Unternehmen erfolgte teils in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und bedeutete ganz praktisch sehr viel "Klinkenputzen". Neben der individuellen Ansprache organisierten die Gebietsmanagerinnen auch größere Informationsveranstaltungen für die Unternehmen zum Projekt oder projektübergreifende Workshops zu ausgewählten Themen wie der Gebäudebegrünung. Sie luden zum Unternehmensfrühstück oder unterstüzten bei der Antragstellung von Fördermitteln. Auch der Aufbau von Netzwerkstrukturen, die eine Verstetigung der Projektideen über die Projektlaufzeit hinaus ermöglichen (und für die Firmen zum Beispiel auch Kooperationen bei der Rohstoff- oder Logistiknutzung bieten können), war Ziel des Gebietsmanagements.

Konkrete Ziele der Unternehmensansprache waren die Netzwerkbildung in den Gewerbegebieten, die Beratung von Firmen zu Begrünungsmaßnahmen auf deren Flächen sowie die nachhaltige Gesamtentwicklung der Gewerbegebiete. Die Beratung zur Begrünung erfolgt teils durch die Gebietsmanagerinnen, teils durch den Verbundpartner Global Nature Fund (GNF). In den Beratungen wurden Ziele und Wünsche der Unternehmen abgesprochen und mögliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Liegenschaften benannt. Mögliche Maßnahmen wären zum Beispiel die Entsiegelung "unternutzter" Teilbereiche, Heckenpflanzungen an Grundstücksgrenzen, Baumpflanzungen inklusive Obstbäumen, Versickerungsflächen, als langfristige Maßnahmen auch Dach- und Fassadenbegrünungen, aber auch die Aufwertung von Aufenthalts- beziehungsweise Pausenflächen oder kleine, ergänzende Maßnahmen wie Totholz in Pflanzungen.

Trotz der unterschiedlichen Ausgangslagen in den Gebieten und den ab 2020 einsetzenden Beschränkungen durch Pandemiesituation hat sich dieser - durchaus sehr zeit- und personalintensive - Ansatz von Beginn an bewährt: Bereits 2017 konnten in Marl und Remscheid die ersten Begrünungen in Form von Baum- und Heckenpflanzungen realisiert werden, bis heute wurden im Remscheider Modellgebiet über hundert Baumpflanzungen durchgeführt (Abb. 1, Abb. 4). Die Unternehmen konnten dabei zum Teil von Förderprogrammen ihrer Kommunen profitieren, mussten den Hauptteil der Realisierung jedoch selbst stemmen.

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Abb. 4: Baumpflanzung durch ein Unternehmen auf dessen Parkplatzfläche im Gewerbegebiet Remscheid-Großhülsberg. Foto: Francis Hugenroth, WILA Bonn

Motivation der Unternehmen

Die Motivationen der beteiligten Unternehmen, ihre Außenanlagen zu begrünen beziehungsweise "naturnah" umzugestalten, waren sehr individuell. Manche Firmen wollten ihr bestehendes Engagement im Bereich Nachhaltigkeit auch vor Ort sichtbar werden lassen, für Kundschaft und Partnerunternehmen, aber auch in Form von grünen Aufenthaltsflächen für die Mitarbeitenden. Auch der Wunsch, (sichtbar) etwas gegen Klimawandel und Insektensterben zu tun und so Verantwortung für kommende Generationen zu zeigen, wurde genannt. Anderen Firmen ging es mehr um die funktionale und klimatische Verbesserung ihrer Gebäude durch Dach- und Fassadenbegrünung oder Baumpflanzungen (Kühlung durch Verschattung und Verdunstung).

Gebremst wurde das Engagement der Unternehmen ganz klar durch den Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Wirtschaftliche Unsicherheit, gestiegener Organisationsaufwand bei Betriebsabläufen und Probleme mit den Lieferketten forderten erst einmal die volle Aufmerksamkeit der Unternehmen. Auch die Ansprache der Unternehmen durch die Gebietsmanagerinnen musste neu organisiert werden. Mit der "Etablierung" der Pandemie wurden bestehende Pläne zur Begrünung wieder aufgegriffen, so dass im Herbst 2021 und Frühjahr 2022 wieder Umsetzungen erfolgen konnten.

Erfahrungen sammeln und weitergeben

Neben dem praxisorientierten Ansatz, mehr Biodiversität und darüber auch Klimaresilienz in Gewerbegebieten zu realisieren, sollten im Verbundprojekt auch Handlungsansätze erprobt und Erfolgsfaktoren identifiziert werden, die andere Kommunen bei der Realisierung ähnlicher Vorhaben unterstützen. In der ersten Projektphase nahmen daher mit Frankfurt, Marl und Remscheid drei Kommunen am Verbundprojekt teil, die für unterschiedliche Typen von Gewerbegebieten stehen: Frankfurt mit Fechenheim-Nord und Seckbach als großes, heterogenes Gebiet mit hoher Versiegelung und massiven Infrastrukturproblemen; Marl-Lenkerbeck als Gebiet mit enger Verzahnung zur Wohnnutzung; Remscheid-Großhülsberg als reines Gewerbegebiet, mit starker regionaler Identität und relativ hoher Durchgrünung.

In der zweiten Projektphase kamen Kommunen dazu, die bereits eigene Programme für mehr Grün in Gewerbegebieten gestartet hatten: Bocholt mit der Förderung von Begrünung ("Business und Biodiversität"), Vreden mit der Förderung von Fachberatungen für naturnahe Begrünungen und Iserlohn, die als assoziierte Partnerstadt bereits in der ersten Projektphase gezielt Unternehmen für Begrünungsaktivitäten gewinnen konnten. Als Transferstädte wurden zudem die Kommunen Wallenhorst, Gronau, Waldbröl, Lengerich und Borken mit ausgewählten Gewerbegebieten einbezogen.

So konnte evaluiert werden, wie sich Gebietsgröße, Art der Unternehmen, lokale Rahmenbedingungen und örtliche Förderprogramme auf die Ansprache der Unternehmen, deren Interesse an Begrünungsmaßnahmen und die Netzwerkbildung auswirken (vgl. u. a. GeWa Tipps Heft 4 "Netzwerkbildung und Gebietsmanagement" und Heft 5 "Erfolgsfaktoren und Hemmnisse").

Mit studentischen Seminaren an der RWTH Aachen und der TU Darmstadt (jeweils Fachbereich Architektur, Abb. 5-7) wurden die Themen Gewerbe, Klimaanpassung, Biodiversität und Gebäudebegrünung auch für junge Planende erlebbar. Die Entwürfe der Studierenden waren wiederum wertvolle Kommunikationsmittel bei der Ansprache der Unternehmen.

Die gewonnenen Erkenntnisse des Verbundprojekts wurden in mehreren Broschüren kurz und anschaulich zusammengefasst. Behandelt werden unter anderem die Themen "Biologische Vielfalt" und "Klimaanpassung", es gibt Tipps (Abb. 8) von der "Beratung bis zur Umsetzung auf Firmenflächen", zu "Multifunktionalen Flächen", "Netzwerkbildung und Gebietsmanagement" und zu "Erfolgsfaktoren und Hemmnissen". Wenn aller Einsatz einer Kommune für mehr Grün mal wieder mit "Argumenten" wie "Aber Grün kostet!" endet, bietet das Heft "Gute Argumente!" auf humorvolle Art moralische Unterstützung und (hoffentlich) überzeugende Antworten auf wiederkehrende Floskeln, Sorgen und Missverständnisse.

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Abb. 5: Stegreif "Grüne Pause", Pausengarten Großhülsberg, Entwurf: Calvin Kaussen, 2020. Grafik: Calvin Kaussen
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Abb. 6: Stegreif „Wenn’s richtig brennt – Klima-Anpassung!“, Entwurf: Kiana Buchberger und Marina Gros, 2021. Grafik: Kiana Buchberger und Marina Gros
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Abb. 7: Stegreif "Gebäudebegrünung – Gut für Mensch und Tier, Entwurf: Smilla Schäfer und Susann Warkentin, 2022. Grafik: Smilla Schäfer und Susann Warkentin

Multifunktionales Grün

Was sich sehr schnell zeigte im Projekt: "Grün" ist immer multifunktional. Auch wenn das Projekt mit dem Fokus auf "naturnahe" Firmengelände (als sichtbarer Aspekt nachhaltiger Gewerbegebiete) gestartet ist, waren die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Mitarbeitende und Ortsansässige sowie die Anpassung an den Klimawandel durch Maßnahmen im Freiraum immer mit dabei. Gerade die Anpassung an den Klimawandel hat sich seit den trockenen Sommern 2018-2020 als wichtige Motivation für Unternehmen erwiesen: sei es, weil bestehende Pflanzungen nicht zu retten waren und es neuer, klimaangepasster Pflanzkonzepte bedurfte; sei es, weil Begrünungen als Ergänzung zu maschinellen Methoden der Gebäudekonditionierung fungieren sollten, um so steigende Kühlkosten zu reduzieren.

Im Sinne einer effizienten Flächennutzung - gerade im hoch verdichteten Gewerbe - verfolgt die Begrünung von Firmenflächen immer drei Ziele auf einer Fläche: Die Steigerung der Biodiversität, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und die Anpassung an den Klimawandel (Reduktion der Verwundbarkeit (Vulnerabilität) beziehungsweise die Steigerung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Weitere Aspekte der Multifunktion wären die temporär variierende Nutzung und die Nutzung durch mehrere Zielgruppen. Beides wurde in den multifunktionalen Flächen in Remscheid und Bocholt realisiert (siehe nächsten Abschnitt).

Highlights und Meilensteine

Durch die starke Praxisorientierung des Verbundprojekts und das große Engagement der Mitarbeitenden im Gebietsmanagement konnten zahlreiche - große wie kleine - Begrünungen im Projekt realisiert werden. Besondere Highlights und Meilensteine (siehe auch "Aktuelles" auf der Projekt-Homepage) waren aber zum Beispiel:

  • Die Gründung des Unternehmensnetzwerks in Großhülsberg (www.grosshuelsberg.net), das sich als Premium-Gewerbegebiet versteht und unter dem Motto "Bergisch-Nachhaltig-Effektiv" für das Gebiet und seine Unternehmen wirbt.
  • Die Realisierung eines "Außerschulischen Lernorts" im Gebiet Marl-Lenkerbeck in Kooperation mit den umliegenden Unternehmen. Ein Anliegen der Unternehmen war es dabei, ihren Nachhaltigkeitsanspruch und ihre Verbundenheit mit dem Stadtteil durch Pflanz- und Bauaktionen vor Ort zu zeigen und so auch als engagierte Arbeitgebende auf dem umkämpften Fachkräftemarkt sichtbar zu werden.
  • Die Zusammenarbeit mit dem LWL TextilWerk Bocholt (vgl. Stadt+Grün 8/2021). Hier wurden im Rahmen eines studentischen Seminars Ideen entworfen, wie die sommerliche Überhitzung der historischen Gebäude des Museums durch Gebäudebegrünung reduziert werden könnte. Die studentischen Arbeiten wurden von Mai bis Oktober 2021 im TextilWerk ausgestellt und waren auch Teil eines Films, der anlässlich des Online-Dialogforums "Nachhaltige Stadtentwicklung: Kommunen und Unternehmen - ein gutes Team für mehr Grün in Gewerbegebieten" des Verbundprojekts im Museum gedreht wurde (die Tagung sollte ursprünglich im Museum stattfinden und musste coronabedingt dann doch online stattfinden).
  • Die Auszeichnung des Projekts im Rahmen der "KlimaExpo.NRW 2019" und als "Projekt Nachhaltigkeit 2020".
  • Die Pflanzung von mehr als 100 Bäumen im Gebiet Remscheid-Großhülsberg.
  • Die Beratung von mehr als 20 Firmen im Gebiet Gaxel in Vreden.
  • Das erste im Rahmen von "Business und Biodiversität" geförderte gewerbliche "PV-Gründach" (Dachbegrünung mit Photovoltaik) in Bocholt.
  • Die Realisierung eines Lehrpfads im Gebiet Iserlohner Heide, der mit sechs Stationen zum Beispiel Informationen zum Umgang mit den verschiedenen Arten von Mobilität, Erläuterungen zur Entwicklung des angrenzenden Waldes und der gelungenen Blühwiese bietet. Auch teilnehmende Unternehmen des Projektes kommen auf den Tafeln zu Wort.
  • Die Umsetzung von zwei "multifunktionalen Flächen", eine im Technologiepark Bocholt und eine in Remscheid-Großhülsberg, die zukünftig als Pausenflächen, "Outdoor Coworking Space", Treffpunkt, Bühne, Naschgarten und summendes Biotop für Mensch und Tier dienen.
  • Die Entstehung eines bundesweiten kommunalen Netzwerks mit regelmäßig über 50 Teilnehmenden an Austausch- und Informationsveranstaltungen zum Thema "nachhaltige Gewerbegebietsentwicklung".
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Abb. 8: Die Reihe "GeWa Tipps" fasst Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Projekts kompakt zusammen. Abbildung: GeWa, WILA Bonn, 2021

Fazit und Ausblick

Das Fazit des Verbundprojekts könnte lauten: In Gewerbegebieten gibt es viele engagierte Personen, die ihr Unternehmen und ihr Gebiet voranbringen und "enkeltauglich" machen wollten.

Aber dazu braucht es "Kümmerer", die auf die Unternehmen zugehen, gerne auch im Rahmen der kommunalen Wirtschaftsförderung oder der Handelskammern, die bei Unternehmen meist weniger "vorbelastet" sind, als Natur- und Umweltämter. Was es auch braucht, sind lokale Netzwerke, die langfristig an der Stärkung der Außenwirkung, der Gebietsidentität und der Zusammenarbeit im Gebiet arbeiten. Genauso wichtig sind Festsetzungen im Bebauungsplan (bei Gebietserweiterungen), die auch in zehn oder 20 Jahren noch einen guten Standard bei Klimaschutz, Klimaanpassung, Mobilität, Aufenthaltsqualität und Biodiversität bieten. Und natürlich auch (unkomplizierte) lokale oder landesweite Förderprogramme, die Unternehmen Anreize für "grüne" Maßnahmen zur Klimaanpassung oder zur Förderung der Biodiversität bieten. Das können auch niedrigschwellige Angebote sein, wie Bäume, die aus den Mitteln der Baumschutzsatzung finanziert und auf Unternehmensflächen gepflanzt wurden (wie in Remscheid-Großhülsberg).

Und weiter? 2022 blickt das Verbundprojekt auf mehr als zehn Modell- und Transferkommunen sowie ein bundesweites Netzwerk interessierter und aktiver Kommunen und Organisationen, die sich in regelmäßigen Abständen in Foren austauschen, informieren, beraten und unterstützen (siehe Projekthomepage "Netzwerk").

Dieses Netzwerk für Kommunen bleibt auch nach dem Projektende im Sommer 2022 als Anlaufstelle für Kommunen aus dem Bundesgebiet weiter bestehen. Geplant sind für 2022 sechs "Offene Foren" und mehrere Seminare (online) zu thematischen Schwerpunkten und ausgewählten Projekten, Online-Sprechstunden, regelmäßige Newsletter und eine Tagung im Mai 2022 (siehe Projekthomepage "Aktuelles").

Gegen eine überschaubare Jahresgebühr können Mitglieder des Netzwerks viele Leistungen kostenlos nutzen, werden online präsentiert und dürfen das Projektlogo verwenden. Beratung zur nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung, Potenzialchecks, Netzwerkbildung und Begrünung werden ebenfalls weiter angeboten (online kostenlos oder vor Ort gegen Honorar), weitere Unterstützung wie Vorträge, Moderationen und Begleitung des Aufbaus eines Gebietsmanagements können individuell vereinbart werden.

So soll das Netzwerk weiterwachsen und Wurzeln schlagen, um auch zukünftig Gewerbegebiete grüner werden zu lassen.

Dr.-Ing. Sandra Sieber
Autorin

Landschaftsarchitektin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Entwerfen + Freiraumplanung der TU Darmstadt und am Institut für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen University

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