Zehn Jahre „Das Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten”

Gras. Gräser. Am Größten!

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Gräser Pflanzenverwendung
Japanischer Garten mit Graswand von Marco Seidl (1. Platz Schaugarten-Preis) Foto: Thomas Herrgen

Schon als der "Staudenpapst" Karl Förster noch propagierte "Es wird durchgeblüht!" gesellten sich zu farbenfrohen Pflanzungen und bunten Gärten bereits Gräser; in der Regel als Begleiter, Kulisse, Hintergrund. Doch die filigranen Horste sind längst selbst zu Hauptdarstellern geworden, im privaten Grün wie im öffentlichen. Um ihnen die gebührende Aufmerksamkeit einmal zukommen zu lassen, richtete das 10. Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten in Langen bei Frankfurt/M. mit dem Sonderthema "Faszination Gräser" den Fokus ganz auf diese vielgestaltigen Halmgewächse.

Und so kamen etwa 180 Aussteller in den Park des ehemaligen Jagdschlosses der hessischen Großherzöge: Gartengestalter, Buchautoren, Referenten die Fachliches vermittelten und viele, die das Motto an den Ausstellerständen entsprechend gestalterisch umsetzten. Nicht zuletzt die Schaugärten trugen zum Thema spielerisch oder mit fachlichem Ernst etwas bei. Denn auch die Lehrbaustelle (außer Konkurrenz) widmete sich dem Thema, das die Auszubildenden mehrerer Firmen der Region emsig, voller Elan und Begeisterung umsetzten. Gebaut wurde ein Garten, der aus einem internen Wettbewerb mit etwa einem halben Dutzend Beiträgen hervorging und alle Facetten des Garten- und Landschaftsbaus beinhaltete: Pflasterarbeiten, Holzdeck, Teich, Wasserlauf und in der Pflanzung natürlich viele Gräser.

Es ist angerichtet

So verblieben sechs Schaugärten für die offizielle Prämierung im Rennen, die von einer dreiköpfigen Jury gesichtet und bewertet wurden. Von eher schlichten Beispielen dem Prinzip "Less is more" folgend bis hin zu überbordend üppigen Gestaltungen auf jeweils ca. 100 Quadratmetern war alles zu sehen: Naturgärten, Designergärten, asiatische Gärten, doch zwei Aussteller hatten das Sonderthema dann auf eine ganz besondere, bis herausragende Weise umgesetzt.

Die Köster & Kittner GbR aus Langen zauberte einen architektonischen Garten dessen Herzstück eine Terrasse mit gedecktem Tisch war. Der Clou: Rollrasen bildete die "Tischdecke" und alle Teller und Schüsseln waren mit unterschiedlichen Gräsern bepflanzt. Durch die Tischmitte verlief eine Edelstahlschütte als Wasserlauf und ergoss sich in ein vor der Terrasse liegendes Becken. Eine überaus originelle Idee!

Doch Sieger im Schaugartenwettbewerb wurde Japanträume Seidl aus Wöllstadt. Der Garten- und Lichtdesigner Marco Seidl inszenierte einen japanischen Garten mit einer Rückwand als vertikalem Garten im Stile von Patrick Blanc. Darin eingebettet viele überhängende Gräser, die dem Ensemble die besondere, herausragende Note verliehen. Dafür gab es den Wolfskopf in Gold.

Bilanz und Ausblick

Rund 20.000 Besucher haben sich vom 16. bis 18. September 2016 über Gräser und Gartengestaltung mit den abwechslungsreichen Halmgewächsen informiert, auch über Produkte/Kleidung aus Gräsern und Bücher zum Thema. 2017 findet das Gartenfest vom 15. bis 17. September statt. Das Sonderthema dreht sich dann um kleine Gärten, Stadtgärten und grüne Ideen auf kleinstem Raum.

Prämierungen

Fachleute, Journalisten und Einzelpersonen des Veranstalters der Hessischen Hausstiftung bilden verschiedene Jurorenteams, die in jedem Jahr die Produkte und Auftritte der Aussteller des Fürstlichen Gartenfestes Schloss Wolfsgarten in fünf Kategorien prämieren. Die Preisträger und Platzierten im Jahr 2016 sind:

Schaugartenpreise

Schaugarten-Preis

Japanträume Seidl, Wöllstadt, Stand P 55 "für einen Garten, dessen stimmiges, harmonisches und ästhetisches Konzept überzeugt und der sich durch Liebe zum Detail und hohe handwerkliche Qualität auszeichnet".

Schaugarten-Sonderpreis

Köster & Kittner GbR, Langen, Stand B 06 "für eine zeitgenössische Gestaltungssprache, in der Solitärgräser ausschließlich als architektonisches Gestaltungselement dienen".

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Gräser Pflanzenverwendung
Gräserspirale der Baumschule Dietrich (3. Platz Pressepreis). Foto: Thomas Herrgen

Botanikpreis

1. Platz - Gold

Staudengärtnerei Eidmann, Groß-Umstadt/ Semd, Stand P 07 "für die Pflanze Carex firma "Variegata", eine Polstersegge, die sich für Miniatur-Steingärten und zur Bepflanzung von Trockenmauern hervorragend eignet.

2. Platz - Silber

Dr. Heinrich Niewöhner - Spezialitäten und Raritäten der Pflanzenwelt, Düsseldorf, Stand P 66 "für die Pflanze Dahlia "merckii x", eine schön rot-violett bis zum Frost blühende Dahlienhybride, die sehr standfest und winterhart ist".

3. Platz - Bronze

Gärtnerei Bartels, Delmenhorst, Stand G 10 "für die Pflanze "Edgworthia chrysantha", ein selten kultivierter Papierstrauch, der noch vor dem Laubaustrieb große, gelbe und duftende Blütenbälle bildet".

Landgraf-von-Hessen-Preis

Sierplantenkwekerij Devriese-Luyssen, Wingene, Belgien, Stand P 08 "für die Pflanze Lagerstroemia "indica Eveline", eine buschig- und pinkblühende Kreppmyrthe, ein sommerblühendes Gehölz, das weitgehend winterhart ist".

Pressepreis

1. Platz - Gold

Stiftung E.P.R.I.C, GB Huissen, Niederlande, Stand G 12 "für die sinnbildlichste Umsetzung des Sonderthemas und soziales Engagement".

2. Platz - Silber

Palmengarten Frankfurt, Frankfurt am Main, Stand A 08 "für die große Auswahl an Gräsern und die kreative Verwendung für alle Sinne".

3. Platz - Bronze

Baumschule Dietrich, Mörfelden-Walldorf, Stand P 70 "für die Gräserspirale mit einer Bank als Ruhepol".

Produktpreis

Produktpreis Delikatessen und Feinkost. Lebe Gesund Versand GmbH, Marktheidenfeld, Stand A 32 "für ein köstliches Früchtebrot, welches - wenn man es probiert - für sich spricht".

Produktpreis Kunst, Objekt und Möbel

Stahl + Stein Prinze GbR, Warendorf, Stand T 17 "für Stahlskulpturen, die in ihrer Form und Anmutung an Schilf und Gräser erinnern".

Produktpreis Kleidung, Schmuck und Accessoires

Michaela Binder Schmuck + Objekt, Berlin, B 20 "für ihre ansprechenden und sehr variablen Schmuckstücke".

Weitere Informationen und alle Aussteller, Produktgruppen und Standnummern auch auf www.gartenfest.de ("Wolfsgarten").

Dipl.-Ing.(FH) Thomas Herrgen
Autor

Landschaftsarchitekt

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