Kunstrasenplätze

Filtersystem reduziert Emissionen von Mikroplastik

Der HydroShark reduziert durch die Sedimentation von Feststoffen Mikroplastik, das von Kunstrasenplätzen ins Wasser gelangen kann. Foto: 3P Technik Filtersysteme GmbH

Auf bis zu 8000 Tonnen jährlich schätzt eine Studie des Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) die Mikroplastik-Emissionen von Kunstrasenplätzen in Deutschland. Damit würden diese Sportanlagen auf Platz 5 der Mikroplastik-Verursacher landen, weit vor Mikroplastikfasern, die bei der Wäsche von Textilien anfallen. Die EU prüft bereits, ob sie Maßnahmen zur Verringerung dieser Emissionen vorschlagen soll.

Nach aktuellem Stand der Diskussion steht die Schließung vorhandener Kunstrasenplätze nicht zur Debatte. Dennoch sind Sportanlagenbetreiber verunsichert und suchen nach Alternativen. Wichtig ist es vor allem, die Auswaschung von Mikroplastikpartikeln weitgehend zu verhindern, damit diese nicht über Abwasser oder Sickerwasser in die Umgebung gelangen können.

Mit einer kompakten zweistufigen Anlage bietet der Regenwassermanagement-Spezialist 3P Technik jetzt eine Alternative zur Behandlung des Abwassers von Kunstrasenplätzen. Sie hält Kunststoff-Mikropartikel bis zu einer Größe von 50 Mikrometer weitgehend zurück. Gegenüber den bisher oft eingesetzten Rückhaltebecken ist der Einbau kostengünstig und schnell durchzuführen, zudem ist der Flächenbedarf sehr gering.

Das System kann in das bestehende Leitungsnetz integriert werden, vorhandene Leitungen werden weiterhin genutzt. Die Anlage besteht aus zwei Komponenten: Dem HydroSystem, das seit mehr als 20 Jahren in der dezentralen Abwasserbehandlung von Verkehrsflächen eingesetzt wird, sowie dem neu entwickelten HydroShark.

In der ersten Stufe passiert das Wasser den HydroShark. Es wird tangential in der Mitte des Systems eingeleitet. Durch den "Teetasseneffekt" sedimentieren Feststoffe in der Mitte der Rotationsbewegung und sinken in einen Schlammfang ab. Er ist durch einen Gitterrost und Strömungsbrecher hydraulisch vom Behandlungsraum getrennt, so dass es auch bei Starkregen nicht zu einer Rücklösung der abgesetzten Partikel kommen kann.

In einem Außenring wird das Wasser anschließend gleichmäßig nach oben geführt. Das namensgebende Zackenwehr des HydroShark sorgt für eine möglichst homogene Strömung ohne Kurzschlussströmungen. Leichtstoffe wie Öle oder Pollen können nicht unter der Abscheidewand durchtauchen und werden daher effektiv zurückgehalten.

Die Reinigungsleistung entspricht den Vorgaben aus den Merkblättern M-153 und A-102 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA).

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2020 .

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