75. Frankfurter Buchmesse 2023

"And the story goes on" – Bücher der Hoffnung

Auch die Jubiläumsausgabe der Frankfurter Buchmesse war von Krisen, Kriegen und Konflikten durchdrungen, entsprechend politisch aufgeladen und von viel Prominenz besucht. Doch fast alle Bücher, ob Sach- und Fachbuch, Roman oder Bildband strahlten so etwas wie Hoffnung aus, ganz im Sinne des Mottos, es müsse ja irgendwie weitergehen.
Fachliteratur Klimawandel
Slowenien ist zwar klein, aber ein großes Land der Literatur und Poesie. Neben symbolischen Wolken (Spitzen), Bergen (Sitzelemente) und Rosmarin (Der Duft des Landes) lagen im Gastland-Pavillon 400 Buchtitel in den Regalen. Foto: Thomas Herrgen

Die Verlage der grünen Branche hatten Titel zu den Themen Klimawandel, DIY-Garten, Nutzpflanzen und Selbstversorgung, über das Einkochen, Einmachen und Haltbarmachen von selbst Angebautem und unzählige Kochbücher von vegan bis fleischhaltig. Bücher zur Landschaftsarchitektur betonen die Notwendigkeit, Grün in der Stadt, an Fassaden, auf Dächern und generell rund um (Neu)Bauten zu etablieren, als Beitrag zur Abkühlung in den aufgeheizten Innenstädten. Und tausende von gelungenen Beispielen rund um die Welt belegen, dass das auch geht, so vor allem bei koreanischen und Schweizer Verlagen. Auch neue Bücher etwa über Bäume, Rosen, Stauden oder Gift- und Heilpflanzen füllten die Regale der rund 80 Verlage mit "grünen" Angeboten, während viele große Player der Messe auch diesmal fernblieben.

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Fachliteratur Klimawandel
Bücher zur Staudenverwendung im Klimawandel (Hitze, Trockenheit, Pflegeextensivierung) gab es bei der Buchmesse viele, wie hier beim Gräfe & Unzer Verlag. Cover: G|U, Foto: Thomas Herrgen

"Honey comb of words"

Das Motto des Gastlandes Slowenien "Waben der Worte" stand für das Verbindende. Das kleine Land mit zwei Millionen Einwohnern liegt kulturell zwischen Alpen und Adria, Balkan und Mitteleuropa. Im Pavillon symbolisierten Sitzstufen aus Schaumstoff, die Berge, der darin eingelassene Rosmarin den Duft des Landes und "Wolken" aus Spitzendecken den Himmel. Slowenien hat eine sehr hohe Dichte an Philosophen und bringt pro Jahr und Kopf die meisten Bücher in Europa heraus. Mit Titeln wie "Kleine Gärtner Große Ernte" (von Rada Kos) oder "Grün wie ich Dich liebe Grün" (Ana Schnabl) waren auch grüne Themen in den langen Regalreihen mit 400 ausgewählten slowenischen Büchern (mehrheitlich übersetzt) vertreten.

"DIY, Biodiversität und Klimawandel

Wie in den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl von Titeln groß, die sich um das Selbermachen, die Selbstversorgung und den Klimawandel drehen. Der Löwenzahn Verlag (AT-Innsbruck) erklärt in seiner "Pflanzen-Lovestory", wie man Obst, Gemüse, Kräuter oder Blumen vermehrt und dabei etwas Gutes für Bienen tut. Beim Darmstädter pala Verlag erschien der Titel "Mein Garten – mehr Arten, 12 Projekte für artenreiches Grün" mit Beispielen für Biodiversität im Privatbereich. Die Eugen Ulmer KG setzte mit "Echte Hitzeprofis" (Katrin Lugerbauer) ihre Reihe über trockenheitsliebende und hitzeverträgliche Stauden für den Klimawandel fort. Ähnlich sieht es G|U mit "Blütenpracht ohne Gießen" (Bernd Hertle), das mit dem Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet wurde. Der Haupt-Verlag (CH-Bern) empfiehlt im Titel "Mein Gartenbaum, klimarobust und klimaschützend" Gehölze für Privatgärten. Bei KOSMOS geht es mit "Garten einfach günstig" (Iris Winkenbach) um schöne und günstige Gärten im Eigenbau, während DK mit "DIY im Garten" 25 originelle Projekte mit Pflanzen, Holz und Stein vorstellt. Der Ökobuch Verlag trifft einen Nerv der Zeit zum Thema Balkon-Photovoltaik-Anlagen: "Solarstrom selbst erzeugen" heißt der Ratgeber-Titel mit vielen technischen und baulichen Empfehlungen.

Fachliteratur Klimawandel
Die 'Edition Hochparterre' setzte ihre Reihe zur Schweizer Landschaftsarchitektur der Gegenwart mit Band 5 über das Zürcher Büro 'planikum' fort, das sehr breit aufgestellt ist. Cover: Edition Hochparterre, Foto: Thomas Herrgen

Landschaftsarchitektur

Der koreanische Verlag Archi-Lab Co. widmete sich in seiner Reihe "Landscape Gardening View" nun dem Thema Hotel&Resorts. Park Books (CH-Zürich) hatte letztes Jahr den "Atlas des dazwischen Wohnens" herausgebracht und erhielt dafür nun den DAM Architekturbuch Preis 2023. Die Edition Hochparterre (CH-Zürich) führt die Jahresschrift anthos mit Ausgabe 3-23 "Essen" fort und schaut dabei auf die Problematiken der Nahrungsmittelproduktion (Landschaftsverbrauch, Wasser, Transporte, etc.). Die Reihe Schweizer Landschaftsarchitektur der Gegenwart wurde mit dem Büro "planikum" aus Zürich fortgesetzt. Bei Braun (CH-Salenstein) kam "Hortus conclusus" Gardens for Private Homes (Chris van Uffelen) neu heraus. 2024 folgt wieder ein neues Compendium der Landschaftsarchitektur.

Bilanz

Mehr als 4200 Ausstellende aus 130 Ländern präsentierten 215.000 Messebesucher*innen (Vorjahr: 180.000) ihre Verlagsprogramme und rund 7000 Journalist*innen waren akkreditiert. Die Buchmesse war deutlich besser besucht als 2022, erreichte jedoch noch immer nicht das Vor-Corona-Niveau. Die nächste Frankfurter Buchmesse findet vom 16.–20. Oktober 2024 statt, dann mit dem Ehrengast Italien. Thomas Herrgen

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